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VfL Wildeshausen: Mit Standards Richtung Aufstieg

Michael Kerzel 01.05.2019 0 Kommentare

Lennart Feldhus traf per Freistoß für den VfL Wildeshausen. Zwei weitere Tore nach Ecken und Freistößen bescherten den Krandelkickern drei Punkte.
Lennart Feldhus traf per Freistoß für den VfL Wildeshausen. Zwei weitere Tore nach Ecken und Freistößen bescherten den Krandelkickern drei Punkte. (INGO MÖLLERS)

Sieben Tore, neun Gelbe Karten, Rudelbildungen, ein verschossener Elfmeter, ein Lattentreffer und viele schöne Kombinationen: Der VfL Wildeshausen und der SV Tur Abdin Delmenhorst haben den Zuschauern im Krandelstadion ein Spektakel geboten. Letztlich entschied der Bezirksliga-Tabellenführer die Begegnung gegen die Gäste aus der Delmestadt etwas glücklich mit 4:3 (2:2) für sich. Die Begegnung auf hohem fußballerischen Niveau hatte eigentlich keinen Verlierer verdient. Während Abdin weiter im Mittelfeld rangiert, thront die Elf von Trainer Marcel Bragula mit acht Punkten Vorsprung an der Tabellenspitze. Einziger Verfolger ist der TuS Obenstrohe, der parallel mit 1:0 gegen den FC Hude siegte. Am kommenden Sonntag treffen die beiden Top-Teams der Liga in Obenstrohe aufeinander.

Eine Abtastphase gab es in diesem Nachbarschaftsduell nicht: Die Delmenhorster setzten die Hausherren mit Angriffspressing unter Druck. Zudem spielten die Mannen von Trainer Edgar Kary ihre offensiven Geschwindigkeitsvorteile aus, so auch beim frühen 0:1. Abdin fing einen Wildeshausen-Freistoß im eigenen Strafraum ab. Wie so oft schaltete Can Blümel in der Zentrale schnell und leitete den Gegenangriff ein. Der Ball gelangte zu Simon Matta auf dem linken Flügel. Seine Flanke brachte Ali Hazimeh zwar nicht im Tor unter, doch Lukas Matta staubte ab (5.). Abdin baute in der Folge ruhig auf, dazu ließ sich der alleinige Sechser Artjom Prieb zwischen die Innenverteidiger fallen.

Wildeshausen versuchte mit zwei Stürmern im flachen 4-4-2 die Wege auf Blümel und Manuel Celik im Zentrum zu schließen. Doch das gelang nicht, Wideshausen hatte wenig Spielanteile und keine Chancen – bis zur 14. Minute. Lennart Feldhus zirkelte einen Freistoß flach um die Mauer herum zum 1:1. Torwart Jens Dekarksi rutschte das Leder über die Hände. Es war der bis dahin erste Torabschluss der Heimelf. „Das Tor kam aus dem Nichts“, gab Bragula zu. Die Abdiner ärgerte, dass dem Freistoß kein Foul vorangegangen war. Der sehr unsichere Schiedsrichter Tom Adler hatte in dieser und auch vielen weiteren Szenen große Probleme mit der Zweikampfbewertung.

Bragula stellte nun auf 4-1-4-1 um, das brachte Kontrolle. Abdin agierte gegen den Ball ebenfalls in dieser Formation, mit dem Spielgerät änderte sich die Grundformation auf ein 3-4-3. Auf der linken Außenbahn setzte Ali Hazimeh immer wieder Nadelstiche. Er hatte klare Tempovorteile gegen Christoph Stolle und zog mehrfach an diesem vorbei und kreierte so Gefahr vor dem VfL-Kasten. Die Krandelkicker waren ihrerseits vor allem über Standards gefährlich. Eine Ecke war es, die zum 2:1 führte. Innenverteidiger Marius Krumland köpfte die Hereingabe von Stolle ein (24.). Kurz darauf erhitzen sich die Gemüter. Abdins Daniel Karli setzte vor dem Strafraum zu einer harten Grätsche an, traf dabei Ball und Christoph Stolle gleichermaßen, sah Gelb. Tom Adler hatte alle Mühe, die Rudelbildung zu kontrollieren. Den anschließenden Freistoß schob Feldhus in die Arme Dekarskis (27.).

