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Ex-Coach Meinke im Interview: „Wer mich kennt, weiß, wie ich bin“

Dennis Schott 16.05.2019 0 Kommentare

Wollte sich erst gar nicht zu seinem Rücktritt beim Fußball-Bezirksligisten ATSV Scharmbeckstotel äußern, tut es nun aber doch: Ex-Coach Philipp Meinke.
Wollte sich erst gar nicht zu seinem Rücktritt beim Fußball-Bezirksligisten ATSV Scharmbeckstotel äußern, tut es nun aber doch: Ex-Coach Philipp Meinke. (Tobias Dohr)

Philipp Meinke ist seit vergangenem Sonntag nicht mehr Trainer des Fußball-Bezirksligisten ATSV Scharmbeckstotel. Er trat nach dem Spiel beim Heeslinger SC II mit sofortiger Wirkung von seinem Amt zurück und zog damit seine Konsequenzen, nachdem ihm eine Woche zuvor mitgeteilt worden war, dass er trotz vorheriger Vereinbarung nicht über die Saison hinaus im Verein bleiben soll. Auf die Gründe wollte Meinke öffentlich zunächst nicht näher eingehen, zumal es kein Abgang im Frieden ist. Dafür waren die Meinungen zu unterschiedlich. Einige Äußerungen will der ambitionierte Trainer, der demnächst die DFB-Elite-Jugend-Lizenz erwerben möchte, jedoch nicht unkommentiert lassen.

Herr Meinke, Sie haben sich nach Ihrem Rücktritt bewusst nicht näher zu den Gründen geäußert, um sich nicht ein verbales Nachtreten nachsagen zu lassen. Jetzt wollen Sie sich doch äußern, warum?

Philipp Meinke: Ich möchte mich eigentlich nur zu den Dingen äußern, die im Artikel standen. Ich bin immer noch der Meinung, dass gewisse Dinge intern bleiben sollten. Aber es wurde einiges gesagt, was einfach nicht stimmt.

Es wurden mehrere Vorwürfe geäußert. Unter anderem, dass die Mannschaft nicht mehr uneingeschränkt hinter Ihnen gestanden und sich bei einem Treffen gegen Sie ausgesprochen haben soll. Was ist da dran?

Das ist nur zum Teil korrekt. Es gab ein Treffen der Mannschaft ohne Trainerstab, von dem ich aber wusste. Es wurde gefragt, wer im Verein weitermachen würde. Daraufhin haben ein paar Spieler geäußert, dass sie den Aufwand zurückschrauben wollen und deswegen wahrscheinlich wechseln werden. Die Spieler wissen, dass ich ambitioniert bin und in der kommenden Saison wieder um den Aufstieg spielen will. Diese Ambitionen muss man an einen entsprechenden Trainingsaufwand anpassen. Das wissen die Spieler. Und wer weniger machen möchte, weiß, dass das nicht zu meiner Einstellung unbedingt passt. Aber es gab deswegen kein Problem mit mir selbst.

Haben Sie sich ein Stück weit hintergangen gefühlt, dass sich die Mannschaft ohne Trainer aussprechen wollte?

Überhaupt nicht, es war ja kein geheimes Treffen. Ich wusste auch gar nicht, worum es gehen sollte. Aber ich finde es grundsätzlich gut, wenn sich eine Mannschaft auch mal ohne Trainer trifft, weil dann Dinge angesprochen werden, die mit Trainer vielleicht nicht angesprochen worden wären.

Weitere Vorwürfe lauten, Sie hätten sich – was Ihre Trainingsarbeit betrifft – zum Negativen entwickelt und hätten materielle Forderungen gestellt. Was ist da dran?

Das ist für mich unerklärlich. Ich weiß auch nicht, wie jemand das beurteilen kann, der nicht regelmäßig beim Training ist. Was die Trainingsinhalte betrifft, habe ich in der Rückrunde sogar mehr gemacht als in der Hinrunde. Und zu den materiellen Forderungen: Wenn damit gemeint ist, dass ich angeregt habe, mehr Trainingsbälle zu besorgen, weil wir sie einfach brauchen, oder abschließbare Boxen anzuschaffen, damit die 1. Herren, die keine eigene Kabine hat, ihre Taschen sicher verstauen kann, dann habe ich sicher materielle Forderungen gestellt. Aber die waren zum Wohl des Vereins.

Jetzt ist genau das eingetreten, was Sie eigentlich verhindern wollten: Dass Ihr Rücktritt und die gegensätzlichen Meinungen über das Warum öffentlich geworden sind. Hätten Sie sich nicht doch von Anfang zu Ihrem Rücktritt äußern sollen?

Ich bin absolut der Meinung, dass solche Dinge intern bleiben sollten und nicht an die Öffentlichkeit gehören. Daran werde ich mich auch in Zukunft halten, auch wenn es schwer fällt und man sich manchmal auf die Zunge beißen muss. Aber ich habe es bisher immer so gehalten.

Fürchten Sie nach diesem doch unrühmlichen Ende, dass Ihr Ruf Schaden genommen hat?

Das ist schwer zu beantworten (überlegt). Das kann ich gar nicht genau sagen. Ich habe viele Nachrichten bekommen, was bei mir los ist. Dabei weiß jeder, der mich kennt, wie ich bin. Deswegen habe ich mich auch gefreut, dass mich direkt ein Verein angeschrieben hat, der zur nächsten Saison einen neuen Trainer sucht.

Das Gespräch führte Dennis Schott.

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Leserkommentare
erschreckerbaer am 22.10.2019 21:34
Ist doch in Ordnung.
Bis jetzt habe ich 48 Jahre in die Rentenkasse eingezahlt.
Habe dafür Steuern bezahlt.
Würde ich mit 67 in ...
flutlicht am 22.10.2019 20:43
Lieber @Wk, wann hat Höffner denn nun die Fläche erworben? Mal schreiben Sie von 14 Jahren im Text und in der Einleitung von 11 Jahren. Was stimmt?