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Fußball-Bremen-Liga
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Krass jung, der SC Borgfeld

Dennis Schott 02.08.2019 0 Kommentare

Massimo Klüver (links) ist einer von vielen
Massimo Klüver (links) ist einer von vielen "jungen Wilden", die in den Bremen-Liga-Kader des SC Borgfeld aufrücken. (Maximilian von Lachner)

Borgfeld. Im vergangenen Jahr hat sich der SC Borgfeld zu dieser Zeit noch im Dauerstress befunden. Die Wümmekicker hatten erst gerade eine äußerst erfolgreiche Saison in der Landesliga Bremen mit der Meisterschaft gekrönt, hatten in der Vorbereitung auf die neue Saison in Bremens Fußball-Oberhaus, der Bremen-Liga, aber kaum Zeit zur Regeneration. Das rächte sich. Den damaligen Aufsteiger erwischte das Verletzungspech in den Monaten danach nämlich in besonderem Maße. Zeitweise waren bis zu elf Spieler, also eine komplette Mannschaft, gleichzeitig außer Gefecht gesetzt.

Es ist daher gut nachzuvollziehen, dass der Wunsch von Borgfelds Trainer Ugur Biricik nach einer annähernd verletzungsfreien Saison durchaus ausgeprägt ist. Die Vorzeichen stehen in diesem Zusammenhang nicht einmal schlecht. Die Vorbereitung auf die an diesem Wochenende beginnende Spielzeit war vergleichsweise entspannt. Die Borgfelder konnten sich von einer anstrengenden Vorsaison erholen und – viel wichtiger – ausgeruht in die Vorbereitung starten. „Die Pause hat uns gutgetan“, sagt Ugur Biricik.

Ob jetzt das möglich ist, was in der vergangenen Saison möglich erschien? Schon vor der abgelaufenen Spielzeit nahm sich der SC Borgfeld mit einem einstelligen Tabellenplatz ein ehrgeiziges Ziel vor. Rang zwölf ist es am Ende geworden. Was für einen Aufsteiger zwar immer noch ein respektables Abschneiden ist, doch hatte man sich insgeheim mehr erhofft, als im unteren Mittelfeld herumzudümpeln und darauf zu achten, dass der Puffer auf die Abstiegsplätze nicht zu gering ausfällt – wozu er zwischenzeitlich neigte.

Das neue Ziel ist nur geringfügig ambitionierter. Platz acht soll am Ende dieser Serie herausspringen. Ugur Biricik hält dieses Ziel für angemessen und machbar, zumal dieser achte Rang mit der Teilnahme am traditionsreichen Hallen-Masters in der ÖVB-Arena verbunden wäre. Ein Spektakel, bei dem jeder Bremer Amateurfußballer gerne dabei ist. „Wir wollen uns Schritt für Schritt verbessern“, gibt der Borgfelder Coach als Marschroute voraus.

Ugur Biricik formuliert das Saisonziel aber auch deshalb eher behutsam, weil es zu dieser Saison einen größeren Umbruch gegeben hat als gewollt. Dass sich der SC Borgfeld stark verjüngen würde, war aufgrund vieler aufrückender Ex-A-Juniorenspieler klar. Allerdings sind es nun vier mehr geworden als gedacht. Die Borgfelder sahen sich im Umland nach Verstärkungen für ihren ältesten Nachwuchs um und wurden dabei unter anderem bei Oguzhan Hoshaber vom ATSV Sebaldsbrück und Mika Lasse Kroschel (Eintracht Braunschweig) fündig. Der Haken an der Sache war nur, dass die veranlagten Nachwuchsspieler nach dem Regionalliga-Abstieg der Borgfelder A-Junioren drohten, abzuspringen. Um sie zu halten, bot man ihnen an, in den Herren-Kader miteinzusteigen. Die Perspektive Bremen-Liga war durchaus verlockend. Sie blieben. „Das Ziel war schon, das Team zu verjüngen. Das wollten wir auch eigentlich in zwei Schritten machen. Aber bevor wir die Spieler verlieren, haben wir jetzt alle hochgezogen“, erklärt Ugur Biricik. In seinem 27-köpfigen Kader stehen somit zehn Akteure, die 19 Jahre alt sind, und vier, die gerade 18 Lenze zählen. Kurzum: Die Rothemden haben sich krass verjüngt.

