Wetter: wolkig, 7 bis 14 °C
Lilienthals Coach Remo Hubacher über die durchwachsene Saison in der 1. Floorball-Bundesliga
Der Artikel wurde zur Merkliste hinzugefügt.
Die Merkliste finden Sie oben links auf der Seite.

Erst enttäuscht, jetzt erleichtert

Karsten Hollmann 02.04.2015 0 Kommentare

Floorball TV Lilienthal - Floor Fighters Chemnitz (Leibchen)
Remo Hubacher: Fünf Monate Zeit, um kommende Saison nicht gegen den Abstieg spielen zu müssen. FO/HAS (Hans-Henning Hasselberg)

Hubachers Stieftochter Chiara ist ebenfalls floorball-begeistert. Der Schweizer begann seine aktive Karriere im Jahre 1992 beim UHC Thun, ehe er zehn Jahre später zum ETV Hamburg wechselte. Parallel lief er auch noch für den TV Eiche Horn in Bremen auf. In Hamburg wurde er auch Trainer und Abteilungsleiter. Im Jahre 2009 zog er nach Borgfeld. Seit November 2014 trainiert er die Lilienthaler Wölfe.

(kh)

Dank der beiden Siege über die Unihockey Igels Dresden in den Play-downs fand eine sehr durchwachsene Saison in der 1. Floorball-Bundesliga für den TV Lilienthal ein versöhnliches Ende. Dennoch hatte vor der Serie niemand auf dem Zettel, dass sich die „Wölfe“ so schwer tun würden, den Klassenerhalt unter Dach und Fach zu bringen. Lilienthals Trainer Remo Hubacher zog im Gespräch mit Karsten Hollmann ein Fazit und äußerte sich zu den Aussichten des Vereins.

Wie viele Steine sind Ihnen und den Spielern nach dem Klassenerhalt vom Herzen gefallen?

Remo Hubacher: Die Rückfahrt aus Dresden war schon sehr lustig und hat nach einem Stopp an der Tankstelle lange gedauert. Die Erleichterung war allen sehr deutlich anzumerken. Alle waren einfach nur froh. Die Jungs haben es sich aber auch verdient. Sie haben hart für den Klassenerhalt gearbeitet. Es war eine unheimliche Belastung für den Körper.

Weshalb haben Sie Dresdens Angebot abgelehnt, an einem Wochenende erst zweimal auswärts anzutreten, um so eventuell zwei Auswärtsfahrten zu vermeiden?

Weil wir es dann riskiert hätten, durch zwei Niederlagen kein Heimspiel mehr zu bekommen. Das wäre nicht so klug gewesen. So, wie wir es nun gemacht haben, hat der Dachverband es auch vorgesehen. Dadurch sind wir auch um eine Übernachtung herumgekommen.

Warum haben die Wölfe die angestrebten Play-offs verpasst?

Es wurde zum einen im vergangenen Sommer nicht genügend für die Schnellkraft getan. Dadurch fehlte den Spielern häufig der letzte Schritt. Zum anderen gab es Defizite im taktischen Bereich. Man hätte bei den verschiedenen Spielsystemen schon weiter sein können. Der dritte Grund ist die mangelhafte Chancenverwertung. Wir haben dennoch kein Spiel deutlich verloren.

Waren Sie denn nicht in der Lage, diese Defizite im Laufe der Saison abzustellen?

Mein Fokus galt ganz klar der Chancenverwertung. Die hat sich seit meinem Amtsantritt auch verbessert. Dafür standen wir aber in der Defensive nicht mehr so gut. Dies kann ich mir aber nicht erklären. Grundsätzlich benötige ich aber eine ganze Saisonvorbereitung, um diese Dinge in die richtige Richtung zu lenken.

Was war letztendlich ausschlaggebend für den Verbleib in der Klasse?

Als drei Spieltage vor Schluss feststand, dass wir die Play-offs nicht erreichen werden, war die Enttäuschung erst einmal groß. Ich muss meiner Mannschaft aber ein Kompliment dafür machen, dass sie dann noch einmal mit viel Disziplin so zurückgekommen ist. Wie alle Beteiligten mit dem großen Druck umgegangen sind, war schon vorbildlich. Entscheidend war auch unser breiter Kader. Während Dresden mit zehn bis zwölf Spielern auskommen musste, konnten wir mit 15 bis 17 Leuten drei Reihen bilden. Das war für uns Gold wert.

