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Fußball-Landesliga Bremen
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Heine: „Das geilste Spiel der Saison“

Jens Pillnick 24.05.2019 0 Kommentare

Ismail Zivoli
Ismail Zivoli (Christian Kosak)

Bremen-Nord. Mit dem SV Grohn, dem SV Lemwerder und DJK Germania Blumenthal sind drei Mannschaften aus dem Fußballkreis Bremen-Nord am 30. und letzten Spieltag der Fußball-Landesliga im Abstiegskampf involviert. Direkt betroffen ist allerdings nur der SV Grohn, der als Drittletzter zwei Punkte Vorsprung auf Abstiegsrang 15 aufweist. Die „Husaren“, die gegenüber dem Konkurrenten TV Bremen Walle 1875 die schlechtere Tordifferenz aufweisen, haben damit ihr Schicksal in eigener Hand. Lemwerder kann aber zum Spielverderber werden, DJK zum Retter.

Eine der Fragen heißt also: Welche Rolle wird der Gegner SV Lemwerder spielen, der sich Sonntag um 15 Uhr am Oeversberg vorstellt? Punktet Lemwerder gegen Grohn, dann werden sich automatisch die Augen und Ohren auf den Burgwall richten. Denn dort stehen sich zeitgleich DJK Germania Blumenthal und Grohns Fernduell-Konkurrent TV Bremen Walle 1875. Der SV Lemwerder und DJK Blumenthal sind damit das Zünglein an der Waage.

DJK kann, wenn es die „Husaren“ aus eigener Kraft nicht schaffen, zum Retter werden. Aber verlassen sollte sich der SV Grohn darauf nicht, zu selten hat DJK in diesem Kalenderjahr gepunktet. Die Ausbeute von sieben Punkten aus zwölf Spielen ist mager, sie stammt aus den Partien gegen Lesum (9:1), Grohn (2:1) und Vahr-Blockdiek (2:2). Und mit dem TV Walle Bremen 1875 stellt sich ein Gegner vor, der alles versuchen wird, um den Kopf noch aus der Abstiegsschlinge zu ziehen.

„Wir spielen nicht für Grohn, wir spielen nicht für Walle, wir machen unser Ding“, kündigt DJK-Trainer Aydin Pekyalcin an und verspricht eine Mannschaft, die heiß ist und die Saison mit einem Sieg beenden will. Auch die 0:3-Hinspielniederlage ist laut Pekyalcin ein Ansporn für eine engagierte Schlussvorstellung. Ganz Schluss sein mit Fußball wird an diesem Tag für Ergün Talip, der DJK in der Startphase der Saison noch mit zehn Einsätzen unter die Arme gegriffen hatte. Nun soll er laut Aydin Pekyalcin mit einem fünf- bis sechsminütigen Einsatz am Ende der Partie verabschiedet werden.

Der SV Lemwerder spielt keine Rolle in einem Fernduell, sondern steht den ums Überleben in der Landesliga kämpfenden „Husaren“ direkt gegenüber. SVL-Trainer Norman Stamer nennt mehrere Gründe, warum es am Oeversberg nichts zu verschenken gibt. Er will keine Wettbewerbsverzerrung, er will die lange Derby-Serie ohne Niederlage ausbauen und will einen Sieg zum Abschluss seiner Trainerzeit beim SV Lemwerder.

Ob diesen Worten auch Taten folgen können, ist eine andere Frage. Beim SVL ist schon seit einigen Wochen die Luft raus, es wird nur noch einmal wöchentlich trainiert und es kam schon vor, dass nur noch Trainer und Betreuer auf der Ersatzbank saßen und ein Torhüter als Feldspieler auflaufen musste. „Wir sind nicht mehr in der Verfassung wie vergangene Saison oder am Anfang dieser“, schränkt Stamer ein und drückt damit aus, dass vom SV Lemwerder keine Wunderdinge mehr zu erwarten sind.

Drei Punkte mehr, und damit 38 auf dem Konto, ist allerdings das, was er sich zu seinem sportlichen Abschied wünschen würde. Der gesellschaftliche findet dann ab dem 12. Juni bei der Mannschaftsfahrt nach Mallorca statt.

Auch wenn die „Husaren“ laufend von den Geschehnissen im Spiel zwischen DJK Blumenthal und TV Bremen Walle 1875 unterrichtet werden, will Grohns Spielertrainer Jan-Philipp Heine keine Rechnerei: „Das würde nur blockieren.“ Genau das Gegenteil einer Blockade kündigt er an: „Wir wollen nicht abwartend spielen, sondern ein Feuerwerk abbrennen und alles daran setzen, drei Punkte zu holen.“ Die bessere Ausgangsposition gegenüber den Wallern habe man sich erarbeitet und jetzt soll „das richtig geile Finale zelebriert werden.“

Dass mit Dennis Magul, Marco Fonfana, Firat Erkek, Jannis Enßle und Benjamin Samorski fünf Spieler aus den verschiedensten Gründen fehlen, ist zwar ein Handicap, aber die letzten beiden guten Trainingseinheiten mit 18 beziehungsweise 20 Spielern machen Heine sicher, dass die „Husaren“ die letzte Aufgabe der Saison mit großer Entschlossenheit angehen werden.

Die individuellen Stärken des Gegners gelte es als Mannschaft in den Griff zu bekommen: „Natürlich haben wir einen wie Steven Holstein auf dem Schirm, aber er wird keine Sonderbewachung erhalten. Es ist das geilste Spiel der Saison. Die Freude ist groß, wir haben keine Angst“, meint Jan-Philipp Heine vor den 90 Minuten, in denen für den SV Grohn die Landesliga-Zugehörigkeit auf dem Spiel steht.


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Leserkommentare
theface am 18.10.2019 20:54
Das kann so nicht stimmen, sonst wären SPD und Grüne ja nicht mehr in der Landesregierung.
Opferanode am 18.10.2019 20:48
Ich hatte die gleiche Frage. Aber eine vernünftige Antwort würde mir besser gefallen, als so schulmeisterlich daherzukommen, mit der Aufforderung, ...