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Fußball-Landesliga Lüneburg
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Eingelullte Kannibalen

Tobias Dohr 19.08.2018 0 Kommentare

Ritterhudes Dario Cordes (rechts) im Kopfballduell mit Winsens Kapitän Oliver Rupprecht.
Ritterhudes Dario Cordes (rechts) im Kopfballduell mit Winsens Kapitän Oliver Rupprecht. (Tobias Dohr)

Ritterhude. Dieses 3:3 (2:2)-Unentschieden gegen den TSV Winsen/Luhe könnte der TuSG Ritterhude im weiteren Saisonverlauf in der Fußball-Landesliga Lüneburg noch einmal so richtig wehtun. Denn das Heimspiel gegen den Aufsteiger hätte das Team von Trainer Julian Geils nach einer frühen 2:0-Führung nie und nimmer aus der Hand geben dürfen. Am Ende mussten die Ritterhuder aber sogar froh sein, überhaupt ein Pünktchen gerettet zu haben.

"Wir waren die klar bessere Truppe und haben uns vom Gegner komplett einlullen lassen", brachte es ein enttäuschter TuSG-Coach hinterher auf den Punkt. Sehr schnell erkannten die nur knapp 60 Zuschauer, dass es eigentlich nur eine Mannschaft in der Hand hatte, diesem Spiel eine Richtung vorzugeben: und das war die Heimelf. Die Ritterhuder starteten nach der Enttäuschung im ersten Saisonspiel bei Drochtersen/Assel II (0:2) mit einer derartigen Entschlossenheit in das erste Spiel vor eigenem Publikum, dass man schon fast Angst haben musste um die Gäste aus Winsen/Luhe.

Wie gefräßige Kannibalen machten sich die TuSG-Spieler über den TSV her, der zunächst gar nicht wusste, wie ihm geschah und schon nach 120 Sekunden das erste Gegentor kassierte. Einen herrlichen Diagonalflugball über fast 40 Meter von Paul Ihongbe schob Marcel Meyer volley zur Ritterhuder Führung ein. Die Geils-Mannen blieben am Drücker und legten in der 18. Minute nach. Phil Knauth hatte Patrick Brouwer wunderbar bedient, und der schlenzte das Leder in den oberen Winkel. Zu diesem Zeitpunkt war klar: Die Ritterhuder können sich heute nur selbst schlagen. Und dieses kaum vorstellbare Unterfangen begann praktisch mit dem direkten Gegenzug.

Denn im Gefühl des sicheren Sieges stellte die Heimelf ab sofort das Spielen ein. Schlimmer noch: Plötzlich wurden einfachste Bälle im Spielaufbau dem Gegner in die Füße gespielt, wie beispielsweise beim 1:2, als Dario Cordes ein Ballverlust unterlief und Winsens Marius Landowskis per Doppelpass frei vor Timm Korge auftauchte und einschob. Noch schlimmer war in der Entstehung jedoch das 2:2. Eigentlich hatten die Ritterhuder die Situation längst geklärt, doch Fynn Kathage, Dario Cordes und Phil Knauth standen sich praktisch gegenseitig im Weg, Abdul Rauf sagte Danke – und glich aus.

"Wie wir dem Gegner die Tore schenken, ist wirklich unglaublich", ärgerte sich Geils, der in der Pause auch noch seinen an der Schulter verletzten Torwart auswechseln musste.  Nach Wiederanpfiff entwickelte sich eine komplett ausgeglichene Partie auf sehr überschaubarem Landesliga-Niveau. Die Heimelf fand nicht mehr zu der Aggressivität der Anfangsphase zurück, im Gegenteil: sie wurde immer leiser, ja geradezu lethargisch. Fast folgerichtig fiel zehn Minuten vor Ende das Winsener 3:2, erneut durch Landowski.

Selbst nach diesem Treffer war ein bedingungsloses Aufbäumen längst nicht bei jedem TuSG-Akteur zu erkennen. Dennoch langte es am Ende noch zum Ausgleichstreffer – allerdings unter tatkräftiger Mithilfe von Schiedsrichter Jan-Ole Schlüter. Der hatte einen leichten Körperkontakt eines Winseners gegen Patrick Brouwer gepfiffen, allerdings wohl nur, weil er den Ort des Geschehens vor dem Sechzehner ausgemacht hatte. Doch Brouwer war deutlich im Sechzehner zu Fall gekommen, für einen Strafstoß – so die Einschätzung fast aller Zuschauer – war der Kontakt jedoch viel zu wenig gewesen. Doch Schlüter hatte gepfiffen, besprach sich sogar noch mit seinem Assistenten und zeigte dann tatsächlich auf den Punkt. "Foul ist Foul", sagte indes Geils und freute sich, dass der eingewechselte Niklas Kutz die Nerven behielt und seinem Team immerhin einen Zähler rettete.


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Leserkommentare
suziwolf am 23.10.2019 12:39
@peteris:

„🦍-Theater“ - wäre das bessere Wort ?

„halloween and British Exit ...
there‘s not anymore a difference“ ...
Lemurer am 23.10.2019 12:38
Dazu fällt mir nur eins ein:

Ein Krankenhaus ist kein Profit-Center