Wetter: wolkig, 7 bis 15 °C
Fußball-Oberliga
Der Artikel wurde zur Merkliste hinzugefügt.
Die Merkliste finden Sie oben links auf der Seite.

SV Atlas Delmenhorst hebt sich das Feuerwerk auf

Nico Nadig 19.04.2019 0 Kommentare

Verzweiflung nach durchwachsenen Abschlüssen: Aladji Barrie (am Boden) hätte Atlas in Führung bringen können.
Verzweiflung nach durchwachsenen Abschlüssen: Aladji Barrie (am Boden) hätte Atlas in Führung bringen können. (Ingo Möllers)

Tja, was soll man zu diesem Spiel sagen? Sonderlich verwöhnt haben die Oberliga-Fußballer des SV Atlas die etwa 750 Zuschauer im Delmenhorster Stadion am Donnerstagabend jedenfalls nicht. Das Nachholspiel gegen den akut abstiegsbedrohten VfL Oythe endete mit einer mauen Nullnummer. Somit haben es die Delmenhorster verpasst, einen großen Schritt in Richtung Klassenerhalt zu machen. Und der erhoffte Selbstbewusstseinsschub durch einen Sieg vor dem Highlightspiel im NFV-Pokal diesen Montag blieb ihnen damit ebenfalls verwehrt. „Im Großen und Ganzen ist das Ergebnis schon enttäuschend. Ich habe uns besser gesehen. Wir müssen das vorne einfach besser ausspielen, aber das Problem haben wir schon die ganze Rückrunde, und unser Coach spricht es auch immer wieder an“, sagte Atlas-Verteidiger Leon Lingerski enttäuscht.

Kaum besser war die Stimmung bei seinem Trainer Olaf Blancke, als er das Spiel analysierte. Er habe sich mehr erwartet und war dementsprechend unzufrieden. „Am Ende muss man fast Angst haben, dass noch einer durchrutscht und wir verlieren. Wir hatten gute Chancen, wenn wir davon eine machen, ist alles gut“, meinte Blancke und ergänzte: „Mit einem Sieg hätten wir die Lage richtig beruhigen können.“ So bleiben die Blau-Gelben mit sechs Punkten Vorsprung auf Rang acht kleben. Außerdem warten sie weiterhin auf den ersten Heimsieg des Jahres 2019.

Gegen den VfL Oythe wurde mal wieder ein Problem sichtbar, das die Blau-Gelben nun schon durch das ganze Jahr begleitet. Im Spiel nach vorne fehlt ihnen bisweilen Kreativität, Struktur und Tempo – zu selten tauchen sie deshalb in und um die gefährliche Zone auf. Und am Donnerstagabend kam noch ein weiteres Problem hinzu: der Torabschluss. Allein in Durchgang eins knallten die Blau-Gelben den Ball zweimal gegen die Latte. In Minute 22 setzte sich Stürmer Marco Prießner gut durch und schloss unter Bedrängnis ab. Nur das Aluminium verhinderte die Führung. Ein Oythe-Spieler zupfte in dieser Szene am Trikot Prießners, der durchaus auch einen Elfmeter hätte rausholen können. Kurz vor der Halbzeit war es Aladji Barrie, der zwei gegnerische Verteidiger sehenswert aussteigen ließ, dann völlig frei stehend jedoch die Latte traf.

