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Interview
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Zeit für etwas Neues

Michael Kerzel 15.04.2019 0 Kommentare

Tim Müller trainierte 15 Jahre lang verschiedene Mannschaften beim TuS Hasbergen. Nun zieht es ihn zum VfL Stenum, wo er die A-Jugend übernimmt.
Tim Müller trainierte 15 Jahre lang verschiedene Mannschaften beim TuS Hasbergen. Nun zieht es ihn zum VfL Stenum, wo er die A-Jugend übernimmt. (INGO MÖLLERS)
Herr Müller, wie ist der Wechsel von Hasbergen nach Stenum zustande gekommen?

Tim Müller: Hergen Gerken (Koordinator der A- und B-Jugend beim VfL Stenum, Anmerkung der Redaktion) hat mich angerufen und mir gesagt, dass der VfL einen Trainer für die A-Jugend sucht. Wir haben uns dann ausgetauscht, wie der Stand der Dinge bei der Mannschaft ist, wie die Voraussetzungen im Verein sind, wie es in dieser Saison und der nächsten läuft, beziehungsweise laufen soll. Wir sind dann in Kontakt geblieben und haben uns persönlich getroffen, um das dann weiter zu besprechen. Ich denke, dass jetzt der richtige Zeitpunkt für mich ist, etwas Neues auszuprobieren. Wenn man sich weiterentwickeln will, muss man auch mal was anderes sehen. Anfragen gab es auch früher schon ab und zu, aber da habe ich das abgeblockt. Jetzt passt es.

Sie waren lange beim TuS Hasbergen.

Ich war komplette 15 Jahre als Trainer bei Hasbergen. Wenn man so lange im Verein ist, fällt die Entscheidung zu gehen natürlich sehr schwer. In der Herren-Mannschaft sind viele Spieler dabei, die lange bei mir in der Jugend waren. Im Verein sind ja auch Freunde von mir, mit denen ich selber zusammengespielt habe. Die Erste Herren in Hasbergen ist eine tolle Mannschaft. Sie ist jung und hat noch viel Potenzial. Sie hat in der letzten Saison in der 1. Kreisklasse kein einziges Spiel verloren und jagte einen Rekord nach dem anderen. Auch diese Saison ist man nahe an der historisch besten Leistung der Geschichte des Vereins.

Wie lief die Kommunikation mit dem TuS?

Der Mannschaft habe ich es nach einem Spiel in der Kabine gesagt. Mir war wichtig, dass die Spieler es von mir hören. Mit Andreas Lersch habe ich direkt nach dem erstem Anruf von Stenum gesprochen. Mir war wichtig, dass er von vornherein Bescheid wusste. Wie jeder Einzelne im Verein darüber denkt, weiß ich nicht. Ich denke, dass mich jeder verstehen kann, so habe ich es zumindest aufgenommen. Es bleibt nichts Negatives zurück.

Welche Argumente des VfL Stenum haben Sie überzeugt?

Die Infrastruktur mit der vereinseigenen Halle und dem bevorstehenden Bau des Kunstrasenplatzes ist natürlich sehr gut. Aber das war für mich nicht das Hauptausschlaggebende. Die Aufgabe ist sportlich sehr reizvoll. Stenum steht oben in der Tabelle. Als wir angefangen haben, uns über die A-Jugend-Trainerstelle zu unterhalten, war es noch knapper als jetzt. Da hätte Verfolger GVO Oldenburg mit einem Sieg im direkten Duell vorbeiziehen können. Die Bezirksliga wäre für mich schon reizvoll genug, wenn es die Landesliga wird, umso besser. Wichtig ist die ganze Jugendarbeit im Verein. Man sieht an den jüngeren Jahrgängen in der C- und B-Jugend, dass da Generationen mit viel Talent nachkommen. Das Konzept des VfL ist auf die Zukunft ausgerichtet.

Gibt es eine Altersgruppe, die Sie besonders gerne trainieren?

