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Fußball-B-Junioren
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Erstmals in der Regionalliga

Klaus Grunewald 23.06.2019 0 Kommentare

Justin Beller (am Ball) verursachte erst den zum 0:1 führenden Strafstoß und bereitete später das 2:1 für den JFV Bremen vor.
Justin Beller (am Ball) verursachte erst den zum 0:1 führenden Strafstoß und bereitete später das 2:1 für den JFV Bremen vor. (Christian Kosak)

Bremen-Nord. Als der Schlusspfiff ertönte, gab es kein Halten mehr. Die Fans des JFV Bremen stürmten den Rasenplatz, die Spieler vergaßen alle Strapazen und kreierten Jubeltänze. In einem dramatischen Finale um den Aufstieg in die Fußball-Regionalliga Nord bezwangen die B-Junioren des nordbremischen Jugend-Förder-Vereins im Stadion des SV Grambke-Oslebshausen den favorisierten TuS Komet Arsten mit 3:2. Erster offizieller Gratulant war der Präsident des Bremer Fußballverbandes, Björn Fecker.

Rund 500 Zuschauer sahen am Sonnabend im Rahmen der Jugend-Entscheidungsspiele zwei grundverschiedene Halbzeiten. Die Nordbremer wirkten in den ersten 40 Minuten gehemmt, zeigten großen Respekt vor dem vermeintlichen Favoriten und tauchten nur sporadisch in Strafraumnähe der Südbremer auf. JVF-Coach Giancarlo Christescu: „Es lag nicht an den mangelnden spielerischen Qualitäten, sondern an der Bremse im Kopf, dass wir in den ersten Halbzeit zu zögerlich auftraten.“

Ganz anders dagegen das Bild, das sich den meist jugendlichen Zuschauern nach dem Wiederanpfiff bot. Die JFV-Akteure fassten sich ein Herz, warfen ihre kämpferischen Vorteile in die Waagschale und rangen den Favoriten nieder. Komet-Coach Turan Büyükata räumte nach dem Schlusspfiff ein: „Wir sahen uns plötzlich überfallartigen Attacken ausgesetzt und fingen die Gegentore in ungünstigen Augenblicken ein.“

Danach sah es im ersten Durchgang überhaupt nicht aus. Arsten dominierte die Partie, vor allem TuS-Spielmacher Ibrahim Altunok schaltete und waltete nach Belieben leitete fast jeden gefährlichen Angriff seiner Mannschaft ein. So auch in der zehnten Minute, als Komet-Mittelstürmer Felix Deou Bauhus den Ball im JFV-Strafraum serviert bekam, dann aber von Dustin Beller regelwidrig zu Fall gebracht wurde. Den Strafstoß verwandelte Altunok sicher zur 1:0-Führung.

Der frühere Rückstand war Gift für das Nervenkostüm der Nordbremer. Oft wurde der Ball auf dem stumpfen Rasen verstolpert, Abspielfehler häuften sich und im Mittelfeld besaßen die Südbremer allzu große Bewegungsfreiheit. Allein der aufopferungsvolle Abwehrkampf bewahrte den JFV vor einem größeren Rückstand. Bilanz zur Pause: Zwei halbe Torchancen durch Nikolas Doye (4.) und Dustin Beller (33.) für den JFV, während Arsten es versäumt hatte, vor allem durch Bauhus (22.) und Ismael Mansaray (24.) nachzulegen.

Das sollte sich im zweiten Durchgang rächen. Die JFV-Jungs waren wieder früh auf dem Rasen und schworen sich im Kreis als Meister der Winterrunde auf das Kräftemessen mit dem Meister der Sommerrunde ein, gegen den sie in den Punktspielen beim 1:1-Remis und 4:0-Sieg ungeschlagen geblieben waren. Und schon eine Minute nach dem Wiederanpfiff sandten sie ein deutliches Signal aus. Nach einer Ecke wuchtete Dustin Beller den Ball per Kopf über das TuS-Gehäuse. Erstmals erklang in der JFV-Fangemeinde die Tröte. Ein Angriffssignal, denn nun setzten die Gastgeber den Gast aus Arsten mit langen Bällen und rasanten Flügelläufen unter Druck. Mit Erfolg: Nach einer erneuten Ecke gelangte der Ball zu Vincent Stute, der ihn aus rund 27 Metern mit einem satten Schrägschuss ins linke untere Toreck zum 1:1-Ausgleich wuchtete (52.).

