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Buttgereit hat kaum Hoffnung für den Ex-Klub

Dennis Schott 24.05.2019 0 Kommentare

Gerd Buttgereit vor zwei Jahren. Damals stand der 54-Jährige noch an der Seitenlinie des SV Lilienthal-Falkenberg, mit dem er einst den Aufstieg in die Bezirksliga schaffte. Nun droht der Abstieg.
Gerd Buttgereit vor zwei Jahren. Damals stand der 54-Jährige noch an der Seitenlinie des SV Lilienthal-Falkenberg, mit dem er einst den Aufstieg in die Bezirksliga schaffte. Nun droht der Abstieg. (Hans-Henning Hasselberg)

Lilienthal. Es wäre ja naheliegend, wenn sich Gerd Buttgereit das Spiel des SV Lilienthal-Falkenberg gegen den TSV Etelsen anschauen würde. Schließlich trainierte der 54-Jährige beide Mannschaften, drei Jahre die Lilienthaler und bis vor Kurzem die Schlossparkkicker. Gerd Buttgereit wird an diesem Sonntag (15 Uhr) jedoch nicht am Schoofmoor vorbeischauen. Er ist froh über die nun eingekehrte Ruhe, nachdem er erst vor wenigen Wochen – einhergehend mit einigen Enttäuschungen – in Etelsen mit sofortiger Wirkung als Trainer zurücktrat. Was nicht bedeutet, dass er sich nicht mehr für das Geschehen in der Fußball-Bezirksliga Lüneburg interessiert. Er beobachtet aus der Ferne noch ganz genau, was vor sich geht. Auch wenn das gerade mit Blick auf die Lilienthaler nicht ganz leicht fällt.

„Es ist nicht unbedingt angenehm, das zu verfolgen“, sagt der Ex-Trainer. Ihm bereitet die Entwicklung Sorge. Und er befürchtet, dass es den SV Lilienthal-Falkenberg treffen wird, die Mannschaft in der kommenden Saison dort spielen wird, aus der sie gemeinsam mit Gerd Buttgereit aufgestiegen war: in der Kreisliga Osterholz. „Ich denke mal, man muss sich mit dem Abstieg abfinden“, meint er mit Blick auf das Restprogramm. Dass die Lilienthaler nun gegen den TSV Etelsen etwas Zählbares einfahren werden, daran glaubt der 54-Jährige nicht. „Und danach haben sie nur noch ein Spiel“, weiß er um das Saisonfinale beim SV Komet Pennigbüttel, das bei momentan drei Punkten Rückstand auf den ersten Nicht-Abstiegsplatz unbedingt gewonnen werden müsste. Da sei die Ausgangsposition des ärgsten Rivalen, der 1. FC Rot-Weiß Achim, wesentlich komfortabler, meint er. Zumal die Achimer das im Vergleich leichtere Restprogramm hätten.

Tritt das Befürchtete tatsächlich ein, dann wäre das „sehr schade“, sagt Gerd Buttgereit. „Wieder in die Kreisliga abzusteigen, wäre ganz bitter“, sagt er. Zumal der Verein seinerzeit lange gebraucht hatte, um auf die Bezirksebene zu kommen. Von der Qualität her, da sind sich viele einig, gehört die Mannschaft dort auch hin. Es muss also noch einen anderen Grund für diesen enttäuschenden Saisonverlauf geben. Buttgereit wird in diesem Zusammenhang schnell bei der Einstellung fündig. Die fehlte zuletzt, obwohl die Mannschaft nach dem Rücktritt von Trainer Manuel Weinrich den Ernst der Lage zunächst erkannt zu haben schien. Die ersten beiden Spiele gewann der Bezirksligist noch, um danach wieder in alte Muster zu fallen. Einem enttäuschenden Auftritt gegen den MTV Riede (0:4) folgte ein nicht minder ernüchterndes 1:1 gegen eben jenen ärgsten Konkurrenten aus Achim – trotz knapp 60-minütiger Überzahl. Kurzum: Der Effekt des Trainerrücktritts scheint bereits wieder verpufft.

Das Verblüffende dabei: Gerd Buttgereit trat zum selben Zeitpunkt und nach nur einem Dreiviertel-Jahr als Trainer beim TSV Etelsen zurück. Das 0:6 im Spitzenspiel gegen den TSV Ottersberg war seinerzeit zu viel für ihn und zu wenig zum Weitermachen. „Das tat mir in der Seele weh und ich konnte es auch nicht nachvollziehen, wie man so auftreten konnte. Jede Ü50-Mannschaft hätte mehr Einsatz gezeigt“, erklärt der Ex-Trainer, dessen Team nach dieser Partie die wohl letzte Möglichkeit auf die Rückkehr in die Landesliga, dem unbedingten Ziel des Teams, ausließ. Gerd Buttgereit sagt: „Ich wollte mit meinem Rücktritt ein Zeichen setzen.“ Und glaubt dies auch erreicht zu haben. „Ich glaube, die Mannschaft war selbst geschockt. Aber sie hat danach wieder zu einer gewissen Leichtigkeit gefunden“, wie es der 54-Jährige umschreibt. Immerhin gewannen die Schlossparkkicker vier der fünf anschließenden Spiele.

Der SV Lilienthal-Falkenberg hingegen kam in dieser Zeit nur auf zwei Siege und muss mehr denn je um den Ligaverbleib bangen. Gerd Buttgereit glaubt, dass sich am Schoofmoor in gewisser Weise ein „Vakuum“ gebildet habe. Er vermisst die rechte Führung der noch jungen Mannschaft. „Die Jungs sind da ein bisschen auf sich allein gestellt“, meint er. Was zudem nicht sonderlich hilfreich ist, sind die Spekulationen um die Zukunft. Bei den Blau-Gelben gibt es unbestritten gute Kicker, die das Interesse der umliegenden Vereine nach sich ziehen – gerade im Fall eines Abstiegs. So wird Gerüchten zufolge Nils Koehle mit einem Wechsel zum SV Blau-Weiß Bornreihe in Verbindung gebracht. Koehle ist nur ein Beispiel. „Es hilft den Jungs nichts, wenn der Kopf nicht dabei ist“, findet Buttgereit.

Zur Sache

Hassan Jaber übernimmt

Zwei Spieltage vor dem Ende der Saison hat der SV Lilienthal-Falkenberg einen Nachfolger für den im April zurückgetretenen Manuel Weinrich gefunden. Hassan Jaber wurde der Mannschaft am Donnerstagabend vorgestellt. „Das Gesamtpaket hat gestimmt“, sagt Pascal Klinckradt, der mit der Nachfolgesuche betraut war und schon vorher Gespräche mit weiteren Interessenten geführt hatte. Erst mit Jaber wurde man sich einig. „Er kennt die DNA des Vereins“, so Klinckradt weiter. Jaber, bislang Spieler der Zweiten, übernimmt das Team ligaunabhängig. „Wir hoffen, dass er ein neues Feuer entfachen kann“, so Klinckradt, der ihm als Co-Trainer assistieren wird.


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Leserkommentare
peteris am 23.10.2019 11:44
Bremerhaven
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Gutachter haben nach den gründlichen Untersuchungen ...
suziwolf am 23.10.2019 11:40
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