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Glanz des SV Grambke-Oslebshausen verblasst mit dem Abstieg aus der Handball-Verbandsliga noch weiter
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Feldermann: Ein Desaster

Karsten Hollmann 29.04.2017 0 Kommentare

Handball SVGO Grambke-Oslebshausen - Daverden
Nick Lange (am Ball) zählt zu den Spielern, die dem SV Grambke-Oslebshausen auch in der Landesliga erhalten bleiben. (Christian Kosak)

Die erste Herrenformation steigt nur ein Jahr nach dem Abstieg aus der Oberliga Nordsee auch aus der Verbandsliga ab. Das Damenteam kehrt zudem wohl nach nur einer Saison in der Landesklasse in die Bremenliga zurück. Auch die zweite Männermannschaft ist in der Landesklasse noch nicht gerettet.

„Vor allem der Abstieg unseres ersten Herrenteams ist ein Desaster“, räumt Uwe Feldermann ein, der das Amt des Spartenleiters zusammen mit Kassenwart Thomas Rosemeier vor einem Monat vom aus privaten Gründen zurückgetretenen Kenneth Böhnke interimsmäßig übernommen hat. Niemand im Verein habe mit der Möglichkeit gerechnet, dass die Akteure um Kapitän André Franke noch einmal absteigen könnten. „Wir haben alle gedacht, dass wir gut aufgestellt sind und oben mitspielen werden“, versichert Feldermann. Nach den beiden Siegen zum Auftakt schien auch alles darauf hinauszulaufen. Doch dann folgten zehn Niederlagen am Stück und der Absturz auf einen Abstiegsplatz. „Wir haben nach jeder Pleite geglaubt, dass es im nächsten Spiel bestimmt besser wird. Aber irgendwann ist eine solche Negativ-Entwicklung eben nicht mehr aufzuhalten“, sagt Uwe Feldermann.

Angesichts der vielen feststehenden Abgänge hätten die Nordbremer aber ohnehin nicht mehr für die Verbandsliga genannt. „Wir wären nicht konkurrenzfähig in der Verbandsliga gewesen“, betont Feldermann. Dementsprechend machten die Verantwortlichen des SVGO auch kein Kreuz bei der Verbandsliga im Hinblick auf die Meldung für die neue Spielzeit. Somit bleibt der Verein selbst dann nicht in der Liga, wenn andere Teams sich noch freiwillig zurückziehen sollten. Der Abstieg wäre angesichts des wesentlich schlechteren Torverhältnisses im Vergleich mit dem Viertletzten HSG Bützfleth/Drochtersen nur noch rein theoretisch zu vermeiden gewesen. Aus der derzeitigen Formation bleibt mit Daniel Schimske, Malo Rosemeier, Marc Krüger, Nick Lange, Tim Meyran und Marcel Hägermann auch nur noch ein halbes Dutzend Akteure übrig. Das Weitermachen von Marc Krüger ist dabei aber sogar noch fraglich.

„Die Entwicklung ist natürlich traurig, zumal alle vor allem darauf gucken, was die erste Herrenmannschaft eines Vereins macht“, gibt Uwe Feldermann zu bedenken. Ein paar Spieler aus dem zweiten Team werden die künftige Landesliga-Formation auffüllen. Mit Pascal Hinrichs und Felix Fuchs stehen auch zwei talentierte A-Junioren parat, um die Mannschaft zu verstärken. „Wir wollen uns erst einmal in der Landesliga halten und stabilisieren. Dann soll es in kleinen Schritten wieder vorwärts gehen. Langfristig wollen wir auch wieder in die Verbandsliga spielen“, informiert Feldermann.

Wer in der nächsten Saison auf der Trainerbank sitzen wird, steht noch nicht fest. „Ich höre auf jeden Fall auf, da ich den Zeitaufwand doch ein wenig unterschätzt habe“, kündigt der derzeitige Coach Matthias Herkt seinen Abschied an. Er wolle nur noch in der Vierten spielen. Uwe Feldermann weist auf die Problematiken hin, die eine Fusion mit einem anderen Verein mit sich bringe: „Solch ein Zusammenschluss ist immer schwierig.“ Das Zusammengehen mit der SG Oslebshausen sei aber vor vier Jahren aus finanziellen Gründen unumgänglich gewesen: „Wir schleppen bereits seit zehn Jahren unsere Sanierungsprobleme mit den Hallen herum“, so der Seniorenwart.

