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Tur Abdin demütigt den SV Baris

Nico nadig 22.04.2019 0 Kommentare

Abklatschen mit dem dreifachen Torschützen: Simon Matta (links) war an fast jedem Tor des SV Tur Abdin beteiligt, der insgesamt eine geschlossene starke Leistung im Stadtderby gegen den SV Baris ablieferte. 
Abklatschen mit dem dreifachen Torschützen: Simon Matta (links) war an fast jedem Tor des SV Tur Abdin beteiligt, der insgesamt eine geschlossene starke Leistung im Stadtderby gegen den SV Baris ablieferte.  (Ingo möllers)

Delmenhorst. Die Fußballer des SV Tur Abdin grölten, sangen und hüpften ausgelassen im Kreis. Nur wenige Meter weiter herrschte dagegen eine beklemmende Stille: Die Akteure des SV Baris saßen mit hängenden Schultern auf dem Rasen, starrten ins Leere. Lediglich Bezirksliga-Trainer Önder Caki stand, schwieg aber noch. Offensichtlich musste auch er das gerade Geschehene erst mal sacken lassen. Denn natürlich kann man ein Stadtderby mal verlieren, aber mit 1:8 (1:5)? „Ein 1:2 oder 3:4 könnte ich alles akzeptieren. Aber das heute ist schon bitter. Man muss aber sagen, dass das Ergebnis auch in der Höhe verdient ist. Abdin hat uns an die Wand gespielt“, gestand ein enttäuschter Önder Caki. 

Sein Gegenüber Edgar Kary hatte verständlicherweise wesentlich bessere Laune. „Die Spieler sind untereinander befreundet und nach der 1:2-Niederlage im Hinspiel waren meine Jungs unglaublich motiviert. Der Rest war dann ganz viel Tagesform“, meinte der Abdin-Coach. Gerade in der Anfangsphase brannten die Aramäer ein Offensivfeuerwerk ab und überrannten die Gäste förmlich. „Wir hatten die ersten 15 Minuten so gar nicht geplant. Uns war klar, dass Baris offensiv sehr gefährlich ist, deshalb wollten wir hinten erst mal sicher stehen. Einen solchen Start hätten wir uns nicht erträumen können“, sagte der Abdin-Coach. 

Von Beginn an dominierte seine Elf das Geschehen auf dem Rasen. Die Abdiner wirkten handlungsschneller, traten aggressiver auf und schmissen sich in die Zweikämpfe. So hätten sie bereits nach drei Minuten in Führung gehen können, doch der bemitleidenswerte Baris-Keeper Orhan-Can Karakaya entschärfte einen Volleyschuss von Manuel Celik aus 16 Meter glänzend. Wenig später war Karakaya dann jedoch machtlos: Nach einer Ecke landete der Ball über Umwege bei Dennis Thüroff, der das Leder per Dropkick unten links ins Netz schoss. In Minute 13 erhöhte Celik auf 2:0. Nach einem Foul an Simon Matta verwandelte er den fälligen Strafstoß. Und keine drei Zeigerumdrehungen später kam es noch dicker für Baris: Im Mittelfeld eroberte Abdin den Ball und statt wie früher oft ins Dribbling zu gehen, leiteten die Gastgeber das Leder schnell weiter in die Spitze. Karakaya versuchte noch zu klären, jedoch war Johannes Artan eher am Spielgerät und lupfte es über den Keeper. Simon Matta drückte das Leder dann über die Linie. „Es ist jetzt nicht unser expliziter Plan, so schnell zu spielen. Aber wir trainieren das im Training, da dürfen die Spieler nur zwei Kontakte haben. Wenn man den Ball länger hält, wird man in mehr Zweikämpfe verstrickt“, erklärte Kary. 

Vor der Pause entschieden

Baris trat bis dato nicht in Erscheinung. „Die Einstellung hat gefehlt. Abdin war von der ersten Minute an aggressiv und hat uns keinen Zentimeter geschenkt“, analysierte Caki. Trotzdem kam seine Elf nach 20 Minuten etwas überraschend zum Anschlusstreffer: Eine sehenswerte Flanke von Mert Caki verwertete der kurz zuvor eingewechselte Devin Isik zum 1:3. Tatsächlich beruhigte sich die Partie im Anschluss erst mal. Denn Abdin fokussierte sich nach dem Gegentor darauf, hinten kompakt zu stehen, um nicht noch einen zweiten Treffer schlucken zu müssen. Dabei war die Kary-Elf weiterhin präsenter, und sobald sich eine Lücke auftat, suchte sie den Weg nach vorne. Wie etwa in der 38. Minute: Artan flankte von links, Simon Matta nickte völlig freistehend vom Elfmeterpunkt ein – 4:1. „Wir waren immer zu weit weg, mussten erst gucken, wo unser Gegenspieler ist. So hatte Abdin immer drei, vier Sekunden Zeit“, sagte Caki und fügte an: „Auf der anderen Seite war unser Gegner sehr bissig und hat uns keine Zeit gelassen. So muss es sein.“ Mit dem Halbzeitpfiff schnürte Matta seinen Dreierpack, als er erneut eine Vorlage von Artan über die Linie drückte. 

Nach der Pause passierte lange Zeit wenig bis nichts. Abdin hatte mindestens einen Gang zurückgeschaltet, kontrollierte die Begegnung aber weiterhin. Sobald die Gastgeber das Tempo erhöhten, brannte es im und um den Strafraum der Gäste. Und so kam es, wie es kommen musste: In Minute 66 war es Simon Matta, der nach einem schönen Solo Artan bediente, dieser machte das halbe Dutzend voll. Sehenswert war der Treffer zum 7:1: Can-Dennis Blümel schlenzte einen Freistoß aus 17 Meter über die Mauer hinweg ins rechte Eck (88.). Den 8:1-Schlusspunkt setzte Ali Hazimeh vom Elfmeterpunkt aus (90.). Kary: „Wir wollten die zwei Halbzeiten getrennt betrachten und beide gewinnen. Das war uns nochmals wichtig.“ 


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Leserkommentare
erschreckerbaer am 22.10.2019 21:34
Ist doch in Ordnung.
Bis jetzt habe ich 48 Jahre in die Rentenkasse eingezahlt.
Habe dafür Steuern bezahlt.
Würde ich mit 67 in ...
flutlicht am 22.10.2019 20:43
Lieber @Wk, wann hat Höffner denn nun die Fläche erworben? Mal schreiben Sie von 14 Jahren im Text und in der Einleitung von 11 Jahren. Was stimmt?