Wenig Torraumszenen

Nicht nur wegen dieser zwei Hochkaräter gehörte die erste Halbzeit den Gastgebern. Sie waren die bessere Mannschaft, wenngleich sie keine Glanzleistung ablieferten. Allerdings agierten sie in dieser Phase meist recht strukturiert. Bei eigenem Ballbesitz etwa rückten die Außenverteidiger Thomas Mutlu und Keisuke Morikami weit nach vorne, Tom Schmidt fiel oft zwischen die Innenverteidiger Karlis Plendiskis und Leon Lingerski. Im Mittelfeld agierte meist Thade Hein als Bindeglied zwischen den Flügelspielern Patrick Degen sowie Marvin Osei und dem Sturmduo Barrie/Prießner. Jedoch fehlte bereits in Durchgang eins hier und da die Bewegung, sodass sich selten gute Anspielstationen auftaten. Außerdem fehlte den Blau-Gelben die Präzision. Ihnen unterliefen schon in Durchgang eins einige Fehlpässe, nach der Halbzeit erhöhte sich diese Quote. Szenen im Strafraum waren so mehr Zufallsprodukte. Aber immerhin gab es sie in Durchgang eins hin und wieder noch. Bei gegnerischem Ballbesitz verteidigte Atlas unterdessen mit zwei Vierer-Ketten, die beiden Stürmer liefen Oythe dann teils kurz vor der Mittellinie an. Tja, und dann fiel den Gästen auch nicht mehr viel ein. Oythe war erschreckend schwach, agierte planlos nach vorne und verlor eine Vielzahl an Zweikämpfen. Doch Atlas bestrafte all dies nicht, weil es eben auch nicht sonderlich viel besser agierte. Zur ganzen Wahrheit gehört an diesem Punkt aber sicherlich auch, dass bei den Blau-Gelben einige wichtige Spieler fehlten: Musa Karli saß beispielsweise eine Gelbsperre ab, Kapitän Nick Köster nahm nach überstandener Erkrankung nur auf der Bank Platz, Stamminnenverteidiger Marlo Siech sah verletzt von der Tribüne aus zu.

Nach der Halbzeit baute Atlas dann ab. Tatsächlich hatte Oythe zwischen der 46. und 75. Minute die besseren Ansätze. Jedoch blieb es bei den Gästen aus Vechta meist bei Ansätzen, weil sie im Spiel nach vorne schlichtweg jegliche Präzision vermissen ließen. Drei Minuten nach der Pause verpasste Chris Brüggemann eine Kopfballverlängerung seines Mitspielers Sebastian Graf von Merveldt, ansonsten wäre er frei vor Torhüter Florian Urbainski zum Abschluss gekommen. Überhaupt war es oft der finale Pass, der den Gästen komplett missglückte. Und was machte Atlas? Fast gar nichts. Die vier Angreifer standen meist auf einer Linie, im Mittelfeld stand Hein teilweise komplett allein auf weiter Flur, weil auch die beiden Außenverteidiger Mutlu und Morikami an Gegenspieler gebunden waren. So blieb den Innenverteidigern beziehungsweise Schmidt oft nichts anderes über, als einen langen Ball zu schlagen. „In der zweiten Halbzeit haben die Kräfte etwas nachgelassen, es ist ja so etwas wie eine Englische Woche. Vielleicht waren wir dann auch nicht mehr ganz so strukturiert und etwas ungeordnet. Aber hinten standen wir gut“, sagte Lingerski. Die Ordnung, die mangelnde Bewegung und die hohe Fehlpassquote – all das sprach Blancke in der Pause auch an. Und trotzdem hätte seine Elf den Platz doch noch als Sieger verlassen können. Nachdem Lingerski in höchster Not einen Querpass im Atlas-Strafraum noch abgegrätscht hatte, kam der Ball nur kurze Zeit später im Sechzehner des VfL zu Prießner. Der Stürmer schoss, doch Torhüter Wilhelm Heise parierte den Ball glänzend und hielt seiner Mannschaft damit den Punkt fest (87.).

Weitere Informationen

SV Atlas Delmenhorst - VfL Oythe  0:0

Atlas: Urbainski – Morikami, Lingerski, Plendiskis, Mutlu, Schmidt, Hein, Osei (63. Rauh), Degen, Barrie (80. Mjeshtri), Prießner

Oythe: Heise – Odabasi, Meyer, Hesselmann, Lübberding (69. Jacobs), Stukenborg, Beer, Ellmann (83. Smakolli), von Merveldt, Strey, Brüggemann (57. Kürble)

Tore: Fehlanzeige  DIG


Sporttabellen & Ergebnisse
Sporttabellen & Ergebnisse

Welcher Verein wann in Bremen oder der Region spielt und wie die Begegnung ausgegangen ist, erfahren Sie in unserem Tabellenbereich. Auch die Ergebnisse der Spiele der höheren Ligen finden Sie dort.

WESER-KURIER Kundenservice
Leserkommentare
erschreckerbaer am 22.10.2019 21:34
Ist doch in Ordnung.
Bis jetzt habe ich 48 Jahre in die Rentenkasse eingezahlt.
Habe dafür Steuern bezahlt.
Würde ich mit 67 in ...
flutlicht am 22.10.2019 20:43
Lieber @Wk, wann hat Höffner denn nun die Fläche erworben? Mal schreiben Sie von 14 Jahren im Text und in der Einleitung von 11 Jahren. Was stimmt?