Die Hallensituation stellt nach wie vor ein riesiges Problem für den Klub dar. Während die Alwin-Lonke-Halle immer noch geschlossen ist, trainieren die Teams in der alten Grambker Tennishalle, der Hinnerk-Mester-Halle, ohne Heizung und warmes Wasser. „Die Hinnerk-Mester-Halle muss dringend saniert werden. Die Eltern unserer Nachwuchsspieler schimpfen schon ordentlich“, erklärt Uwe Feldermann. Dass die Spieler dennoch dem Verein die Treue halten, wertet der frühere Jugendwart als Zeichen für den großen Zusammenhalt im Klub: „Das ist aller Ehren wert. Woanders wären sie schon längst alle weggerannt.“ Dennoch wisse er nicht, was passiere, wenn im Zuge der notwendigen Renovierung demnächst gar keine Trainingshalle mehr zur Verfügung stehe: „Über uns schwebt also ein Damokles-Schwert.“

Bei den Damen läuft es trotz des bereits so gut wie feststehenden Abstiegs seit des Engagements von Stephan Rix als Trainer etwas besser. „Die Weichen für die Zukunft sind auf jeden Fall gestellt. Wir streben auch den direkten Wiederaufstieg in die Landesklasse an“, teilt Uwe Feldermann mit. „Die Mannschaft hat viele Spiele knapp verloren. Irgendwann fehlt dann auch einfach der Glaube“, so das langjährige Vorstandsmitglied. Auch dank der A-Jugend-Verbandsliga-Formation hätten die Damen jedoch eine gute Perspektive, sagt Feldermann.

Die gute Jugendarbeit macht Uwe Feldermann auch Mut für die Zukunft: „Vor dem Zusammenschluss mit Oslebshausen drohte uns der Jugendbereich komplett um die Ohren zu fliegen. Jetzt haben wir wieder alle Altersklassen besetzt.“ Von den vielen A-Junioren soll in der kommenden Serie auch die zweite Herren profitieren. Coach Jörg Rutenberg, der auch die sportliche Leitung der beiden ersten Männermannschaften in die Hand nahm, um Manager Michael Rabe zu entlasten, leitete auch in dieser Saison bereits den Umbruch ein.

Trotz der zahlreichen Abgänge in der ersten Formation ist keine Zusammenlegung der beiden ersten Mannschaften geplant. Uwe Feldermann hofft auf einen starken Zusammenhalt in den beiden Teams. Der Absturz der ersten Herrenformation sei dem 47-Jährigen in dieser Hinsicht ein warnendes Beispiel: „Es hat sich gezeigt, dass die Summe guter Einzelspieler noch lange keine gute Mannschaft ergibt, wenn nicht alle bereit sind, alles aus sich herauszuholen.“ Uwe Feldermann sieht das Scheitern der „eigentlich absolut verbandsligawürdigen“ Mannschaft aber auch als Chance: „Vielleicht muss so etwas jetzt mal passieren. Dann kann es nur noch besser werden.“

„Wir haben alle gedacht, dass wir gut aufgestellt sind und oben mitspielen werden.“ Uwe Feldermann, SVGO-Spartenleiter
„Ich höre auf jeden Fall auf, da ich den Zeitaufwand doch ein wenig unterschätzt habe.“ Matthias Herkt, SVGO-Trainer

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Leserkommentare
werderfan am 23.10.2019 21:15
Ich versuche das mal kurz für die Demokratiefreunde zu erläutern:
1. Der Umweltausschuss des Beirats Blumenthal tagt am nächsten Montag ...
IhrenNamen am 23.10.2019 21:02
Ich bin mal sehr gespannt wie sich das auf die Spendensumme auswirkt.