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FC Hagen/Uthlede
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Bankrotterklärung in Grün-Schwarz

Dennis Schott 22.09.2019 0 Kommentare

Immer einen Schritt zu spät: Hier verliert Hagens Sadrak Nankishi (rechts) den Balll.
Immer einen Schritt zu spät: Hier verliert Hagens Sadrak Nankishi (rechts) den Balll. (Schott)

Hagen. Es fing so vielversprechend an. Auf der rechten Außenbahn setzte sich Erik Köhler durch, passte scharf nach innen, wo Finn-Niklas Klaus das Leder nur denkbar knapp neben den Pfosten setzte. Gerade einmal eine Minute war im Spiel des FC Hagen/Uthlede gegen den 1. FC Germania Egestorf-Langreder gespielt, und es schien so, als wollte der Fußball-Oberligist nach zwei Niederlagen in Folge unbedingt und mit allen Mitteln die Trendwende einläuten. Es kam jedoch ganz anders. Nicht nur, dass der FC Hagen/Uthlede nun die dritten Pleite in Serie hinnehmen musste – dieses überaus betrübliche 0:9 (0:5) ist zweifelsohne der absolute Tiefpunkt einer bislang ohnehin nicht überzeugenden Saison der Hagener.

Carsten Werde nannte es „brutal, wie wir mit dem 0:1 unser Scheunentor geöffnet haben“, meinte Hagens Coach hinterher. Er sah sein Team in den ersten zehn Minuten noch auf Augenhöhe, „aber darüber braucht man nicht zu sprechen, wenn man danach den Gegner durch individuelle Fehler und nach Standardsituationen so zum Toreschießen einlädt. Das war schon heftig“, ergänzte Werde.

Die Hausherren machten es ihrem Gegner aber auch leicht. Ein Ballverlust auf der linken Abwehrseite, ein kurzer Pass in den Rücken, und schon besorgte Dominik Behnsen die frühe Führung (13.). Apropos Behnsen: Der Germania-Stürmer schien an diesem sonnigen Sonntagnachmittag richtig Lust aufs Toreschießen zu haben und war von der Hagener Abwehr einfach nicht zu bändigen. Nach einem Eckball besorgte er per Kopf das 2:0 (23.), sieben Minuten später das 3:0, und als wäre dieser lupenreiner Hattrick nicht schon Strafe genug gewesen, legte er noch seinen vierten Treffer nach (39.). Marvin Schlömer erhöhte bis zur Pause dann sogar noch auf 5:0 (45.).

Die Entscheidung war längst gefallen, es ging für den FC Hagen/Uthlede nach dem Seitenwechsel nur um Schadensbegrenzung. Aber auch dieses Vorhaben misslang gründlich. Die Gastgeber waren kaum in der Lage, das Leder mal nicht nach drei Stationen zu verlieren, wenn sie ihn nicht schon vorher verloren. Und während die Grün-Schwarzen redlich versuchten, in irgendeinen Rhythmus zu kommen, war den Gästen die Spielfreude voll anzumerken. Gegen desolate Hagener konnte das Kombinieren aber auch nur Spaß machen, meist genügte ein einfacher Pass in die Tiefe, um die FC-Abwehr aus den Angeln zu heben. Hagens Keeper Yannick Becker, der noch leicht angeschlagen war, konnte einem schon leidtun. Vor dem 0:6 und 0:7 konnte er noch die ersten Torschüsse abwehren, war bei den Nachschüssen allerdings machtlos, auch weil seine Vorderleute einfach nicht wach genug waren, um die Situation zu klären. Mehr noch: Es schien so, als ergäben sie sich ihrem Schicksal. „Wir haben Yannick heute maximal im Stich gelassen“, meinte Carsten Werde folgerichtig.

Nach dem Sturz auf einen direkten Abstiegsplatz ist guter Rat teuer. Wie herauskommen aus dieser Abwärtsspirale? Hagens Coach stellt die Charakterfrage. „Jetzt haben wir die spannende Situation, in der sich die Größe der Spieler zeigt“, sagte er. Dabei war den Spielern das Bemühen zumindest in der ersten Hälfte der ersten Halbzeit nicht abzusprechen. Es war aber auch offensichtlich, dass auf dem Feld keine homogene Mannschaft stand. Im Gegenteil. Die Spieler schienen stark verunsichert, und es steht zu befürchten, dass dieser Zustand nach diesem denkwürdigen 0:9 noch länger anhält.


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Leserkommentare
peteris am 19.10.2019 17:47
Das Affentheater geht also in die nächste Runde. ...
onkelhenry am 19.10.2019 17:00
Hallo @Suzi ....

Was Sie da immer so verstehen ;-)

Das erklärt auch, warum Sie so oft falsch liegen!

Ja zu ...