Wetter: Nebel, 11 bis 16 °C
Die Trendwende ist geschafft
Der Artikel wurde zur Merkliste hinzugefügt.
Die Merkliste finden Sie oben links auf der Seite.

1. FC Burg im Party-Modus

Jens Pillnick 14.06.2019 0 Kommentare

Als Not am Mann war, stellte sich Burgs Trainer Sascha Steinbusch zwischen die Pfosten.
Als Not am Mann war, stellte sich Burgs Trainer Sascha Steinbusch zwischen die Pfosten. (Christian Kosak)

Burg. Partytime beim 1. FC Burg. Nach dem Absturz aus der Bremen-Liga bis in die Kreisliga A ist die Wende geschafft. Trainer Sascha Steinbusch hat die Burger in seiner ersten Saison als Trainer im Herrenbereich zurück in die Fußball-Bezirksliga geführt. Und das wird gefeiert. An diesem Sonnabend macht sich die Mannschaft gegen 12.30 Uhr per Kremserwagen von der Vereinsgaststätte „Zum Bieber“ in der Heinrich-Hopps-Straße auf den Weg zu den Plätzen an der Sperberstraße, wo um 15 Uhr das letzte Saisonspiel gegen den Lokalrivalen SV Grambke-Oslebshausen angepfiffen wird.

Wer die Mannschaft auf dem Hinweg verpasst, der bekommt eine zweite Gelegenheit. Bei lauter Musik und erfrischenden Getränken wird nämlich auch der Rückweg zur Aufstiegssause in der Vereinsgaststätte auf dem Kremserwagen absolviert. Am liebsten natürlich mit Saisonsieg Nummer 21 im Gepäck. Doch von Bedeutung ist die Partie nicht mehr, Burg hat den zweiten Platz sicher und kann Meister TuS Schwachhausen II auch nicht mehr vom Thron stoßen.

Nach einer kleinen Partypause legen die Burger von kommendem Mittwoch bis Sonntag noch einmal nach und feiern mit einer 23-köpfigen Reisegruppe in Cala Ratjada (Mallorca) mit Strand- und Poolambiente weiter. Und träumen ist bei dieser Gelegenheit natürlich auch erlaubt. „Die mittelfristige Rückkehr in die Landesliga wäre natürlich ein Traum“, sagt Sascha Steinbusch, der den Aufstieg als „Verdienst der Mannschaft“ bezeichnet. Für ihn selbst stelle der Aufstieg eine Art Genugtuung dar, denn viele hätten es den Burgern nicht zugetraut beziehungsweise ihnen nicht gegönnt. „Der 1. FC Burg ist in der Bezirksliga gut aufgehoben“, sieht Sascha Steinbusch seinen Verein aber vorerst in der richtigen Spielklasse und ist heilfroh darüber, wieder in den Leistungsfußball reinzurutschen.

Auch wenn Sascha Steinbusch, der von Kai Stegemann als Co-Trainer unterstützt wurde und künftig auch wird, um die Qualität seiner Mannschaft wusste, blieb die Zielsetzung Aufstieg intern unter Verschluss. „Ich wusste nicht, wo wir stehen. Ich kannte die Liga nicht. Aber wir haben schon mit dem Aufstieg geliebäugelt“, blickt Sascha Steinbusch zurück. Fest stand für ihn nur das: „Wir müssen den Abstiegsstrudel stoppen.“ Um schließlich ganz oben mitspielen zu können, bat der Trainer auch immer wieder Stand-by-Kicker wie Yasin Caliskan, Mirco Boltjes und Kevin Stepput um Mithilfe. Und wenn es zwischen den Pfosten personell drückte, stellte sich der 37-jährige Sascha Steinbusch auch selbst – gegen Eintracht Aumund und Vatan II – ins Tor. Dieser Notstand war in der Winterpause allerdings vom Tisch, denn da schloss sich Florian Langerbeck, der für den Habenhauser FV auch schon zwei Bremen-Liga-Spiele bestritt, den Burgern an. Während Langerbeck hinten für Stabilität sorgte, ließen es Julian Kubicek und Denis Schumann vorne krachen. Mehr als die Hälfte der bisher erzielten 103 Treffer gingen auf ihr Konto. Für Kubicek wurden 39, für Schumann 17 Treffer notiert.

Aber es gab nicht nur Punkte und Tore zu bejubeln. Es gab für Sascha Steinbusch auch Situationen, mit denen er sich erst arrangieren musste. „Die Trainingsbeteiligung ist nicht mehr so wie früher. Andere Sachen haben Vorrang“, stellte der Trainer, der acht Jahre lang die 2005er beim 1. FC Burg gecoacht hatte und auch beim DFB-Stützpunkt in Marßel tätig war, fest. Für Steinbusch, der selbst immer höherklassig gespielt hatte, eine Lernphase: „Ich war froh, dass ich Kai Stegemann an meiner Seite hatte.“ Denn Steinbusch ist, das gibt er offen zu, ehrgeizig und will als Trainer etwas erreichen: „Die Trainertätigkeit ist genau das, was ich machen möchte.“

Doch was lässt sich in der Saison 2019/20 erreichen? „Wir wollen möglichst schnell so viele Punkte holen, dass wir mit dem Abstieg nichts mehr zu tun haben“, erklärt Steinbusch und will sich zunächst einmal mit der Mannschaft in der neuen Liga akklimatisieren. Mit einer Mannschaft, die sich zwar verändern wird, die aber nicht neu aufgebaut werden muss. „Ich bin froh, dass der große Durchlauf an Spielern gestoppt ist“, verweist der Trainer darauf, dass mit Michael Scholz (FC Hansa Schwanewede), Sinan Özbek und Hasen Avdo (beide Tura) nur ein Trio den Verein verlässt.

Auf der Zugangsseite stehen bislang Luka Apmann (TuSG Ritterhude), Sascha Dumkowski (Tura II) und Torhüter Muammer Eren (KSV Med). In Sachen Torhüter hatte Sascha Steinbusch gar keinen Handlungsbedarf gesehen, doch Eren hatte sich selber angeboten. Die Zusage eines höherklassig erfahrenen Innenverteidigers habe Steinbusch bereits, zudem würde sich auch im Angriff noch etwas tun.

Doch die Bezirksliga-Saison ist angesichts der anstehende Partywoche noch Zukunftsmusik. An diesem Sonnabend gilt es, das letzte Saisonspiel in der Kreisliga A und die Fahrten im Kremserwagen zu genießen und sich danach auf Malle im Erfolg zu sonnen.


Sporttabellen & Ergebnisse
Sporttabellen & Ergebnisse

Welcher Verein wann in Bremen oder der Region spielt und wie die Begegnung ausgegangen ist, erfahren Sie in unserem Tabellenbereich. Auch die Ergebnisse der Spiele der höheren Ligen finden Sie dort.

WESER-KURIER Kundenservice
Leserkommentare
thowaei am 23.10.2019 14:25
In KEINEM Land der EU kann man aktuell mit 54 Jahren in Rente gehen. Slowenien ist diesbezüglich der Spitzenreiter mit einem Renteneintrittsalter von ...
gorgon1 am 23.10.2019 14:15
Absolut mein Meinung. !!!
Beste Grüße