Die Kometen wirkten geschockt und sahen sich nur vier Minuten später einem erneuten JFV-Angriff von Dustin Beller über die rechte Außenbahn ausgesetzt. Dessen Flanke verlängerte der nach der Pause eingewechselte Granit Durmesi mit dem Kopf zur 2:1-Führung für den JFV ins Netz (56.). Die Nordbremer hatten das Spiel gedreht, mussten den Vorsprung aber in der folgenden Viertelstunde mit großer Laufbereitschaft verteidigen, weil Arsten nun auf bedingungslose Offensive setzte. Dabei allerdings riskierte, ausgekontert zu werden. Wie in der 72. Minute, als sich Marvin Emos auf der linken Seite behauptete. Seine Flanke konnte TuS-Keeper Enes Malla nicht unter Kontrolle bringen und Granit Durmesi war erneut zur Stelle, um auf 3:1 zu erhöhen.

Allerdings machten es die Nordbremer noch einmal spannende, weil auch ihr Torwart einen eher harmlosen Kopfball nicht festhalten konnte und Felix Deou Bauhaus auf 2:3 verkürzte (79.). Fünf Minuten Nachspielzeit musste der Winterrundenmeister schließlich noch überstehen dann brach der Jubel aus.

BFV-Präsident Björn Fecker sprach bei der Siegerehrung von einem leidenschaftlichen Spiel, in dem schließlich der größere Siegeswille der Nordbremer den Ausschlag gegeben habe, wie Giancarlo Christescu unterstrich. Man habe in der ersten Halbzeit zwar keinen gute Ball gespielt, sich aber im zweiten Durchgang zurückgekämpft und mit Vincent Stute und Granit Durmesi zwei nervenstarke Torschützen gehabt. Hoch zufrieden zeigte sich auch der sportliche Leiter des Jugend-Förder-Vereins, Andreas Petersen. In jedem Endspiel, so Petersen, entscheide die Tagesform. Und heute habe der JFV Bremen aufgrund einer starken zweiten Halbzeit den Aufstieg geschafft. Damit ist es dem von der SAV, dem TSV Lesum-Burgdamm und dem SV Grohn 2015 gegründeten Förderverein zum ersten Mal gelungen, eine Mannschaft in der Regionalliga Nord anzusiedeln.

Weitere Informationen

JFV Bremen – TuS Komet Arsten  3:2 (0:1)

JFV Bremen: Meißner; Spengemann, Stute, Emos, Christescu, Doyae, Knoch, Xhavit, Beller, Okanovic, Richter, eingewechselt: Durmesi (41.), Schultz (76.), Ukuchukwa (78.), Schlätzer (80.+5)

TuS Komet Arsten: Malla; Owusu, Alioglu, Bauhus, Altunok, Beganaj, Sataew, Opoku-Ware, Mansaray, Özcan, Mrozinski, eingewechselt: Brzenza (41.), Oppong (60.), Neufeld (69.), Toma (76.)

Tore: 0:1 Ibrahim Altunok (10., Foulelfmeter), 1:1 Vincent Stute (52.), 2:1 Granit Durmesi (57.), 3:1 Granit Durmesi (72.), 3:2 Felix Deou Bauhus (79.)

Schiedsrichter: Lennart Wolff (Bremer SV)

Zuschauer: 500 GRU


Sporttabellen & Ergebnisse
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Leserkommentare
erschreckerbaer am 22.10.2019 21:34
Ist doch in Ordnung.
Bis jetzt habe ich 48 Jahre in die Rentenkasse eingezahlt.
Habe dafür Steuern bezahlt.
Würde ich mit 67 in ...
flutlicht am 22.10.2019 20:43
Lieber @Wk, wann hat Höffner denn nun die Fläche erworben? Mal schreiben Sie von 14 Jahren im Text und in der Einleitung von 11 Jahren. Was stimmt?