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Handball-Oberliga Frauen
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Sarah Seidel dominiert Derby

Michael Kerzel 24.03.2019 0 Kommentare

Sarah Seidel war die auffälligste Spielerin beim Derby und erzielte sieben Tore für die HSG Hude/Falkenburg.
Sarah Seidel war die auffälligste Spielerin beim Derby und erzielte sieben Tore für die HSG Hude/Falkenburg. (INGO MÖLLERS)

Hude. Spielerisch hochwertig war das Derby zwischen der HSG Hude/Falkenburg und dem TV Neerstedt nicht. Dafür machten die Oberliga-Handballerinnen auf beiden Seiten einfach zu viele leichte Fehler. Aber es war lange spannend und ging schnell hin und her. In der zweiten Hälfte der zweiten Halbzeit übernahm das favorisierte Heimteam aber noch rechtzeitig die Kontrolle und siegte am Ende mit 28:22 (14:14) – verdient, aber zu hoch. Immerhin hielten die Grün-Weißen lange mit, hätten nach der ersten Halbzeit eigentlich in Führung liegen müssen. Wenn, ja wenn sie nicht so leichtfertig die Bälle in der Vorwärtsbewegung verloren hätten.

Zu Beginn wirkten die Huderinnen etwas geschockt, bei den ersten Angriffen blieben gleich zwei Spielerinnen länger auf dem Parkett liegen, Laura Meyer konnte mit einer Daumenverletzung fortan nicht mehr mitwirken. Neerstedt nutzte die Unkonzentriertheiten zur frühen 4:1-Führung (7.). Auf der Gegenseite offenbarten die Gäste allerdings große Lücken in der Abwehr, durch die Sarah Seidel und Maike Deeben quasi unberührt hindurchliefen und so das Spiel auf 5:4 drehten (11.). Dieser Treffer hatte einen für die erste Halbzeit typischen Vorlauf: Im Angriff verloren die Neerstedterinnen nach einem nicht gefangenen Pass den Ball, den Gegenstoß vergab die HSG freistehend, vorne verlor der TVN erneut ohne Abschluss das Spielgerät, sodass Deeben durch die entblößte Deckung freistehend einnetzte. Treffer resultierten vor allem aus Einzelaktionen, während Neerstedt versuchte, entweder über die Rechtsaußen Nadja Albes oder Johanna Stuffel am Kreis zu Torerfolgen oder Siebenmetern zu kommen. Dabei landete viele Anspiele bei den Huderrinnen, aber oft genug griff sich Stuffel den Ball und traf oder wurde zu Boden gerissen. Kirsten Kurok verwandelte in der ersten Viertelstunde alle drei Siebenmeter (alle drei unten rechts).

TV Neerstedt hält lange mit

Über mehrere Unentschieden (7:7; 10:10) verlief das Derby vor voller Halle ausgeglichen, ehe sich die Gäste beim 14:12 eine Zwei-Tore-Führung herausgearbeitet hatten. Hude vergab in dieser Phase viele offene Würfe und verlor den Ball mehrfach im Aufbau.  Durch zwei grün-weiße Unkonzentriertheiten vor der Pause kam Hude noch zum Ausgleich – 14:14. „Meiner Meinung nach haben wir die erste Hälfte dominiert und hätten mit drei oder vier Toren führen müssen“, meinte TVN-Coach Maik Haverkamp.

Auch nach Wiederanpfiff setzte sich kein Team ab, sodass es nach 47 Minuten 19:19 stand. Doch dann wurde Hude in der Defensive immer stärker. Neerstedt fand kaum mehr ein Mittel, um zu gefährlichen Abschlüssen zu kommen. Fenja Schwark im HSG-Kasten nahm so mehrfach den Ball auf und bereitete mit langen Pässen – immer auf Ashley Butler – mehrere Tore vor. Butler war schlicht schneller als die Neerstedterinnen. Zunächst traf sie zweimal den Pfosten, dann dreimal ins Netz, unter anderem zum vorentscheidenden 24:20. „Die Gegenstöße über Butler haben uns das Genick gebrochen“, resümierte Haverkamp. Bei den Gästen war nun etwas die Luft raus, sie gaben zwar nicht auf, aber es fehlten Ideen beziehungsweise die Durchschlagskraft, um die Huder Defensive zu überwinden. Durchschlagskraft legten bei den Gastgeberinnen vor allem Sarah Seidel und Mareike Zetzmann an den Tag, die zusammen 14 Treffer erzielten.

HSG-Coach Dean Schmidt sah seine Mannschaft überlegen. „Wir haben es unnötig spannend gemacht, viel zu viele Gegenstöße liegengelassen. Es hätte entspannter sein können“, meinte er. Das Problem der mangelnden Chancenverwertung ziehe sich durch die ganze Saison. „Wir haben eine Halbzeit gebraucht, um uns auf das Neerstedter Spiel einzustellen“, berichtete Schmidt. Am Ende sei der Sieg jedoch verdient, konstatierte er.

Die HSG bleibt mit den zwei Punkten im gesicherten Mittelfeld. Der TV Neerstedt liegt trotz der Niederlage klar vor der Abstiegszone. Kommende Woche kommt es für die Haverkamp-Sieben zu einem sehr wichtigen und vielleicht vorentscheidenden Spiel: Dann trifft Neerstedt auf den Tabellenvorletzen FC Schüttorf. Bei einem Sieg würde das Polster auf sieben Punkte anwachsen – uneinholbar bei dann noch drei Partien.


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Leserkommentare
Michalek am 20.10.2019 17:37
Schüler brauchen keine Erhebungen und sie sollten nicht als Versuchskaninchen herhalten müssen.

Grundschüler brauchen Unterricht, der ...
aguahorst am 20.10.2019 16:55
In der Nähe von Wilhelmshaven baut man neue Kavernen, um damit Geld zu verdienen. In Bremen will man sie verfüllen und stilllegen.....was passiert ...