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Fußball-Bezirksliga
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Vorteil Heimspiel?

Michael Kerzel 20.09.2019 0 Kommentare

Robuste Zweikampfführung gehört bei den Partien zwischen Abdin und Baris dazu. Hier kämpfen Johannes Artan (blau) und Alexander Pelman um den Ball.
Robuste Zweikampfführung gehört bei den Partien zwischen Abdin und Baris dazu. Hier kämpfen Johannes Artan (blau) und Alexander Pelman um den Ball. (INGO MÖLLERS)

Delmenhorst. Wenn der SV Baris und der SV Tur Abdin Delmenhorst aufeinandertreffen, ist in der Regel eine Spektakel zu erwarten. Beide Teams stehen für technisch anspruchsvollen Offensivfußball, das konsequente Verteidigen vernachlässigen sie jedoch regelmäßig. Darüber hinaus kennen sich die Spieler beider Vereine sehr gut, sind befreundet oder im Fall von Mikael (Baris) und Can Blümel (Abdin) sogar Brüder. Dazu kommt der Derbycharakter. Nebenbei geht es auch noch darum, wer die Nummer zwei im Delmenhorster Fußball hinter dem SV Atlas ist. Mit dem TuS Heidkrug mischt in dieser Spielzeit ein dritter Verein von der Delme um diese Position mit. Derzeit hat Baris die Nase mit elf Punkten vor Abdin und dem TuS Heidkrug (beide neun) vorn. Abdin hat allerdings eine Partie weniger absolviert und kann mit einem Sieg beim SV Baris vorbeiziehen. Kurzum: Es ist ein besonderes Spiel, das am Sonntag, 14 Uhr, an der Lerchenstraße angepfiffen wird.

Für den SV Baris noch etwas mehr, da Abdin beim jüngsten Duell mit 8:1 die Oberhand behielt. „Es ist ein besonderes Spiel. Es ist auch eine Charakterfrage. Wir wollen uns mit den Fans versöhnen nach der Klatsche im letzten Derby“, meint Trainer Önder Caki. Er sieht beide Teams grundsätzlich auf Augenhöhe, der Heimvorteil könnte den entscheidenden Unterschied machen. Baris absolviert seine dritte Bezirksligasaison, in den vier direkten Duellen setzte sich viermal die Heimmannschaft durch. „Ich sehe deswegen einen kleinen Vorteil bei uns“, sagt Caki. Sein Gegenüber Andree Höttges erkennt keinen Heimvorteil. „Wir spielen auf Hobbyebene in der Bezirksliga. Da ist es egal, ob man zu Hause oder auswärts spielt. Klar sind wir im Stadion oder Baris an der Lerchenstraße in der gewohnten Umgebung, aber deswegen wird ein Spiel nicht anders angegangen“, meint er.

Einig sind sich die Trainer, dass es auf die richtige Einstellung ankommen wird. „Es geht darum, wie konzentriert man ist. Wir sind in dieser Saison oft nicht gut in die Spiele reingekommen und lagen zurück. Das hat auch mit dem Aufwärmen vorher zu tun. Aber ab der zehnten Minuten haben wir es meistens sehr gut gemacht. Der Charakter der Spieler hat sich verbessert: Letzte Saison gingen die Köpfe nach einem Rückstand runter und wir hatten schon fast verloren. Das ist dieses Jahr anders“, berichtet Caki. Auch Höttges sieht einen entscheidenden Faktor in der Vorbereitung: „Gehen die Spieler ausgeruht in die Partie, stimmen Lockerheit und die Gedankengänge? Natürlich können immer mal Einzelaktionen Spiele entscheiden, meistens kommt es jedoch auf die Gesamtordnung an.“

Bei Baris ist das Grundkonzept in dieser Saison wieder auf die Offensive ausgerichtet. 38 Tore fielen in den sieben Partien mit Baris-Beteiligung. Nur der Spitzenreiter FC Rastede hat mit 21 Treffern einmal mehr getroffen als Baris, doch lediglich der Heidmühler FC und der SV Ofenerdiek (jeweils 22) kassierten mehr Tore als die Caki-Elf (18). Tur Abdin fuhr bislang ziemlich ungewöhnliche Ergebnisse ein. Bislang erzielten Simon Matta und Co. in sechs Spielen nur neun Tore, fünf davon gehen auf Mattas Konto, zwei auf das von Justin Lentz, der vor 2018 von Baris zu Abdin wechselte. Jedes andere Team traf zweistellig. Doch nur der GVO Oldenburg (vier Gegentore) musste das Leder seltener aus dem eigenen Netz holen als Abdin (achtmal). Die vergangene Saison beendeten die Aramäer mit fast identischem Personal mit einem Torverhältnis von 88:63. 151 Torbeteiligungen überboten nur der GVO (153) und der SV Baris, der es auf 72:89 Tore brachte.

„Wir haben unser Augenmerk sicherlich etwas mehr auf die Rückwärtsbewegung gelegt in dieser Saison. Wir haben aber auch viele Chancen liegen gelassen, gerade gegen Abbehausen oder Ofenerdiek. Wir haben auch drei Punkte zu wenig auf dem Konto, das muss man klar sagen“, berichtet Höttges. Nach vorne habe er das Spielsystem nicht großartig verändert. „In beide Richtungen ist noch viel Luft nach oben“, meint er. Caki erwartet die Gäste auch nicht unbedingt defensiv. „Sie geben vielleicht schon etwas mehr acht auf die Defensive, aber Abdin darf man nie abschreiben. Sie haben viel Qualität und gute Leute, um nach vorne zu spielen“, weiß Caki.

Aktuell rangiert Baris mit elf Zählern auf Platz vier, Abdin ist mit deren neun Achter – hat aber ein Spiel weniger absolviert als Baris. Ohnehin ist die Bezirksliga enorm ausgeglichen. Zwischen Baris und dem FC Hude auf dem vorletzten Platz liegen nur fünf Punkte. Es kann für nahezu alle Teams der Liga also schnell nach oben oder nach unten gehen.


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Sporttabellen & Ergebnisse
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Leserkommentare
suziwolf am 18.10.2019 17:40
@Posaune ...

Es kann aber [doch] sein,
dass aus „Luftschlössern“
... „Lustschlösser“ werden.

Im Sinne von ...
suziwolf am 18.10.2019 17:36
@s+j ...

Martinistrasse 🚲🚲🚲🚲🚲🚲🚲🚲🚲

Osterdeich 🚶🏻‍♂️🏃🏼‍♂️🚶🏻‍♀️🕺🚶🏻‍♂️🕺🏃🏼‍♂️🚶🏻‍♀️🕺

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