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HSG Hude/Falkenburg
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Sorgen um die Zukunft des Handballs

Nico Nadig 16.05.2019 0 Kommentare

Dean Schmidt kümmert sich fortan wieder um den Jugendbereich. Der Trainer macht sich große Sorgen um die Entwicklung beim Nachwuchs. 
Dean Schmidt kümmert sich fortan wieder um den Jugendbereich. Der Trainer macht sich große Sorgen um die Entwicklung beim Nachwuchs.  (Ingo Möllers)

Hude. Für Dean Schmidt endete mit dem Spiel gegen den VfL Stade seine rund anderthalbjährige Amtszeit als Trainer der HSG Hude/Falkenburg – eigentlich wollte er die Damen ohnehin nur interimsweise für ein halbes Jahr betreuen. „So wichtig und positiv es war, die Saison noch zu bleiben, so froh bin ich, dass es dann jetzt ein Ende hat. Es ist befreiend“, sagt Schmidt und erklärt warum: „Ich trainiere die B-Jugend der HSG, mache das Fördertraining und studiere noch. Nichts davon konnte ich so zu 100 Prozent gerecht werden, auch was meine eigenen Ansprüche betrifft.“ Fortan fokussiert er sich auf die Universität und den Jugendbereich bei der HSG.

Er befürchtet, dass beim Nachwuchs auf Dauer eine Riesenbaustelle geben könnte. Nicht nur auf Hude bezogen, sondern auf den gesamten Handball. Eine durchaus berechtigte Sorge: In der jüngsten Vergangenheit haben auch Vereine mit höherklassigen Erwachsenenteams einige ihrer Teams im Nachwuchsbereich zurückgezogen, die Anmeldezahlen entwickeln sich bei vielen Vereinen rückläufig. „Wenn wir alle keine Lösung finden, müssen wir aufpassen, dass wir in zehn Jahren nicht in Nostalgie schwelgen, sobald wir über Handball reden“, warnt Schmidt.

Das Thema bewegt ihn, das ist unverkennbar. Eine Lösung hat er nicht parat. „Noch bin ich ratlos“, gesteht er. Klar ist bislang nur, dass es im Bereich der 15- und 16-Jährigen Probleme gibt. Da sich das Freizeitverhalten bei ihnen geändert habe, blieben sie oft nicht mehr beim Sport. Schmidt: „Wir müssen es schaffen, dass die Jugendlichen wieder Bock auf Teamsport und Vereinsleben haben. Ich glaube, dass man in einer Gruppe Fragen formulieren muss, die man den Jugendlichen direkt stellen kann. Nicht nur in Hude, sondern (über)-regional.“ Die Fragen sollten darauf abzielen, was die Jugendlichen für Erwartungen an den Verein haben, aber auch was sie dem Verein selber geben können.

Es ist unschwer zu erkennen, dass sich Schmidt intensiv mit der Situation im Jugendhandball auseinandersetzt. Eine Trainertätigkeit im Erwachsenenbereich schließt er in Zukunft trotzdem keinesfalls kategorisch aus. „Irgendwann wäre die 2. oder 3. Liga sicher noch mal reizvoll, aber das muss auch in die Lebensplanung passen. Momentan ist das eben nicht so“, erklärt Schmidt.

Außerdem sprächen einige Punkte für die Jugend: Die Arbeit mache ihm vom Prinzip mehr Spaß, da er als Trainer ein direktes Feedback erhalte und zudem die Entwicklung häufig wichtiger als das Ergebnis sei. „Und Kinder kommen meist aus eigenem Antrieb in die Halle. Aktuell habe ich einfach mehr Interesse am Entwickeln und, so muss man es leider fast auch sagen, den Handball zu retten“, erzählt Schmidt. 


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Leserkommentare
darkstarbremen am 21.10.2019 19:36
Endlich ein richtiger Ansatz in der Ausbildung. Das ist sehr zu fördern. Und was wird mit den anderen Studiengängen in der Pflege in Bremen?
darkstarbremen am 21.10.2019 19:31
Inwiefern wurden denn die Gehälter der Pflege in Kliniken gedrückt? Der TVÖD Pflege in den Kliniken wurde nicht gesenkt. Das ist auch richtig so. Nur ...