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Vor DFB-Pokal-Partie gegen Delmenhorst
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Wirbel um Slogan „Auf gute Freunde“

Michael Kerzel 05.08.2019 6 Kommentare

Um diesen Schal geht es. Er wurde anlässlich des Pokalspiels produziert.
Um diesen Schal geht es. Er wurde anlässlich des Pokalspiels produziert. (INGO MÖLLERS)

Vier Tage dauert es noch, dann stehen sich der SV Atlas Delmenhorst und der SV Werder Bremen in der ersten Runde des DFB-Pokals im Weserstadion auf dem Rasen gegenüber. Zu diesem Anlass wurden Fanschals und T-Shirts mit dem Slogan „Auf gute Freunde“ produziert. Diese waren auch im Werder-Fanshop erhältlich. Die Bremer haben den Verkauft nun gestoppt. Vorausgegangen waren Beschwerden von Werder-Fans. Atlas verkauft die Fanartikel weiterhin.

Doch wo liegt das Problem mit den Schals? Werder-Präsident Hubertus Hess-Grunewald erklärt auf der Homepage des SV Werder: „Uns erreichte die Kritik, dass es möglich ist, diesen Slogan in Verbindung mit einem politisch rechten Kontext zu setzen. Wir haben diese Hinweise sehr ernst genommen und sie geprüft. Wir sind zu der Überzeugung gekommen, dass wir den Vertrieb nicht mehr unterstützen werden. Allein die Möglichkeit, dass rechte Gruppierungen diesen Schal mit der Werder-Raute für ihre Botschaften missbrauchen könnten, ist für uns nicht tolerierbar. Bei der Freigabe der Artikel ist uns diese mögliche Verbindung nicht bewusst gewesen. Wir möchten uns ausdrücklich von jeder Interpretation dieser Art distanzieren und werden gerade auch rund um das Spiel noch mal unser Engagement gegen Diskriminierung und rechte Gewalt deutlich machen.“

"Wir nehmen das sehr ernst"

Auch die Delmenhorster Seite distanziert sich von Rechts, sieht den Slogan „Auf gute Freunde“ jedoch nicht kritisch. „Ich möchte nicht kommentieren, was andere da hineininterpretieren. Klar ist: Beide Vereine sind gegen Rechts, gegen Ausgrenzung und gegen Diskriminierung“, betont Atlas-Präsident Manfred Engelbart. Der Oberligist fährt eine Null-Toleranz-Politik gegen Rechts: „Wir nehmen das sehr ernst und lassen da überhaupt keinen Spielraum“, sagt Engelbart. Bereits im Vorfeld des Finals im Niedersachsenpokal der Amateure hatte er deutlich gemacht, dass es bei Verstößen Stadionverbote und Vereinsausschlüsse gebe.

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Die „Auf gute Freunde“-Aktion in den rechten Bereich zu rücken, hält er für falsch. „Wir respektieren natürlich die Entscheidung des SV Werder Bremen. Wir sehen das aber ein bisschen anders. Für uns ist das eine Erinnerung an ein Jahrhundertspiel. Wir hatten da keinen Hintergedanken und haben den Slogan aus alter Freundschaft zum SV Werder genommen. Die meisten Atlas-Fans sind auch Werder Fans. Daher ist die Bedeutung des Wortes Freundschaft für uns ernst“, meint Engelbart. Gut finde er „dass Werder uns die Artikel weiterhin verkaufen lässt“.

Der SV Atlas läuft bei seinem Heimspielen zu dem Lied „Terpentin“ von den Böhsen Onkelz ein, von denen auch der Song „Auf gute Freunde“ stammt. „Wir tolerieren, wenn jemand anderer Meinung ist, aber wir sehen es nicht kritisch, dieses Lied in unserem Stadion zu spielen“, sagt Engelbart. Sorgen, dass es Scharmützel zwischen den Fans gibt im Umfeld des Pokalspiel, macht er sich nicht. „Wir suchen Freunde und wollen auch Freunde sein. Wir wollen uns aber auf das Spiel konzentrieren. Es wird ein Pokalfight“, blickt der Atlas-Präsident auf das Duell der beiden Teams voraus.


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Leserkommentare
heinmueckausbremerhaven am 21.10.2019 20:47
Es gibt nur eine Chance wieviel Artikel beschrieben. Und jetzt schwindet mit dem Artikel von Stefan Rahmstorf das Argument, dass die BRD nur für ...
Bremen99 am 21.10.2019 20:41
Das Parken in Wild-West-Manier rund um den Freimarkt hat Tradition. Vor über 40 Jahren konnte man auch schon regelmäßig beobachten wie dreiste ...