Aber die Jungspunde haben ihre Spuren bereits hinterlassen. „Sie haben neuen Schwung reingebracht, deutlich“, betont Borgfelds Coach. Er sieht es auch nicht als Gefahr an, dass der Kader durch diesen unverhofften Zuwachs zu groß ausgefallen sein könnte. In der vergangenen Saison hätten ihm genauso viele Akteure zur Verfügung gestanden, erklärt Ugur Biricik. Und letztlich konnte er die vermaledeite Saison nur aufgrund dieser dicken Personaldecke überstehen. Einigen wird er dennoch vor den Kopf stoßen müssen, weil er nur maximal 14 Spieler einsetzen kann. „Das wird schon gegen Schwachhausen der Fall sein“, weiß der Borgfelder Trainer. Die Gefahr wachsenden Unmuts sieht er nicht, er sieht vielmehr das Potenzial, das sein Kader verspricht – und bereits gezeigt hat. „Durch den Zuwachs haben wir technisch besser ausgebildete Spieler bekommen, die auch mehr Kondition mitbringen. Das eröffnet uns neue Möglichkeiten. Wir können viel stärker gegen den Ball arbeiten, höher stehen und insgesamt mutiger auftreten“, findet der Coach, der seine Mannschaft zudem für ihren Fleiß lobt. „Wir haben eine sehr hohe Trainingsbeteiligung“, so Biricik.

Dies drückte sich bereits positiv in den Testspielen aus. Einem 8:0 gegen den ATSV Sebalddsbrück folgte gegen den SV Brake zwar eine 2:3-Niederlage, bei der die Borgfelder bereits mit 2:0 führten und danach personell einiges ausprobierten. Aber gegen die SG Findorff (7:2), gegen einen stark einzuschätzenden Ligarivalen Blumenthaler SV (2:2) und den TSV Achim (4:2) stimmten die Ergebnisse aber wieder.

Das Gegenstück zu den jugendlichen Zugängen bildet derweil der 30-jährige Kadir Karabas. Coach Biricik kennt ihn noch aus gemeinsamen Zeiten beim FC Oberneuland. Karabas, der sich beim TuS Schwachhausen nicht durchsetzen konnte, stellt eine weitere Alternative im Sturm dar und könnte dabei für mehr Entlastung für Goalgetter Christopher Taylor sorgen. „Vielleicht sind wir dann nicht mehr so von Christopher abhängig“, weiß Ugur Birick, dessen Team gleich zu Saisonbeginn gefordert sein wird. Mit dem TuS Schwachhausen (4.), Bremer SV (1.) und FC Oberneuland (2.) müssen die Wümmekicker direkt gegen die Spitzenteams antreten.

Weitere Informationen

SC Borgfeld

Zugänge: Lukas Grohe (SF Heilshorn), Kadir Karabas (TuS Schwachhausen), Oguzhan Hoshaber (ATSV Sebaldsbrück U19), Mika Lasse Kroschel (Eintracht Braunschweig U19), Kenstar Gehle, Kevin Eichler, Phillip Eichler, Thulfakkar Al-Maliki, Jarno Böntgen, Tom Petter Rode, Massimo Klüver, Patrick Ehlers (alle eigene U19)

Abgänge: Yassin Bekyar (TuS Schwachhausen), Simon von Hallen, Sören Späder (eigene 2.Herren), Kerem Sahin, Mathis Kröger, Ahmet Derin (Pause) David Szalach (unbekannt) Oladare Olabaju, Frederik Metzner (Studium)

Restaufgebot: Maximilian Hentrich, Doguhan Cigdem, Marc Tietjen, Nicolas Soller, Erik Henningsson, Gerrit Kubin, Niklas Wenzelis, Domenic Jäger, Florian Meyer, Noah Meixner, Björn Nennecke, David Lange, Kevin Brandes, Leon Kahrs, Alexander Lohs, Christopher Taylor, Maximilian Credo

Trainer: Ugur Biricik

Co-Trainer: Nils Schulze, Jens Ahlers

Torwarttrainer: Holger Meier

Teammanager: Markus Nesemann

Betreuer: Bastian Haar, Rebecka Heitmann

Meisterschaftstipp: FC Oberneuland

Saisonziel: Platz 8


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Sporttabellen & Ergebnisse
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Leserkommentare
heinmueckausbremerhaven am 21.10.2019 20:47
Es gibt nur eine Chance wieviel Artikel beschrieben. Und jetzt schwindet mit dem Artikel von Stefan Rahmstorf das Argument, dass die BRD nur für ...
Bremen99 am 21.10.2019 20:41
Das Parken in Wild-West-Manier rund um den Freimarkt hat Tradition. Vor über 40 Jahren konnte man auch schon regelmäßig beobachten wie dreiste ...