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Planungshaushalt
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Neuer Boden für die Stadionhalle

Michael Kerzel 05.12.2018 0 Kommentare

Risse wie dieser sind im Boden der Stadionhalle keine Seltenheit, Reparaturen führt die Stadt derzeit teilweise im Wochenrhythmus aus.
Risse wie dieser sind im Boden der Stadionhalle keine Seltenheit, Reparaturen führt die Stadt derzeit teilweise im Wochenrhythmus aus. (INGO MöLLERS)

Delmenhorst. Die Stadionhalle erhält im kommenden Jahr voraussichtlich einen neuen Boden. Im Planungshaushalt sind dafür 160 000 Euro veranschlagt. Beschlossen wird der Gesamthaushalt freilich erst auf der Sitzung des Rates der Stadt am 19. Dezember in der Markthalle, doch das ist eher eine Formalie.

Etwas überraschend kommt die Nachricht dieser Investition schon. Immerhin gab es im Februar dieses Jahres ein Treffen von Vertretern der Verwaltung der Stadt und der betroffenen Vereine – Handballer der HSG, Hockeyspieler des HCD und Rollkunstläufer des DTV (wir berichteten). Tenor war, dass einzelne Reparaturen wie beispielsweise des Daches oder des Bodens nicht mehr sinnvoll sind, da der Gesamtzustand der Halle zu schlecht ist.

„Eine Kernsanierung ist wirtschaftlich nicht mehr vertretbar, ein Neubau wäre wirtschaftlich sinnvoller“, erklärt Andreas Tensfeldt, Delmenhorsts Fachbereichsleiter Gebäudemanagement. Den Neubaugedanken wollen Verwaltung und Politik weitertragen. Viele Fragen sind hier zu klären, unter anderem der Bauort und die Finanzierung. Ein anderer Ort ist laut Tensfeldt daher sinnvoll, weil so die Halle nicht während der Bauarbeiten geschlossen werden müsste, was wiederum zu Engpässen führen würde. Die Entwicklung eines Zeitplans für einen Neubau benötigt Jahre – mindestens fünf, eher mehr, schätzt Tensfeldt. „Und so lange macht der Boden nicht mehr mit. Also müssen wir diesen sanieren und eben in den Apfel beißen, so sauer er auch ist“, berichtet er. Dadurch kann die Halle vorerst weiter genutzt werden, die Stadt kauft sich damit Zeit. Die Arbeiten sind für die Sommerferien 2019 vorgesehen.

HSG-Präsident Jürgen Janßen ist über den Sanierungsplan gleichermaßen verwundert wie verärgert. Seit Jahren wirbt er für eine Komplettsanierung oder einen Neubau. „Und dann finde ich auf einmal den Hinweis im Planungshaushalt, dass der Boden saniert werden soll. Das hat mich überrascht. Niemand hat mit uns gesprochen, das ist enttäuschend. Ich habe die Verwaltung gefragt, was der Blödsinn soll“, ärgert er sich. Er hält die Bodensanierung für rausgeschmissenes Geld. „Ich kann nicht beurteilen, welche finanziellen Möglichkeiten die Stadt hat. Aber das jetzige Vorgehen ist Flickschusterei. Das Wichtigste wäre, ein echtes Konzept zu entwickeln. Wenn die Decke runterkommt, ist der Boden auch wieder hin“, sagt er. Und das Hallendach ist marode. So marode, dass es nicht mehr saniert werden kann, sondern eigentlich abgerissen werden müsste. Die Halle weist auch diverse weitere Mängel auf, beispielsweise sind in den Umkleidekabinen Rohre und Fliesen defekt, die Heizung funktioniert nur sporadisch. „Grundsätzlich sind diverse Baumängel an und in der Stadion-Sporthalle vorhanden und bekannt“, teilte Stadtsprecherin Maike Stürmer-Raudszus bereits im Februar mit.

Seit Jahren beschäftigt die Stadionhalle Politik und Verwaltung. Im Februar dieses Jahres machte der HSG-Vorsitzende seinem Ärger Luft: „Wir warten nun schon seit sechs Jahren auf die Renovierung der Stadionhalle. Die Landeszuschüsse hierzu wurden nicht in Anspruch genommen, und wir wurden jedes Jahr vertröstet. Auch dieses Jahr wurde das Projekt mit dem Hinweis verschoben, dass keine Ressourcen zur Planung und Durchführung in der Verwaltung bestehen.“ Jetzt kommt ein neuer Boden, den die Handballer laut Janßen nicht unbedingt brauchen. Diese Erneuerung ist laut Tensfeldt jedoch unabdingbar. „Wir müssen den Boden dauernd reparieren, zeitweise im Wochenrhythmus“, teilt er mit. Das sei kostenintensiv. Zudem bestehe für die Vereine laufend die Gefahr, dass Sportveranstaltungen ausfallen.

In den kommenden Sommerferien wird nicht nur der Boden saniert, auch werden neue Trennwände installiert. 50 000 Euro sind dafür im Haushalt vorgesehen. „Trennwände sind für den Schulsport notwendig. So können mehrere Schulen oder mehrere Gruppen einer Schule die Halle gleichzeitig nutzen. So wird die Belegung optimiert“, erklärt Tensfeldt. Die aktuellen Trennwände sind uralt. „Sie werden jährlich geprüft, Reparaturen werden entsprechend durchgeführt. Die aktuelle Trennwände sind jetzt quasi stillgelegt“, berichtet der Fachbereichsleiter. Falls die Stadionhalle in den kommenden Jahren abgerissen wird, sind die Trennwände nicht verloren. „Sie können aus- und woanders neu eingebaut werden“, sagt Tensfeldt.


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Leserkommentare
ManUD7 am 22.10.2019 07:37
Wieso wird die Bevölkerung aufgehetzt? Jahrelang sieht man doch nur noch Mais. Und dieser dient weitestgehend zum Betrieb der Biogasanlagen. Dafür ...
Mangaguide.de am 22.10.2019 07:30
Ein Punkt in Flensburg fuer den Halter war ja geplant, wurde aber leider wieder verworfen.

Alternativ koennte man ja auch Feuerwehr, ...