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Fußball 1. Kreisklasse
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Wildeshausen II dominiert

Ralf Kilian 14.06.2019 0 Kommentare

Die Wildeshauser Reserve holte souverän die Meisterschaft und verlor insgesamt nur ein Spiel.
Die Wildeshauser Reserve holte souverän die Meisterschaft und verlor insgesamt nur ein Spiel. (INGO MöLLERS)

Eine über weite Strecken unspektakuläre Fußballsaison der 1. Kreisklasse hat im Endspurt noch einmal richtig Fahrt aufgenommen. Die Aufsteiger VfL Wildeshausen II und KSV Hicretspor Delmenhorst hatten sich schon in der Winterpause deutlich als solche herauskristallisiert, unten hatten sich Borussia Delmenhorst und auch der FC Hude III scheinbar vorzeitig verabschiedet. Doch ein Beschluss des Jade-Weser-Hunte-Kreises, den Aufsteiger SVG Berne künftig in die dortige Kreisliga einzugliedern, machte einen weiteren Platz im hiesigen Kreis-Oberhaus frei, den sich der VfL Stenum II im Endspurt krallte. Und im Keller gewann Hude III vier der letzten fünf Spiele und anschließend noch das Entscheidungsspiel gegen den TuS Vielstedt, was letztlich zum Klassenerhalt reichte.

Qualitätsverlust in der Kreisklasse

Man muss jedoch auch sagen, dass die 1. Kreisklasse in den vergangenen Jahren ziemlich ausgeblutet ist. Im Vorjahr musste diese Liga keinen Absteiger aus der Kreisliga aufnehmen, weil Ippener lieber gleich in die 2. Kreisklasse durchrauschte und Berne in die Wesermarsch eingruppiert wurde. Dagegen stellt die Kreisklasse jetzt zum zweiten Mal in Folge drei Aufsteiger, das Vorjahrestrio (TuS Hasbergen, RW Hürriyet Delmenhorst, TV Falkenburg) konnte sich trotz relativ magerer Punkteausbeute in der Kreisliga behaupten. Grund für den Aderlass ist der Erfolg der hiesigen Bezirksligisten – in den beiden vergangenen Spielzeiten schafften alle souverän den Klassenerhalt. Dadurch gingen der Kreisliga ihre Meister „verloren“ und die Kreisklasse durfte auffüllen. Vor dieser Saison führte das schon zu einer Reduzierung der 1. Kreisklasse auf 15 Mannschaften, diese Sollstärke gilt auch 2019/20 mit den drei Aufsteigern SV Tur Abdin Delmenhorst II, Ahlhorner SV II und Beckeln Fountains.

Für den VfL Wildeshausen II glich die Saison einem Spaziergang. Am Ende stand die Meisterschaft. Trainer Andree Höttges beklagte gleich am zweiten Spieltag mit dem 2:3 in Stenum die einzige Saisonniederlage, danach gab es nur noch zwei Remis gegen Mitaufsteiger Hicretspor (3:3 und 1:1) sowie ein 1:1 gegen Hudes zweite Mannschaft. Ansonsten beherrschten die Krandelkicker die Liga komplett, wurden beste Mannschaft in Hin- und Rückrunde, holten zu Hause und auswärts die meisten Punkte, schossen die meisten Tore (105), kassierten die wenigsten Treffer und feierten schon vor Ostern (fünf Spiele vor Saisonende) den Aufstieg. Höttges steigt gleich zwei Ligen auf mit seiner Rückkehr zum Bezirksligisten Tur Abdin.

Nachfolger wird Mete Döner, der zuvor auch schon den KSV Hicretspor trainiert hatte. Dem Vizemeister ging Mitte der Rückrunde etwas die Luft aus. Allerdings kam die Schwächeperiode auch durch das anscheinend immer noch vorhandene Talent zustande, sich selbst zu schaden. Damit ist besonders der Spielabbruch in Tungeln gemeint, diese Partie wurde für beide Kontrahenten verloren gewertet. Dazu kam der Fast-Abbruch in Hude, als Trainer Timur Cakmak von einem eigenen Spieler attackiert wurde. Angesichts von Verletzungen und Sperren wurde Cakmak wieder selbst zum Torjäger, letztlich wurde Platz zwei souverän erreicht. Immerhin hatte der KSV dem Meister aus Wildeshausen zwei sehr spannende Spiele geliefert und stand seit dem 14. Spieltag durchweg immer auf dem zweiten Aufstiegsrang.

