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Interview Ingo Renken
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„Wir müssen jeden Sieg hart erkämpfen“

Michael Kerzel 05.02.2019 0 Kommentare

Ingo Renken betreut die HSG Delmenhorst seit der Saison 2016/17. Zunächst stand er gemeinsam mit Stefan Neitzel an der Seitenlinie, seit dieser Spielzeit ist er hauptverantwortlich tätig.
Ingo Renken betreut die HSG Delmenhorst seit der Saison 2016/17. Zunächst stand er gemeinsam mit Stefan Neitzel an der Seitenlinie, seit dieser Spielzeit ist er hauptverantwortlich tätig. (INGO MöLLERS)

Herr Renken, die HSG Delmenhorst steht auf Platz zwei der Landesliga-Tabelle und hat kürzlich ein 20:20 beim Spitzenreiter VfL Horneburg geholt. Wie bewerten Sie den aktuellen Leistungsstand?

Ingo Renken: Der Leistungsstand ist gleichbleibend gut wie in der Hinrunde. In Horneburg hat die Deckung sehr gut funktioniert. Die Horneburgerinnen sind uns körperlich überlegen. Es war eine gute taktische Leistung von uns. Wir haben es dem Gegner kaum erlaubt, zu unserem Tor zu ziehen. Und man muss bedenken, dass Horneburg die meisten Buden in der Liga erzielt. Auf der anderen Seite hatten wir im Angriff Probleme, wir haben ja sonst auch einen Schnitt von 25 Treffern. Gegen die starke Deckung sind wir angriffsmäßig an unsere Grenzen gestoßen. Horneburg ist aber eigentlich auch nicht unsere Kragenweite.

Und dennoch liegt die HSG nur einen Punkt hinter Horneburg. Die Meisterschaft und der damit verbundene Aufstieg sind durchaus realistisch.

Der Aufstieg ist nicht unser Ziel, darauf spielen wir nicht hin. Wir wollen natürlich jedes Spiel gewinnen, aber die Liga ist sehr ausgeglichen. Da können wir, wenn wir gut spielen, jede Begegnung gewinnen, aber eben auch jede verlieren, wenn es nicht läuft. Wir müssen uns jeden einzelnen Sieg erarbeiten. Horneburg hat beispielsweise letzte Woche gegen den Tabellenletzten in Bassum verloren. Wir spielen jetzt gegen den Tabellenletzten TV Oyten III. Im Hinspiel haben wir mit einem Tor gewonnen. Das ist nichts. In der Landesliga bei den Frauen gewinnt man kein einziges Spiel im Vorbeigehen.

Würde die HSG den Aufstieg denn annehmen?

Wenn es soweit käme, würden wir den Schritt gehen. Wir werden sicherlich keine Begegnung absichtlich verlieren. Das ist nicht mein Verständnis von Sport. Wir stehen zurecht dort in der Tabelle, wo wir stehen. Das ist kein Zufall. Wir sind darüber hocherfreut. In den letzten beiden Jahren mussten wir jeweils kämpfen, um in der Liga zu bleiben, und haben das letztlich auch immer gut geschafft. In dieser Spielzeit haben wir mit der unteren Tabellenregion nichts zu tun und können befreit aufspielen. Es ist alles möglich. Aber ich möchte noch mal betonen, dass wir uns jeden Sieg in der Landesliga sehr hart erarbeiten müssen.

Was käme auf die HSG im Falle eines Aufstiegs zu?

Um in der höheren Liga bestehen zu können, bräuchten wir Verstärkungen. Und die müssten wir auch erst mal bekommen. In der Region spielen mit der HSG Hude/Falkenburg und dem TV Neerstedt bereits zwei Teams auf Oberligaebene. Und aus Bremen bekommt man nur sehr schwer Spielerinnen.

Wo liegen die Stärken der HSG, auf die sie im Saisonendspurt setzen will?

Die Kernbasis ist unsere Abwehrarbeit. Darauf basiert alles. Wir wollen nach Ballgewinnen schnell nach vorne spielen und so Tore erzielen. Da sich Celine Hanenkamp letzte Woche das Kreuzband gerissen hat und diese und vielleicht auch nächste Saison ausfällt, verlieren wir in diesem Bereich eine sehr schnelle Spielerin. Wir können sie nicht eins zu eins ersetzen, da wir diese Geschwindigkeit auf rechts so sonst nicht im Kader haben. Zudem ist sie mit Christina Nienaber ein gut eingespieltes Tandem. Wir versuchen, den Ausfall im Team aufzufangen. Aber wenn sich noch weitere Spielerinnen verletzen sollten, wird es sehr schwer für uns.

Wie sieht es in der Offensive aus?

Im Angriff sind wir mit Kerstin Cordes, Christin Sticklies, Nicole Howe und Anna-Lena Lampe in der Breite besser aufgestellt als in der vergangenen Saison. So können wir den verschiedenen Spielerinnen mehr Pausen geben. Bis auf eine Akteurin sind alle in der Top-100-Liste der Torschützinnen der Liga. Das zeigt die Ausgeglichenheit. Mit Alexandra Hildener und Celine Hanenkamp haben wir zwei mit mehr als 50 Toren, aber bei Hildener sind da auch viele Siebenmeter bei. Mit Hanenkamp fehlt da natürlich jetzt eine Spielerin, die immer für drei, vier Tore gut ist.

Wo sehen Sie Vor- und Nachteile gegenüber dem VfL Hornburg und auch dem Tabellendritten Komet Arsten?

Also Horneburg ist uns individuell und spielerisch deutlich überlegen. Da brauchen wir auch im Rückspiel am 10. März einen Supertag wie am Sonnabend und die Horneburgerinnen müssen sich beeindrucken lassen. Die sind auch im Rückspiel Favorit, aber da haben wir einen kleinen Vorteil, dass bei uns ohne Backe gespielt wird. Bei denen spielt man mit. Gegenüber Arsten ist es komplett ausgeglichen.

Woran arbeiten Sie in den kommenden Wochen noch mit Ihrer Mannschaft?

Die aktive Abwehrarbeit bleibt Kernziel. Und wir wollen unser Spielvermögen im Angriff weiter verstärken. Wir sind da auch schon besser geworden und wollen das jetzt weiter verfestigen.

Das Interview führte Michael Kerzel.

Zur Person

Ingo Renken

trainiert die Landesliga-Handballerinnen der HSG Delmenhorst. Seit dieser Spielzeit betreut er die Damen hauptverantwortlich, zuvor trainierte er sie gemeinsam mit Stefan Neitzel.


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Sporttabellen & Ergebnisse
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