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Fußball-Bezirksliga
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So gut wie durch

Michael Kerzel 05.05.2019 0 Kommentare

Starkes Kollektiv: Der VfL Wildshausen lässt kaum Torchancen zu und dominiert die Gegner – so auch den TuS Obenstrohe.
Starkes Kollektiv: Der VfL Wildshausen lässt kaum Torchancen zu und dominiert die Gegner – so auch den TuS Obenstrohe. (INGO MÖLLERS)

Obenstrohe. Der VfL Wildeshausen wird zu 99,9 Prozent in der kommenden Spielzeit in der Fußball-Landesliga antreten – und das hochverdient. Die Krandelkicker haben sich beim einzigen Konkurrenten um die Bezirksliga-Meisterschaft, dem TuS Obenstrohe, souverän mit 2:0 (0:0) durchgesetzt. Vier Spieltage vor Schluss ist der Vorsprung der Elf von Trainer Marcel Bragula damit auf elf Punkte angewachsen. Rechnerisch kann der TuS noch vorbeiziehen. „Es ist erst vorbei, wenn es vorbei ist“, sagte Bragula nach Abpfiff. Und das kann es bereits am Dienstag sein: Dann tritt Obenstrohe beim Tabellenvierten BW Bümmerstede an. Schon bei einem Unentschieden wäre der VfL Meister und damit Aufsteiger.

In allen Belangen überlegen

Dass die Krandelkicker die beste und vor allem konstanteste Mannschaft dieser Bezirksligasaison sind, zeigten sie auch bei den zuletzt schwächelnden Obenstrohern. Von der ersten Minute an übernahmen die Gäste das Kommando vor gut 200 Zuschauern, etwa 70 davon aus Wildeshausen. „Wir wollten hier nicht auf Unentschieden spielen“, gab Bragula die Marschroute vor. Im 4-2-3-1-System pressten die Wildeshauser früh. Die Platzherren verloren so im Aufbau regelmäßig den Ball oder schlugen ihn planlos nach vorne. „Wir haben zwei Sechser zur Absicherung aufgestellt und wollten mit drei schnellen Leuten hinter Lennart Feldhus für Gefahr sorgen“, erklärte Bragula. Und das funktionierte hervorragend.

Wildeshausen wartete mit fünf großen und diversen kleineren Torchancen alleine im ersten Durchgang auf. Eine frühe Vorentscheidung verhinderte nur die teilweise fahrlässige Chancenverwertung. Immer wieder spielten Thorben Schütte, Marius Krumland und Lukas Schneider Diagonalbälle auf die Flügel. Robin Ramke und Michael Eberle waren hier ihren Gegenspieler individuell klar überlegen und brachten das Leder immer wieder gefährlich in die Mitte. Auch Maximilian Seidel wich oft nach außen aus und setzte sich dort durch.

Nach ersten Warnschüssen – Schneider (3.), Feldhus (9.), Ramke (15.) – vergab Seidel die erste Großchance. Nach einem Seitenwechsel von Schneider auf Ramke legte dieser quer, sodass Seidel aus 14 Metern zentral unbedrängt abschließen konnte. Er setzte das Leder aber übers Tor (16.). Kurz darauf scheiterten sowohl Eberle als auch Sascha Görke im Eins-gegen-eins am starken Schlussmann Tim Stahl (21./23.). Bei der zweiten Parade verletzte er sich jedoch an der Hand und machte den Platz für Philip-Lukas Zuchgan frei.

Dieser führte sich mit einer schönen Doppel-Parade gegen Seidel und Feldhus ein (32.) und hielt auch einen Schuss von Eberle, den Nachschuss setzte Christoph Stolle am rechten Knick vorbei. Damit hatte es im ersten Durchgang so gut wie jeder Wildeshauser mindestens einmal versucht, doch die größte Chance stand noch aus: Görke kam freistehend rechts im Strafraum ans Leder, schoss jedoch links neben den Kasten. „Wir hätten das Spiel in der ersten Halbzeit schon entscheiden müssen“, resümierte Bragula.