Im Schlussspurt zum Aufstieg

Zu Anfang machte noch der VfL Stenum II den beiden Topmannschaften Probleme, besiegte erst Hicretspor und danach Wildeshausen II. Bis kurz vor Ende der Hinrunde lag die Mannschaft von Uwe Hammes immer auf einem der beiden vorderen Plätze, um dann im Winter das Training quasi zu verweigern und dadurch immer mehr abzurutschen. Als dann Ende April nach vier Pleiten in fünf Spielen scheinbar alles aus war, raffte sich die Bezirksliga-Reserve zu einem tollen Endspurt auf, gewann vier Partien in Folge und schließlich auch das finale Match bei Hicretspor mit 2:1. Danach musste man in Stenum drei Tage zittern, denn Hude II hätte mit einem Sieg in Munderloh noch gleichziehen und damit ein Entscheidungsspiel erzwingen können. Doch es reichte nur zum 1:1 für den FCH, somit konnte Hammes seine erfolgreiche Trainerkarriere noch einmal mit einem Aufstieg krönen. Sein Nachfolger Frank Radzanowski kommt von der nicht minder erfolgreichen A-Jugend und wird sicher einige vielversprechende Junioren mitbringen.

Für Hude II war der verpasste Aufstieg nach einer furiosen Rückrunde sehr ärgerlich. Nach Rang sechs in der Hinrunde hätte die FCH-Reserve in der zweiten Saisonhälfte fast noch die acht Punkte Rückstand auf Stenum wettgemacht. Doch sowohl der Saisonstart (ein Punkt aus drei Spielen) als auch das Ende mit drei Remis wurden verpatzt. Allerdings hat Trainer Bengin Barispek sein Team gut entwickelt, da ist in der nächsten Saison sicher mehr drin. Zumal die Kreisliga-Absteiger SV Achternmeer und Delmenhorster TB sich erst mal sammeln müssen. Auch beim SV Tungeln (aktuell Sechster) schielt man wieder nach oben, beim TuS Heidkrug könnte die Reserve den nächsten Schritt gehen. Der TV Munderloh II hat auf Rang fünf absolut überzeugt, wird aber wohl kein Aufstiegsrecht erlangen. Das gleiche Schicksal droht der Harpstedter Reserve.

Zufrieden mit der abgelaufenen Saison ist der Aufsteiger Delmenhorster BV. Ein sorgenfreier Platz zehn war ein guter Einstand des Traditionsvereins, zudem werden die Schwarz-Gelben sich vermutlich mit einigen Verstärkungen aus Hasbergen schmücken können. Auch der TV Jahn II hatte mit dem Abstiegskampf nichts zu tun. Bei gleicher Anzahl an Gegentoren wie im Vorjahr (84) brachte ein Plus von 22 eigenen Treffern einen Zuwachs von acht Punkten. Beim TSV Ganderkesee II freute man sich über eine sehr starke Rückrunde, nachdem es im Winter mit nur sechs Zählern für das einstige Spitzenteam sehr düster ausgesehen hatte. Doch in der zweiten Saisonhälfte vervierfachte die Mannschaft von Andreas Dietrich ihre Punkteausbeute fast.

Wende im Abstiegskampf

Durch den Aufschwung des TSV schienen die beiden Abstiegsplätze frühzeitig an Borussia Delmenhorst sowie Hude III vergeben. Die Borussen erhielten durchweg Lob für ihre Fairness und ihr Durchhaltevermögen, hier erwies sich Trainer Stefan Giese als absoluter Sportsmann. Doch insgesamt war der Aufsteiger brutal überfordert mit einem Torverhältnis von 28:149 und nur sechs Punkten. Lange Zeit hielt sich Hude III mit neun Punkten nur knapp davor. Nach 23 Partien hätte Spielertrainer Dennis Bürmann mit sieben Punkten Rückstand auf Ganderkesee II und sogar elf Zählern auf Vielstedt den Laden praktisch dichtmachen können.

Doch er blies zum Endspurt, schließlich hatte man schon im Vorjahr eine Punktlandung am letzten Spieltag hinbekommen. Das 3:1 bei Jahn II gab etwas Mut, danach wurde Vielstedt mit 7:2 abgefiedelt. Mit dem 1:3 bei Hicretspor musste man rechnen, nach dem 5:0 gegen Ganderkesee II durfte man am Huder Bach wieder rechnen. Durch ein 6:0 gegen Borussia kam Hude III wie Vielstedt auf 22 Punkte und gewann schließlich das Entscheidungsspiel gegen den Ortsrivalen mit 1:0. So hatte die Saison aus Huder Sicht nach dem knapp verpassten Aufstieg der zweiten Mannschaft noch ein gutes Ende.


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Leserkommentare
thowaei am 23.10.2019 14:25
In KEINEM Land der EU kann man aktuell mit 54 Jahren in Rente gehen. Slowenien ist diesbezüglich der Spitzenreiter mit einem Renteneintrittsalter von ...
gorgon1 am 23.10.2019 14:15
Absolut mein Meinung. !!!
Beste Grüße