Muss die Qualität des Kaders verbessert werden, damit Ihnen die Play-downs in der kommenden Saison erspart bleiben?

Nein. Die Qualität des Kaders ist absolut play-off-tauglich. Wir haben jetzt auch fünf Monate Zeit, die Grundlagen dafür zu setzen, um in der kommenden Saison nicht gegen den Abstieg zu spielen. Die meisten Spieler werden jetzt erst einmal für drei Wochen den Schläger wegstellen. Dann geht es aber wieder weiter.

Was stimmt Sie positiv, dass Sie in der nächsten Serie die Play-offs erreichen?

So etwas wie in dieser Saison braucht man nicht jedes Jahr. Wir werden jetzt noch einmal in die Hände spucken und die Saison analysieren. Ich möchte erst einmal ein Meinungsbild der Spieler einholen. Wir wissen durch die Play-downs auf jeden Fall, dass wir im Sommer mehr machen müssen, um uns mit den Play-offs zu belohnen. Mit ein bisschen Glück könnten wir dann sogar in die Top-Vier kommen.

Werden Sie auch Spieler für die Auswahlmannschaften abstellen?

Ja. Nils Hallerstede, Mark-Oliver Bothe und Torben Kleinhans haben Einladungen für das Trainingscamp der Deutschen Nationalmannschaft erhalten. Bei Torben weiß ich aber noch nicht, ober er auch teilnehmen kann. Lukas Bieger wird zudem bei der U 19-Weltmeisterschaft in Schweden auflaufen.

Wird es für Ihren Klub möglich sein, solche Spieler auf Dauer zu halten?

Auf jeden Fall. Vom Umfeld her gehört der Verein zu den Top-Vier in der 1. Bundesliga. Wir haben eine gute Halle, fahren mit einem Reisebus zu Auswärtsspielen und haben einen Physiotherapeuten und eine Mental-Trainerin. Dirk Papenmeier nimmt außerdem jedes Spiel auf Video auf. Wir verfügen also insgesamt über viele helfende Hände, die ehrenamtlich für ein professionelles Umfeld sorgen.

Ist es dann auch möglich, weitere Top-Spieler für den Klub zu gewinnen?

Lukas Bieger ist ein gutes Beispiel dafür. Obwohl er aus der Nähe von St. Peter Ording kommt, hat er sich gegen den ETV PiranHHas Hamburg und für uns entschieden. Er wohnt in der Familie eines Spielers und macht sein Abitur in Lilienthal. Wir werden sicherlich nicht nein sagen, wenn sich noch ein guter Spieler uns anschließen möchte. Aber es ist nicht so, dass wir händeringend danach suchen.

Bleibt das Team in dieser Form zusammen?

Davon gehe ich aus. Die Spieler haben bereits mit Gudrun Hallerstede gesprochen. Ich habe auch von keinem Spieler die Rückmeldung bekommen, dass bei uns alles doof ist. Einige Akteure machen aber gerade ihr Abitur. Da kann man nie genau sagen, wo sie danach einen Studienplatz erhalten.

Machen Sie denn als Trainer weiter?

Mein Vertrag gilt erst einmal nur bis zum Saisonende. Wir werden in den nächsten Tagen Gespräche führen, welche Aufgabe ich in Zukunft ausfüllen werde. Ich habe auf jeden Fall Interesse, dem Team weiter zu helfen. Über die genaue Funktion müssen wir uns noch unterhalten. Wir wollten erst mal die Emotionen abkühlen lassen.


Sporttabellen & Ergebnisse
Sporttabellen & Ergebnisse

Welcher Verein wann in Bremen oder der Region spielt und wie die Begegnung ausgegangen ist, erfahren Sie in unserem Tabellenbereich. Auch die Ergebnisse der Spiele der höheren Ligen finden Sie dort.

WESER-KURIER Kundenservice
Leserkommentare
rmonsees am 22.10.2019 08:33
In Luxemburg beispielsweise, während des dortigen Volksfestes -der "Schueberfouer"- kann der ÖPNV ab 19 Uhr zum und vom Festplatz kostenfrei genutzt ...
axp am 22.10.2019 08:29
na ja, ich denke nicht, das die Bevölkerung hier aufgehetzt wird. Es ist eher so, dass langsam aber sicher immer mehr Menschen mitbekommen, das die ...