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Mehr als 1000 Nachwuchs-Handballer werden um die Pokale spielen

Olaf Kowalzik 11.06.2019 0 Kommentare

Kenneth Böhnke hat in Sachen Handball-Turnier viel um die Ohren.
Kenneth Böhnke hat in Sachen Handball-Turnier viel um die Ohren. (Olaf Kowalzik)

Mittwoch, 5. Juni: Ich stehe nach einer unruhigen Nacht morgens um 5.30 Uhr auf. Immer wieder waren mir Sachen durch den Kopf gegangen, die das bevorstehende Handball-Turnier meines Vereins, den SV Grambke-Oslebshausen, betreffen. Hab ich an alles gedacht, bekomme ich alles fertig? Irgendwie war es vor über 20 Jahren dazu gekommen, dass ich beim Turnier den Posten des Orga-Leiters bekommen habe. Wahrscheinlich, weil mir das Organisieren liegt. Mittlerweile sind die Vorarbeiten für das erste Turnier-Wochenende am 15./16. Juni längst in vollem Gange. Über 1000 Nachwuchsspieler werden um die Pokale spielen und müssen verpflegt werden, manche werden auch hier übernachten. Nach dem Abarbeiten einiger Turnieraufgaben mache ich mich auf den Weg zur straschu Holding GmbH in Groß Mackenstedt, bei der ich als Bilanzbuchhalter und stellvertretender Leiter der Finanzbuchhaltung tätig bin. Ich komme dort in stolzen 40 Minuten an und kann die Zeit dank meiner Freisprecheinrichtung wunderbar zum Telefonieren nutzen. Das aber mehr auf dem Rückweg, da meine Gesprächspartner so früh schwer zu erreichen sind und ich selbst auch ein wenig ein Morgenmuffel bin. Wieder zu Hause angekommen, esse ich einen Happen. Danach leite ich die Geldeingänge für das Turnier an Heinz Denker weiter, dem Urgestein in unserem Orga-Team, damit er die Checklisten für den Turnierwagen fertig machen kann. Ich überarbeite Telefon- und Inventurlisten und wäge ab, ob noch etwas einzukaufen ist oder der Restbestand vom Vorjahr reicht. Irgendwann werde ich müde und mach‘ im Bett noch kurz die Glotze an. Nach gefühlten fünf Minuten schlafe ich ein.

Donnerstag, 6. Juni: Unerbittlich klingelt der Wecker um 5.30 Uhr. Ich checke meine Mails und fahre zur Arbeit. In der Firma läuft es heute sehr gut: ich habe den Konzernabschluss per 30. April fertiggestellt. In meiner Pause kommt die Anfrage von Andreas Hett nach der Adresse des Zeltverleihers für das Turnier. Die 32 Schlaf-Zelte mit einem Gesamtgewicht von etwa drei Tonnen erhalten wir von den Behindertenwerkstätten aus Hamburg. Der Transport wird von der Firma ABE-Tec geregelt und bezahlt. Auf dem Weg nach Hause fahre ich beim „Schlachter meines Vertrauens“, Udo Boes in Burg, vorbei und gebe die Bestellung der Frühstücke für unsere Turnier-Übernachtungsgäste auf. Die Brötchenbestellung leite ich an Sabine Rix weiter, die den Kontakt zur Bäckerei Heilshorn hat. Wie fast jeden Tag schaue ich auf dem Heimweg beim Friedhof in Grambke vorbei. Dort liegt seit 2017 meine Frau Kerstin („Floddi“). Diese Anlaufstelle ist für mich sehr wichtig.

Freitag, 7. Juni: Heute mache schon um 14 Uhr Feierabend und fahre direkt zu Metro, um alles für das Turnier einzukaufen, was wir noch so benötigen. Im Nu ist der Kofferraum richtig voll. Da Bremen-Nord verkehrstechnisch, wie so oft an Freitagen, von Bremen abgeschnitten ist, dauert der Rückweg sehr lange. Unterwegs verabrede ich mich mit Arne Hellmann, der mit Torsten Humann und Ralph Christian Schöttker die spieltechnische Turnierleitung bildet. Arne überzeugt sich vom guten Zustand des Turnierplatzes, danach hilft er mir, den Einkauf in die Halle zu bringen. Nach der Erledigung meines eigenen Wochenend-Einkaufs schaue ich mir das Fußball-Eröffnungsspiel der Damen-Weltmeisterschaft an.

Sonnabend, 8. Juni: Auf dem Turnierplatz werde ich heute kaum gebraucht. Herbert Schmidt, der für das Kuchenzelt zuständig ist, hat zum Aufbau ein großes Team zusammen, wodurch der Mittelpunkt unseres Turniers innerhalb von 2,5 Stunden aufgebaut wird. Ich kann deshalb mein Handgelenk schonen und mich um die Verteilung der Plakate in den Ortsteilen Burgdamm, Burg, Grambke und Oslebshausen kümmern. Die Einwohner sollen doch wissen, was hier demnächst im Ortsteil los ist. Der Rest des Tages steht bei mir, unterbrochen von Hausarbeit, im Zeichen des großen Leders. „Hauptsache gewonnen“, denke ich beim 1:0-Sieg der deutschen Fußball-Damen über China. Der 2:0-Erfolg der Männer in Weißrussland rundet meinen eher fußballbetonten Abend ab.