Eigentlich nicht. Ich habe alle Jugenden durch. Die Rahmenbedingungen und das Mannschaftsgefüge müssen stimmen. Es müssen auch nicht die besten Spieler sein. Auch ob es eine Jugend- oder Erwachsenenmannschaft ist, ist für mich zweitrangig. Ich will auf dem Platz stehen und Trainerarbeit mit einer Mannschaft machen, die Bock auf Fußball hat und Bock hat, was zu lernen. Ob die Spieler jetzt 18 oder 28 Jahre alt sind, ist zweitrangig. Bei Hasbergen in der Herrenmannschaft haben wir ja auch viele junge Spieler, da ist der Unterschied zu einer A-Jugendmannschaft nicht so groß. Der Trainingsaufbau und die Gestaltung ist bei jüngeren Jugenden natürlich anders, aber zwischen A-Jugend und Herren nicht so verschieden. Im Endeffekt spielen alle Fußball.

Beschreiben Sie ihren Werdegang als Jugendtrainer.

Ich habe vor 15 Jahren in der F-Jugend in der untersten Liga angefangen, die Kinder Jahrgang 97 zu trainieren und bin bei dem Jahrgang geblieben. Die Highlights waren sicherlich die beiden B-Jugend-Saisons. Mit dem jüngeren Jahrgang sind wir aus der Bezirks- in die Landesliga aufgestiegen und da sind wir dann Dritter geworden und haben den Bezirkspokal gewonnen.

Was zeichnet Sie als Jugendtrainer aus?

Das müssen die Spieler beurteilen, ob es ihnen unter mir Spaß macht. Aber wenn man sieht, dass in der aktuellen Herrenmannschaft mehrere Spieler dabei sind, die ich schon als Kinder und Jugendliche trainiert habe, habe ich wohl nicht alles falsch gemacht. Einige meiner Jugendspieler haben es ja auch direkt in die Bezirksliga oder höher geschafft. Man kann das nicht an einer Sache festmachen, warum es gut lief. Und ich bin es ja auch nicht alleine, da sind ja auch andere Verantwortliche mit dabei.

Worauf kommt es bei einem Jugendtrainer denn an?

Von allem ein bisschen. Disziplin muss schon sein, aber man muss auch mal Fünfe gerade sein lassen. Man muss auf die Spieler individuell eingehen, die menschliche Komponente im Auge behalten. Man muss sich bewusst sein, dass es wichtigere Dinge als Fußball gibt. Auch wenn es die Landesliga sein sollte: Das ist kein Profisport. In dem A-Jugend-Alter fangen einige mit einer Ausbildung an. Die sind dann nach einem Arbeitstag beim Training auch mal kaputt und müde. Daran muss man denken. In der A-Jugend wird auch die Taktik wichtiger. Bei den Jüngeren kommt es ja erstmal auf die Grundausbildung in Technik, Koordination und Beweglichkeit an, dann kommen gruppentaktische und mannschaftstaktische Sachen dazu.

Das Interview führte Michael Kerzel.

Zur Person

Tim Müller

ist 27 Jahre alt und trainiert seit 15 Jahren unterschiedliche Mannschaften beim TuS Hasbergen. Angefangen hat er mit dem 97er-Jahrgang in der F-Jugend, von dem heute einige Akteure bei den Kreisliga-Herren spielen. Diese Mannschaft betreut er momentan zusammen mit Andreas Lersch. Zur kommenden Saison übernimmt der C-Lizenz-Inhaber das Amt des A-Jugend-Trainers beim VfL Stenum.


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Leserkommentare
WK-28203 am 22.10.2019 11:44
Nur leider sind die bestimmten Bahnen/Busse der BSAG schon überfüllt, dort gibt es einfach kaum noch Platz drin...

Um es mal direkt ...
peteris am 22.10.2019 11:19
Ach die "armen Landwirte". Monokultur,Massentierhaltung und Grundwasserverseuchung, sind das Markenzeichen der so "armen Landwirte", was auch noch ...