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Handball-Oberliga
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Überragend für einen Aufsteiger

Nico Nadig 05.05.2019 0 Kommentare

Mit neun Treffern war Tim Coors (links) der zweitbeste Werfer der HSG Delmenhorst gegen den TV Cloppenburg. 
Mit neun Treffern war Tim Coors (links) der zweitbeste Werfer der HSG Delmenhorst gegen den TV Cloppenburg.  (Ingo Möllers)

Delmenhorst. Ein Gros der etwa 300 Zuschauer erhob sich nach dem Abpfiff von seinen Sitzen und applaudierte den Spielern auf der Platte lautstark: eine Anerkennung, die sich die Akteure der HSG Delmenhorst verdient hatten. Aber nicht unbedingt für ihre Leistung beim 31:29 (16:16)-Heimsieg im finalen Spiel der Handball-Oberliga gegen den TV Cloppenburg. Vielmehr bedachten die Besucher der Stadionhalle mit ihrem Applaus die gesamte Saisonleistung der HSG. Völlig zu Recht. Denn mit dem fünften Platz im Endklassement hat der Aufsteiger alle Erwartungen weit übertroffen. „Das hätte ich nie für möglich gehalten. Ich habe ja immer gesagt, dass diese Oberliga die stärkste seit Langem ist“, freute sich HSG-Coach Jörg Rademacher.

Bedenkt man dabei, dass die Delmenhorster nach den ersten Spieltagen mit einer 4:10-Bilanz dastanden, erscheint die Leistung tatsächlich noch ein Stück weit beeindruckender. Rademacher: „Was die Mannschaft geschafft hat, ist wirklich aller Ehren wert. Ich bin sehr stolz.“ Letztendlich gewannen die Delmenhorster 15 ihrer 26 Partien und tüteten den Klassenerhalt schon im März ein. „Ich denke aber, dass wir noch etwas weiter oben hätten stehen können, wenn der Anfang besser gewesen wäre. Ich rede nicht vom Aufstieg, aber von Platz zwei bis vier“, meinte HSG-Rückraumschütze Tim Coors, schickte aber hinterher: „Als Aufsteiger ist Rang fünf natürlich überragend.“ Nun sei er jedoch erst mal froh, dass die Saison ein Ende hat.

Ganz ähnlich erging es auch seinem Coach. Er sprach von einer sehr anstrengenden Spielzeit. Die Spieler hätten sich den Urlaub nun jedenfalls redlich verdient. „Ich merke auch, wie bei mir jetzt langsam der Ballast abfällt. Wir hatten nie das komplette Team zur Verfügung. So war es schwierig, alle auf den Punkt vorzubereiten. Aber wie meine Spieler das umgesetzt haben, war stark“, lobte Rademacher. Zu tief in die Analyse wollte er allerdings nicht einsteigen. Zumindest vorerst nicht. Dies plant er für einen späteren Zeitpunkt, dann soll auch der Kader mit einigen Neuzugängen bekannt gegeben werden.

Fest steht derweil schon, wer sich im neuen Jahr nicht mehr das Trikot der HSG überstreifen wird: Niclas Schanthöfer legt eine Handballpause ein, Michael Schröder verlässt die HSG nach einem Jahr, Philipp Freese hört aus beruflichen Gründen bei den Delmenhorstern auf und Torhüter Mirco Lettmann beendet seine Laufbahn. Alle Spieler verabschiedete HSG-Präsident Jürgen Janßen nach der Partie. Er sprach dabei von bitteren Verlusten, die Zuschauer würdigten die Verdienste mit Applaus. Als Janßen Lettmann verabschiedete, erhob sich sogar das komplette Publikum – der Torhüter wirkte sichtlich gerührt. „Seit 2004 ist Mirco jetzt bei den 1. Herren, seit 29 Jahren spielt er Handball. Er ist ein absoluter Teamplayer“, sagte Janßen über den langjährigen HSG-Schlussmann.

Ein Spiel ohne Abwehrreihen

Unterdessen verlief die finale Partie der Saison komisch. Warum komisch? Sowohl den Gästen aus Cloppenburg als auch den Hausherren war anzumerken, dass sie sich mit einem Sieg in die Sommerpause verabschieden wollten. Allerdings verzichteten beide Teams über weite Strecken auf die Deckungsarbeit, außerdem wiesen sie hohe Fehlerquoten auf. „Die Luft war offensichtlich bei beiden Mannschaften raus. Niemand wollte sich mehr wehtun. Wir haben 29 Gegentore kassiert“, sagte Rademacher. Nachdem sein Team aufgrund von einfachen Ballverlusten schnell mit 1:3 in Rückstand geraten war, glich es nach sieben Minuten aus. Mit zwei Tempogegenstößen brachte Coors die HSG mit 7:5 in Front, doch den Vorsprung hielten die Delmenhorster nicht. Sie vertändelten schlichtweg zu oft den Ball. Symptomatisch für die komplette Partie war eine Szene kurz vor der Pause: Die HSG verlor im Angriff den Ball. Die Cloppenburger setzten zum Tempogegenstoß an, der Pass landete aber in den Händen eines Delmenhorsters. HSG-Spielmacher Frederic Oetken verlor jedoch postwendend wieder den Ball. So ging es mit einem 15:15 in die Pause.

In Durchgang zwei änderte sich kaum etwas am Geschehen. Auf der Platte ging es hin und her. Mal führte die HSG, mal der TVC. Wirklich absetzen konnte sich jedoch keine Mannschaft, was schlichtweg an den schwachen Abwehrreihen lag. Doch in den finalen zehn Minuten machten die Delmenhorster etwas weniger Fehler als die Gäste und setzten sich so auf drei Treffer ab. Zwar schmolz der Vorsprung nochmals zusammen, doch die HSG rettete ihn über die Zeit. „Es ist natürlich gut, sich mit einem Sieg zu verabschieden. Ich glaube, dass wir am Ende ein, zwei Fehler weniger gemacht haben“, meinte Rademacher. Letztendlich sei der Sieg nicht ganz unverdient gewesen.


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Leserkommentare
Michalek am 20.10.2019 17:37
Schüler brauchen keine Erhebungen und sie sollten nicht als Versuchskaninchen herhalten müssen.

Grundschüler brauchen Unterricht, der ...
aguahorst am 20.10.2019 16:55
In der Nähe von Wilhelmshaven baut man neue Kavernen, um damit Geld zu verdienen. In Bremen will man sie verfüllen und stilllegen.....was passiert ...