Zudem gab es bereits nach sechs Spielminuten eine strittige Szene im Obenstroher-Strafraum. Gerrit Janßen bekam den Ball an seinen Arm, den er über Schulterhöhe hielt. Absicht war es nicht, die Distanz war kurz, eine natürliche Handbewegung war es aber auch nicht. Nach der aktuellen schwammigen Handregel gibt es gute Argumente für und gegen einen Pfiff. Der sichere Schiedsrichter Christian Scheper stand nur wenige Meter entfernt, hatte freie Sicht und entschied sich, keinen Elfmeter zu geben. „Aus einem halben Meter“, sagte er kurz darauf an Marcel Bragula gerichtet, der einen Strafstoß forderte.

Per Freistoß zur Führung

Den Platzherren gelang so gut wie gar nichts. Mit dem Spielgerät agierten sie in einer ungewöhnlichen Anordnung. „Wir haben erst nach einer Viertelstunde herausbekommen, was das für ein System ist“, berichtete Bragula. Der TuS wollte aus einer Dreierkette aufbauen, vor der zwei Sechser platziert waren. Vor diesen wiederum war eine offensive Viererreihe postiert. Die beiden stärksten Obenstroher, Janis Theesfeld und Lars Zwick, kamen dabei über halbrechts und rechts. Sie erhielten jedoch so gut wie keine kontrollierbaren Zuspiele. Lediglich zwei Theesfeld-Halbchancen (10./31.) sowie eine etwas größere Kopfball-Gelegenheit durch Yannick Brinkmann (18.) standen im ersten Durchgang zu Buche.

Nach dem Seitenwechsel dominierte Wildeshausen zwar weiter das Geschehen, doch Obenstrohe hatte die erste Großchance: Nach einem Steckpass tauchte Theesfeld frei vor Sebastian Pundsack auf, der mit einer Fußabwehr den Treffer verhinderte (48.). Bis zur 85. Spielminute war es dann jedoch auch mit ernsthaften Abschlüssen der Heimelf. Wildeshausen drückte weiter und entmutigte den Gegner mit seinem Angriffspressing. Da es aus dem Spiel heraus nicht klappte, musste es ein Standard richten: Obenstrohe-Kapitän Lars Zwick hatte Ramke vor der Strafraumkante unnötig umgeschubst, Schneider legte sich das Leder zurecht. Er zirkelte es flach in die Torwartecke zum 1:0 (57.), Zuchgan reagierte nicht.

Das Spiel verflachte in der Folge zusehends, der VfL hatte aber weiter die Kontrolle und forderte erneut Elfmeter: Feldhus blockte einen Zuchgan-Abschlag, der Ball stieg steil empor. Wildeshausens Mittelstürmer postierte sich mit dem Rücken zum Tormann und wollte einen Fallrückzieher ansetzen, bekam dabei jedoch einen Stoß in den Rücken und segelte zu Boden. Schepers Pfeife blieb erneut stumm, das passte zu seiner Linie, auch robusteren Körpereinsatz zu erlauben, was in diesem fairen Spiel auch möglich war.

Da Wildeshausen seine Torchancen nun leichtfertig vergab beziehungsweise zu überhastet abschloss und damit den Sack nicht zumachte, blieb Obenstrohe am Leben und kam beinahe zum Ausgleich: Pascal Beyer war nach einem Diagonalpass schneller am Ball als Pundsack und spitzelte das Leder am VfL-Schlussmann vorbei. Alexander Kupka war aber zurückgeeilt und klärte vor der Linie zur Ecke (85.). In der Nachspielzeit war es dann der unermüdliche Ramke, der seine starke Leistung mit einem Linksschuss zum 2:0-Endstand krönte. „Es war unsere beste Saisonleistung“, lobte Bragula sein Team, „wenn wir so weiterspielen, verlieren wir kein Spiel mehr“.


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Sporttabellen & Ergebnisse
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Leserkommentare
Michalek am 20.10.2019 17:37
Schüler brauchen keine Erhebungen und sie sollten nicht als Versuchskaninchen herhalten müssen.

Grundschüler brauchen Unterricht, der ...
aguahorst am 20.10.2019 16:55
In der Nähe von Wilhelmshaven baut man neue Kavernen, um damit Geld zu verdienen. In Bremen will man sie verfüllen und stilllegen.....was passiert ...