Wetter: Regen, 10 bis 18 °C
Handball-Oberliga der Männer
Der Artikel wurde zur Merkliste hinzugefügt.
Die Merkliste finden Sie oben links auf der Seite.

Torwart Tholen, Abwehr, Videoanalyse

Olaf Kowalzik 22.09.2019 0 Kommentare

Niels Huckschlag (beim Wurf) zeigte nicht nur in der Abwehr eine bärenstarke Leistung, sondern steuerte auch sechs Treffer zum
Niels Huckschlag (beim Wurf) zeigte nicht nur in der Abwehr eine bärenstarke Leistung, sondern steuerte auch sechs Treffer zum "Schwäne"-Sieg bei. (OLAF KOWALZIK)

Schwanewede. „You're simply the best", dudelte es aus den Lautsprechern in der „Heidehölle“. Just angeschmissen nach dem 32:30 (17:15)-Heimsieg der HSG Schwanewede/Neuenkirchen über die SG VTB Altjührden. Aber wer war von den heimischen Oberliga-Handballern bloß mit dem Hit von Tina Turner gemeint? Wer war vor den 400 Zuschauern einfach der Beste?

HSG-Torwart Jan Tholen vielleicht, der den Drittliga-Absteiger mit wichtigen Paraden entnervte und am Ende der mitreißenden 60 Minuten die Arme hochriss und von seinem Team im Knäuel gefeiert wurde? Er hatte bis zum 5:5 nicht einmal die Hände an den Ball bekommen, ehe er in der zehnten Spielminute einen Wurf von Altjührdens Tormaschine Dennis Summa zu fassen bekam. „Dann ging’s los", sagte der Rotschopf und konnte gar nicht mehr aufhören, sich zu freuen. 26 Prozent gehaltene Bälle waren es bei ihm vor der Pause, im zweiten Spielabschnitt sogar fantastische 37,5 Prozent. Lediglich bei den Würfen von Linksaußen kassierte er vielleicht einen Tick zu viel. Die Meriten wollte der junge Kerl im „Schwäne“-Kasten aber nicht annehmen. „Vor mir stand ja auch eine Spitzenabwehr, und die Absprache mit dem Innenblock war super“, wehrte er ab.

Stimmt auch wieder. Denn was vor allem Niels Huckschlag, Torben Lemke, Nils Goepel, Karlo Oroz, Marco Wilhelms oder auch Thorin Helfers leisteten, konnte sich sehen lassen. An denen arbeiteten sich die Friesländer kräftig ab und lagen in der gesamten Begegnung nicht ein einziges Mal in Front. Torben Lemke strahlte dabei eine Seelenruhe aus und kurbelte bei Ballgewinnen die Abteilung Attacke an.

Womit auch schon die dritte Zutat des Überraschungssiegs des Aufsteigers genannt ist. „Wir haben den Gegner gut auf Video studiert und dessen Schwäche gnadenlos ausgenutzt“, frohlockte Niels Huckschlag. Zwei, drei Spielvariationen genügten, um die Gäste-Deckung permanent aus den Angeln zu heben, so dass entweder „Hucki" Huckschlag auf Halblinks seinen Gegenspieler Jonas Rohde umkurvte oder Marc Blum das Leder per Sprungwurf über die Mitte abfeuern konnte. Dort hatte der estnische Nationalkeeper Rasmus Ots keine Chance. Bis zum 8:6 hatte ihm das brandgefährliche HSG-Duo schon sechs Tore eingeschenkt, etwas später war der unheimlich dynamische Marco Wilhelms auf Halbrechts nicht zu bremsen.

Für den Bonus sorgte der VTB-Trainer Christian Schmalz, da er am Ex-Bundesliga-Torwart des Bergischen HC sowohl im ersten als auch im zweiten Durchgang zu lange festgehalten hatte. Der 17:15-Pausenvorsprung des Underdogs war allein schon deshalb verdient, weil er sich als gut abgestimmtes Orchester präsentierte, während der Drittliga-Absteiger eher aus Solisten bestand.

Die Vorentscheidung schien sich in der 40. Minute anzubahnen, als Nils Goepel den „Schwäne“-Vorsprung in Überzahl auf 25:19 schraubte. Denkste, denn nach dem 29:23 von Niels Huckschlag taten sich die Hausherren wie aus heiterem Himmel gegen die offensiver gewordene VTB-Abwehr unheimlich schwer (46.). Die Fehlerquote zog an, den Rest der HSG-Chancen machte der VTB-Schlussmann Finn-Luca Schwagereit zunichte. „Meinen Spielern fehlten nun die Ideen“, konstatierte der Schwaneweder Chef-Trainer Andreas Szwalkiewicz, der mit dem kurzfristig eingesprungen „Co" Henning Schomann an der Seitenlinie die Ruhe behielt.

Als Dennis Summa mit seinem 15. Treffer auf 29:30 verkürzte, gab das dem nicht nur mit fünf Trommlern angerückten Gäste-Anhang Oberwasser. Ein mächtiger Sprungwurf von Marc Blum und ein Konter von Tim Paltinat innerhalb von 32 Sekunden zum 32:29 trafen Altjührden jedoch mitten ins Herz. „4:2 Punkte aus den ersten drei Spielen sind ein optimaler Start“, schloss „Andi" Szwalkiewicz rundum zufrieden ab.

Weitere Informationen

HSG Schwanewede/Neuenkirchen – SG VTB Altjührden 32:30 (17:15)

HSG Schwanewede/Neuenkirchen: Tholen, Planck; Paltinat (4), Wilhelms (4), Helfers (1), Huckschlag (6), Goepel (2), Lemke (2), Cagliani, Blum (7), Wünsch, Oroz (6/3), Kunz

Siebenmeter: 4/3 – 5/5

Zeitstrafen: 3 – 2 ELO


Sporttabellen & Ergebnisse
Sporttabellen & Ergebnisse

Welcher Verein wann in Bremen oder der Region spielt und wie die Begegnung ausgegangen ist, erfahren Sie in unserem Tabellenbereich. Auch die Ergebnisse der Spiele der höheren Ligen finden Sie dort.

WESER-KURIER Kundenservice
Leserkommentare
kkahle am 21.10.2019 15:04
Achtung, Achtung!
Der kleine Jan hat sich im Internet verlaufen und sucht jetzt seine Mutti.
Wer ihm begegnet, möge ihm den Weg nach ...
suziwolf am 21.10.2019 15:04
Weit weg ... @Jubi ... ist Erdogan.

Nicht nur geografisch, sondern auch
,Ihrer Vorfreude entsprechend‘ 🙀 !

Und, wenn ...