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Boxer wechseln von der SG Marßel zum TV Jahn Delmenhorst, weil sie im Bremer Verband unzufrieden waren
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Auf einen Schlag

Christoph Bähr 23.12.2016 0 Kommentare

Boxen
Im November kämpfte Michel Restetzki (links) beim Boxtag in Delmenhorst noch für die SG Marßel gegen Christoph Meinel vom TV Jahn. Künftig trägt der Bremer selbst das Jahn-Trikot. (INGO MOELLERS)

1996 ging er von TuRa Bremen zum TV Jahn Delmenhorst, wo er nun schon lange die Box-Abteilung leitet. Carus hat also viele Boxer kennengelernt über die Jahre, und seine Kontakte haben dem TV Jahn kürzlich sechs neue Kämpfer beschert, die von der SG Marßel nach Delmenhorst gewechselt sind (wir berichteten).

„Dadurch haben wir eine noch stärkere Boxstaffel. Für uns ist das natürlich gut“, verdeutlicht Carus. Er war früher zusammen mit Georg Surm, dem Trainer der Boxer aus Bremen-Nord, für TuRa aktiv. „Wir kennen uns gut. Er hat mich dann gefragt, und ich habe dem Wechsel zugestimmt“, sagt Carus. Fünf Boxer wechseln erst einmal die Farben: Khodadad Hayati, Mojtaba Amadi, Asim Ramic, Enver Gani und Michel Restetzki. Laut Carus könnten es noch mehr werden. Surm hatte diesen geschlossenen Wechsel folgendermaßen begründet: „Die letzten Jahre waren für mich im Bremer Amateur-Box-Verband unerträglich, und so entschloss man sich, andere Wege zu gehen. Mehr möchte ich dazu nicht sagen.“

Dass mindestens fünf Boxer auf einmal für einen neuen Verein starten, mutet zunächst ungewöhnlich an. Allerdings sind bereits mehrere Bremer Klubs in den niedersächsischen Verband gewechselt. Die Kämpfer des Polizei SV treten etwa schon seit Jahren für den VfB Oldenburg an, die Boxer von TuRa und der SG Aumund-Vegesack tragen bei offiziellen Wettkämpfen das Trikot des BC Verden. Auch der TV Jahn beheimatet seit 2009 die Aktiven des Bremer Flamingo Gyms. Jetzt kommen die Marßeler Boxer dazu. „Sie waren nicht zufrieden in ihrem Verband“, sagt Ralf Carus. Zwar gab es auch im Niedersächsischen Box-Verband in den vergangenen Jahren reichlich Unruhe und Personalwechsel.

„Doch jetzt hat sich der Vorstand gefunden, und es läuft wieder besser“, findet Carus. Zudem sei bei offiziellen Meisterschaften in Niedersachsen das Niveau insgesamt höher als in Bremen, was ebenfalls für einen Wechsel spreche. Der Box-Abteilungsleiter des TV Jahn freut sich jedenfalls über die unverhofften Zugänge, „auch wenn ich dadurch noch etwas mehr Schreibkram zu erledigen habe als bisher“.

Albert Fahlbusch, dem Vorsitzenden des Bremer Boxverbandes, kann der kollektive Wechsel nach Niedersachsen dagegen nicht gefallen. Er betont: „Natürlich ist es nicht zu begrüßen, wenn uns Kämpfer verlassen. Jeder Boxer, der weggeht, ist ein Verlust.“ Dennoch sieht Fahlbusch den Abgang der Marßeler eher gelassen und sagt: „Georg Surm ist eben ein Trainer, der nie Wurzeln geschlagen hat und schon bei vielen Vereinen war.“ Streit mit Surm habe es aber nicht gegeben, unterstreicht Fahlbusch. Warum der Marßeler Trainer die Verhältnisse im Bremer Verband als „unerträglich“ bezeichnete, könne er sich nicht erklären.

Trainieren werden die Marßeler Boxer mit Coach Surm übrigens weiterhin in Bremen-Nord. Sie sollen laut Carus aber regelmäßig zu Sparringskämpfen nach Delmenhorst kommen. „Das erweitert unsere Trainingsmöglichkeiten“, erklärt der Jahn-Spartenleiter. Dass die Box-Abteilung durch die Kämpfer aus Marßel und vom Flamingo Gym zersplittern könnte, glaubt Carus indes nicht. „Wir Boxer sind eine große Familie und kennen uns alle untereinander, auch wenn wir nicht jede Woche gemeinsam trainieren.“ Ein neues Mitglied der „Jahn-Familie“ trat schon erstmals für den Verein an. Bei Vergleichskämpfen in Oldenburg stieg der Box-Debütant Asim Ramic aus Marßel im Kadetten-Bantamgewicht (bis 52 Kilogramm) gegen Max Ringelmann vom SV Nordenham in den Ring und landete einen einstimmigen Punktsieg.

„Er boxte einen sauberen Stil und traf mit schnell geschlagenen, langen Geraden“, lobt Carus. In Roland Scheimies war zudem ein langjähriger Jahn-Kämpfer in Oldenburg im Einsatz. Im Männer-Weltergewicht (bis 69 Kilogramm) bestritt er seinen insgesamt 25. Kampf und erhielt vom Verein einen Pokal für dieses Jubiläum. Scheimies präsentierte sich gegen Vedat San vom VfB Oldenburg sehr motiviert und landete viele harte Treffer. Der Ex-Marßeler wurde zum einstimmigen Punktsieger erklärt.

Immer weniger Boxveranstaltungen Der Trend ist negativ: Die Zahl der Boxveranstaltungen nimmt rapide ab. „Der Kostendruck auf die Vereine hat zu stark zugenommen“, sagt Ralf Carus, der Box-Abteilungsleiter des TV Jahn Delmenhorst. Die Hallenmiete und das Kampfgericht müssten bezahlt werden. „Außerdem sind nur geprüfte Handschuhe zulässig, doch das Siegel hält nur fünf Jahre. Dann muss man neue kaufen“, erklärt Carus. Beim TV Jahn seien deswegen vor Kurzem 400 Euro für neue Handschuhe fällig gewesen. „Zum Glück haben wir Sponsoren gefunden“, betont Carus. Im Jahr 2016 richtete der TV Jahn einen Boxtag im November aus. „Da es derzeit so wenige Veranstaltungen gibt, haben wir dafür Anfragen von überall erhalten, sogar aus den Niederlanden. Leider mussten wir vielen absagen“, berichtet Carus. Trotz aller Schwierigkeiten will er auch im kommenden Jahr mindestens einen Boxtag organisieren, voraussichtlich im April.
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Leserkommentare
erschreckerbaer am 22.10.2019 21:34
Ist doch in Ordnung.
Bis jetzt habe ich 48 Jahre in die Rentenkasse eingezahlt.
Habe dafür Steuern bezahlt.
Würde ich mit 67 in ...
flutlicht am 22.10.2019 20:43
Lieber @Wk, wann hat Höffner denn nun die Fläche erworben? Mal schreiben Sie von 14 Jahren im Text und in der Einleitung von 11 Jahren. Was stimmt?