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SVGO erwartet „Schwäne“-Reserve
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Platz für Familien-Sentimentalitäten?

Olaf Kowalzik 05.04.2019 0 Kommentare

Der SVGO-Spieler Pascal Hinrichs wirkt vor dem Derby zumindest äußerlich sehr aufgeräumt.
Der SVGO-Spieler Pascal Hinrichs wirkt vor dem Derby zumindest äußerlich sehr aufgeräumt. (Fotos: OLAF KOWALZIK)

Grambke/Schwanewede. „Wenn der Vater mit dem Sohne“, heißt eine beliebte Filmkomödie mit Heinz Rühmann aus den 1950er Jahren.

Aber das kommt eher als Drama daher, denn die Brüder Pascal und Steven Hinrichs brauchen mit dem SV Grambke-Oslebshausen im Abstiegskampf jeden Punkt, vor allem jetzt gegen ihren bei der HSG Schwanewede/Neuenkirchen II spielenden Stiefvater Holger Langer. Der will wiederum mit den „Schwänen“ den Klassenerhalt mit einem Erfolg über den Derbyrivalen endlich dingfest machen.

Platz für Familien-Sentimentalitäten bleibt da nicht, oder doch? „Ich mache mir momentan schon Gedanken darüber, ob ich in eine alles entscheidende Szene wirklich so kompromisslos gegen Steven oder „Pasco“ rangehen würde wie gewohnt“, spricht Holger Langer von „einer unangenehmen Situation.“ Da er im Angriff wie seine Ziehsöhne im Rückraum spielt und auch in der Abwehr prominente Posten einnimmt, wird ein direkter Kollisionskurs im Landesliga-Nordderby kaum zu vermeiden sein.

Einsatz von Steven Hinrichs gefährdet

Grambkes Torjäger Nummer eins, „Pasco" Hinrichs, wirkt zumindest äußerlich sehr aufgeräumt: „Wir sind gar nicht in der Position, uns auszusuchen, wen man anfasst und wen man durchlässt“, wischt er jegliche familiäre Bedenken vom Tisch. Der Einsatz seines Bruders Steven, zweitbester Werfer des Teams, ist dagegen aufgrund einer Handverletzung noch fraglich.

So oder so ist es im Familien-Clan die erste Begegnung der besonderen Art, da Holger Langer seine Stiefsöhne bis auf eine kurze, zu vernachlässigende Zeit, von der D-Jugend an aufwärts ständig trainiert hatte. Selbst beim SVGO standen sie bis Ende November des vergangenen Jahres unter seinen Fittichen. Bis dahin hatte die „Langer-Hinrichs-Combo" sogar bei den Herren stets gemeinsam auf derselben Seite auf dem Feld gespielt, sowohl bei der HSG Lesum/St. Magnus als auch danach beim SV Grambke-Oslebshausen.

„Solch eine Konstellation wie jetzt hatte ich noch nie, da wird solch ein Derby natürlich richtig unangenehm“, fährt Holger Langer fort. „Man muss das familiäre trennen, denn wir müssen das Spiel unbedingt gewinnen. Daher wird es auch ein sehr intensives Derby werden“, ist Pascal „Pasco" Hinrichs überzeugt. Funkstille herrschte deshalb im Vorfeld zwischen ihm und seinem Stiefvater aber nicht. „Wir reden darüber, sind sehr entspannt und ziehen uns auch ein wenig gemeinsam darüber auf“, verrät Holger Langer.

Noch mehr „knusper", so der O-Ton von Langer, ist im Nordderby jedoch drin, weil der 36-Jährige die Gelb-Blauen bis Ende November auch noch selbst trainiert hatte. Danach übergab er den Staffelstab an Marcel Hägermann, um dem Team im Abstiegskampf noch einmal neue Impulse zu verleihen. Das zahlte sich zumindest nicht in Punkten aus, da sich Langer mit 4:14 Zähler aus der Sperberstraße verabschiedete und sein Ex-Klub seitdem 4:22 Punkte einfuhr.

„Ich gönne dem SVGO den Klassenerhalt, schließlich ist er ein Traditionsverein. Dessen Spieler haben eigentlich auch die Qualität für diese Liga“, ist Langer überzeugt. „Solange diese aber nicht erkennen, wann sie auf dem Feld auch einmal die Ruhe bewahren müssen, kann ihnen kein Trainer zum Klassenerhalt verhelfen“, schlägt er sich auf die Seite seines Nachfolgers Marcel Hägermann. Gewinnen will der „Ex" gegen den Gastgeber natürlich trotzdem.

Wie auch immer: Als Tippgeber war Holger Langer schon beim Dienstagstraining der „Schwäne" heiß begehrt, obwohl er daran aus beruflichen Gründen gar nicht teilnehmen konnte. „Ich musste meine Mannschaft im Vorfeld per WhatsApp mit vielen Informationen versorgen, damit die sich auf das Derby vorbereiten konnte“, schmunzelte Holger Langer. Natürlich hat sein Nachfolger den Spielstil der Gelb-Blauen mittlerweile verändert und auch den ein oder anderen Spielzug etwas abgewandelt oder neu eingeführt.

„Abgesehen vom grundsätzlichen Spielstil kenne ich aber natürlich auch die einzelnen Stärken und Schwächen meines ehemaligen Teams. Dadurch wissen wir auch, wie wir gegen sie verteidigen und angreifen müssen", lässt Langer durchblicken, dass der Nordrivale nach wie vor sehr verwundbare Stellen hat. „Und wir wissen, dass wir im Falle eines Rückstands gegen den SVGO einfach nur die Ruhe bewahren müssen“, betont der Ex-Grambker. Schließlich hatte sich der Tabellenvorletzte in der Saison am Ende schon zu oft durch unnötige Hektik selbst geschlagen.

Vor allem gegen seine brandgefährlichen Stiefsöhne hat Holger Langer besondere Taktiken parat, die er aber öffentlich nicht preisgeben will. „Schließlich kenne ich sie aus dem Effeff.“ Pascal Hinrichs stört das nicht: „Ich arbeite in Grambke gerade selbst an mir, um besser zu werden. Und das klappt gut“, behauptet er. „Daher mag es arrogant klingen, aber ich habe auch gegen andere Teams erfolgreich getroffen, obwohl die mich kennen.“


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Leserkommentare
peteris am 19.10.2019 17:47
Das Affentheater geht also in die nächste Runde. ...
onkelhenry am 19.10.2019 17:00
Hallo @Suzi ....

Was Sie da immer so verstehen ;-)

Das erklärt auch, warum Sie so oft falsch liegen!

Ja zu ...