Auf der Gegenseite entschied Adler zur Verwunderung aller Beteiligter auf Freistoß neben dem Strafraum: Blümel flanke, Hazimeh köpfte, VfL Torwart Sebastian Pundsack kam erst hinter der Linie an den Ball – 2:2 (31.). Zehn Minuten später hatte Thorben Schütte vom Punkt die Chance, die Hausherren wieder in Führung zu bringen. Zuvor hatte Karli Maximilian Seidel gefällt und viel Glück, dafür nicht die zweite Gelbe Karte zu bekommen. Schütte ließ Dekarski dann keine Chance, rechtzeitig wegzuspringen: Er schoss dem Abdin-Keeper den Ball an die Beine und so blieb es beim gerechten Unentschieden zur Pause.

Auch im zweiten Durchgang erspielten sich beide Teams hochkarätige Chancen: Schütte grätschte Simon Matta im letzten Moment ab (52.), Feldhus scheiterte mit einem erneut zweifelhaften Freistoß aus 17 Metern an Dekarski, Hazimeh mit einem Flachschuss nach tollem Blümel-Pass an einer starken Fußabwehr Pundsacks (65.). Celik spitzelte das Leder aus spitzen Winkel knapp am langen Eck vorbei (69.). Direkt im Anschluss spielte Schütte einen langen Pass tief aus der eigenen Hälfte Richtung Michael Eberle. Da sich Abdin-Verteidiger Michael Sen verschätzte, war Eberle frei durch und behielt im Eins-gegen-eins die Nerven – 3:2 (69.). Quasi direkt nach dem Anstoß egalisierte Johannes Artan: Er setzte sich fair gegen Stolle durch und drosch den Ball aus kurzer Distanz zum 3:3 in die Maschen (71.).

Ein Treffer sollte noch fallen: Stolle flankte einen Freistoß von der Mittellinie an den rechten Fünfermeterraum. Krumland setzte sich mit viel Körpereinsatz – die Abdiner monierten wohl nicht zu Unrecht Foul – durch und köpfte zum 4:3 ein (75.). Nur zwei Minuten zuvor hatten die Delmenhorster einen herausragenden Konter gefahren. Nach einem VfL-Freistoß eroberte Hazimeh den Ball, legte tief in der eigenen Hälfte auf Celik ab. Dieser schickte Simon Matta auf den rechten Flügel und zog einen Sprint über das halbe Feld an. Er bekam das Leder von Matta passend in den Lauf und scheiterte an der Latte (73.). In der Nachspielzeit köpfte Artan aufs Tornetz, das war es dann. „Wir haben bei eigenen Standards schon vier Mann zur Restabsicherung hinten behalten, aber Abdin hat in diesem Szenen so schnell gespielt, dass sie trotzdem zu Chancen gekommen sind“, lobte Bragula.

Wie auch sein Gegenüber Edgar Kary hatte er ein „hochklassiges Spiel“ gesehen. Der Abdin-Trainer ärgerte sich über Schiedsrichter Adler. „Es ist schade. Er hatte keine Linie. Es war so schon ein super Spiel, mit einem guten Schiri hätte es noch mehr Qualität gehabt“, meinte Kary. Die Niederlage wollte er nicht an Adler festmachen. „Mit einem guten Schiedsrichter geht es vielleicht genauso aus. Wir haben das Spiel verloren, nicht der Schiedsrichter“, stellte Kary klar.


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Sporttabellen & Ergebnisse
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Leserkommentare
Michalek am 20.10.2019 17:37
Schüler brauchen keine Erhebungen und sie sollten nicht als Versuchskaninchen herhalten müssen.

Grundschüler brauchen Unterricht, der ...
aguahorst am 20.10.2019 16:55
In der Nähe von Wilhelmshaven baut man neue Kavernen, um damit Geld zu verdienen. In Bremen will man sie verfüllen und stilllegen.....was passiert ...