Sonntag , 9. Juni: Ich nutze den Tag zum Ausschlafen und zu einem gemütlichen Frühstück. Danach ist ein bisschen Hausarbeit an der Reihe. Das schöne Wetter lockt mich einige Zeit zum Genießen auf die Terrasse, am frühen Nachmittag fesselt mich der letzte Spieltag in der Handball-Bundesliga, an dem es sowohl im Meisterschafts- als auch im Abstiegskampf ganz eng zugeht. Ich freue mich über den Meistertitel der SG Flensburg-Handewitt, da es mir diese Mannschaft mit ihrem flotten Spielstil schon immer angetan hat. Ich hätte aber auch dem THW Kiel den Titel gegönnt, da beide Mannschaften eine überragende Saison gespielt haben. Im Abstiegskampf tut mir der VfL Gummersbach leid, dass er die Bundesliga als Gründungsmitglied erstmals seit 1966 im letzten Augenblick aufgrund eines zu wenig geworfenen Tores verlassen muss. Vielleicht ist das für den einst erfolgreichsten Handballverein der Welt aber auch die Chance auf einen Neuanfang. Der Abstiegskampf war so spannend, dass ich mit einiger Verspätung zum Kaffee bei Arne und Sabrina Hellmann in Ritterhude vorbei schaue. Natürlich schließe ich auch mein Patenkind Junis ganz kräftig in die Arme. Das Fernsehprogramm am Abend macht es mir nicht leicht: Als Tatort-, Fußball-, Formel 1- und Harry-Potter-Fan bleibt mir nur eine Mischung aus Zappen und Aufnehmen übrig.

Montag, 10. Juni: Ich bin zu einem leckeren Pfingstfrühstück bei Sabrina und Henni eingeladen. Sabrina ist eigentlich meine Stieftochter, aber für mich ist sie wie meine eigene Tochter. Beide sind vor etwa einem Jahr bei mir ausgezogen und haben jetzt ihre eigene Wohnung. Beim Frühstück waren noch meine Schwiegermutter Renate und Sabrina‘s „richtiger“ Papa Thorsten mit seiner Freundin Claudia zu Gast. Da wir alle ein sehr gutes Verhältnis untereinander haben, ist es ein sehr angenehmes Zusammentreffen. Vor ein paar Tagen rief mich mein Bruder Markus an, weil sein Fernseher kaputt ist. Ich bringe ihm am Nachmittag ein Gerät nach Kattenturm, das bei mir ohnehin nur noch herumstand. So haben wir auch noch eine Runde geschnackt. In der Zwischenzeit hat Heinz Denker die Spielpläne für das Jugendwochenende fertiggestellt und mir zugeschickt. Ich mache mich sofort auf der Terrasse an die Arbeit, das Turnierheft zu erstellen und an das Orgateam, die Übungsleiter und den Handballvorstand zu verschicken. Heinz verschickt das Heft wiederum an unsere Gäste. Danach fahre ich zu Karina Sempf, die für das Catering zuständig ist, und spreche mit ihr die Einkaufsliste durch. Zum Schluss verbringe ich zu Hause einen ruhigen Abend, denn die kommenden Wochenenden werden für mich ganz bestimmt nicht so ruhig werden.

Dienstag, 11. Juni: Ich habe Urlaub und nutze die Zeit morgens zu einem Termin bei meinem Hausarzt. Meine Blutwerte waren bei der letzten Kontrolle nicht so gut. Wir besprechen, wie ich damit umgehen kann. Um zwölf Uhr treffen die Übernachtungs-Zelte für unsere Turniergäste auf dem Sportplatz ein. Ich bin mit Herbert Schmidt vor Ort und helfe beim Abladen, soweit es mit meinem lädierten Handgelenk überhaupt geht. Abends treffen wir uns auf dem Turnierplatz wieder, um die Halteverbotsschilder aufzustellen, die Wasser- und Stromanschlüsse vorzubereiten und die Zelte auf dem Platz zu verteilen. Diese werden am Mittwoch mit einem Großaufgebot an Helfern aufgebaut. Ich komme erst spät wieder zu Hause an und verschwinde nach einem kleinen Imbiss und einigen Telefonaten schnell ins Bett.

Kira Hoffmann, die Erst-Faustball-Bundesligaspielerin des Lemwerder TV, wird als Nächste über ihre Woche berichten.

Zur Person

Kenneth Böhnke (59)

ist der Orga-Chef des an diesem Wochenende beginnenden Handball-Kleinfeld-Turniers des SV Grambke-Oslebshausen. Er ist von Kindesbeinen an Mitglied des TV Grambke (jetzt SVGO). Der Bilanzbuchhalter wohnt seit 26 Jahren in Burgdamm.


Sporttabellen & Ergebnisse
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Leserkommentare
holger_sell am 20.10.2019 15:36
Kultur ist ein bedeutender Wirtschaftsfaktor und gerade auch in Bremen ein Magnet für den Tourismus.
Außerdem ist Kulturbewusstsein ein großer ...
holger_sell am 20.10.2019 15:30
Jede Politik hat ihre Klientel.
Wollen Sie im Ernst behaupten, dass Menschen, die sich für Kultur interessieren, keine normalen Leute sind ?