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Unbefriedigend, aber zu erklären

Dennis Schott 30.08.2019 0 Kommentare

Bruchlandung: Gian-Luka Muskee (rechts) fuhr mit dem FC Hambergen erst zwei Punkte ein.
Bruchlandung: Gian-Luka Muskee (rechts) fuhr mit dem FC Hambergen erst zwei Punkte ein. (Tobias Dohr)

Landkreis Osterholz. Das Wort „Fehlstart“ kommt ihnen nicht über die Lippen. Gleichwohl: Zufrieden sind die Trainer der Fußball-Bezirksligisten VSK Osterholz-Scharmbeck und FC Hambergen nicht. Können sie auch nicht sein. Während die Hamberger nach drei Spielen überschaubare zwei Punkte eingefahren haben, kamen die Kreisstädter lediglich auf einen Zähler. Zwei Mannschaften, die selbst das Spitzenfeld anvisiert hatten und dort von vielen auch erwartet werden, finden sich auf einmal in der unteren Tabellenregion wieder. „Geil ist was anderes“, sagt VSK-Coach Oliver Schilling zur bislang mageren Ausbeute. Sein Hamberger Trainerkollege Eric Schürhaus fasst die derzeitige Situation so zusammen: „Es ist noch kein Drama, aber es kann eines werden.“

Gänzlich unvorbereitet trifft die beiden Trainer der unbefriedigende Saisonstart jedoch nicht. Zudem sind sie weit davon entfernt, die Situation schlimmer zu sehen als sie ist. „Unsere beiden Punkte haben wir jeweils nach Rückständen geholt, das spricht für die Moral der Mannschaft“, findet FCH-Coach Schürhaus. Und wenn sich Trainerkollege Oliver Schilling an die jüngsten Partien erinnert, dann „hätten wir gegen Hansa Schwanewede (1:2, Anm.d.Red.) nicht verlieren dürfen, weil wir besser waren, haben wir gegen Vorwärts Hülsen (1:1) bis zum Elfmeter auch ein gutes Spiel gemacht. Und gegen Sottrum (0:1) haben wir uns nicht für unseren Aufwand belohnt.“ Was die beiden Coaches ebenfalls nicht unerwähnt lassen können: In beiden Mannschaften gab es zu dieser Saison einen gewaltigen Umbruch. „Uns haben sechs richtig gute Fußballer, die auch Führungspersonen waren, verlassen“, unterstreicht Schürhaus. Der VSK wiederum verlor mit Nuno Taha seinen Impulsgeber und integrierte zu dieser Spielzeit gleich 13 ehemalige Jugendspieler, von denen drei bis vier regelmäßig in der Startelf stehen.

Beide Vereine eint zudem, dass sie trotz der eingeleiteten Umbrüche ambitionierte Ziele ausgegeben haben. Aber was sollten sie auch anderes sagen? „Hätte ich nach der dritten Vize-Meisterschaft den Klassenerhalt ausgeben sollen?“, fragt FCH-Coach Schürhaus, der die „Top drei“ als Saisonziel anvisiert. Für Oliver Schilling war es derweil logisch, nach Platz fünf in der Vorsaison nun den vierten Rang ins Auge zu fassen. Und trotzdem: Der schlechte Start hat seine Gründe. Einen triftigen sieht Eric Schürhaus darin, dass er nicht immer auf seinen kompletten Kader zurückgreifen kann.

Das gilt nicht nur für die Spiele, sondern auch für den Trainingsbetrieb. Immer fehle jemand, sagt der Hamberger Coach. Sei es durch Verletzung, Urlaub oder andere private Verpflichtungen. Ein Umstand, der seine Arbeit stark einschränke. „Ich kann das, was ich im Spiel umsetzen will, gar nicht trainieren. Ich kann es nicht einmal besprechen – weil die Leute fehlen“, meint er. Schürhaus moniert zudem, dass nur ein Teil der Mannschaft in der fußballosen Zeit an sich gearbeitet habe und entsprechend fit in die Vorbereitung startete. Ein Umstand, der die Blessuren einiger Hamberger Spieler womöglich erkläre, meint der FCH-Trainer. Sein Team habe es zudem noch nicht geschafft, die Abgänge zu kompensieren. „Die, die in die Lücken springen sollten, waren teils auch überfordert“, so Schürhaus.

Der 34-Jährige weiß aber, dass dies nicht von heute auf morgen funktionieren kann. „Dass dieser Prozess dauern würde, war klar“, meint Eric Schürhaus. Eine solche Situation war nicht komplett auszuschließen, „und wir werden gestärkt aus ihr herausgehen“, ist er überzeugt. „Wir werden das jetzt annehmen und weiter an uns arbeiten. Erfolg ist kein Glück, sondern ein Produkt harter Arbeit. Wichtig ist auch, dass wir den ersten Sieg einfahren. Dann wäre nicht mehr ganz so viel Druck auf dem Kessel und man könnte auch selbstbewusster in die nächsten Spiele gehen“, findet Eric Schürhaus, dessen Team mit der TuSG Ritterhude jedoch nun einen starken Gegner vor der Brust hat.

Die Aufgabe des VSK Osterholz-Scharmbeck klingt da vermeintlich einfacher. Gegner ist Aufsteiger TSV Achim. Das mit den Aufsteigern war zuletzt allerdings so eine Sache, blieben die Grün-Weißen gegen die beiden übrigen Liganeulinge Schwanewede und Sottrum doch gänzlich punktlos. „Es wird auch noch dauern, bis wir uns gefunden haben“, glaubt VSK-Coach Oliver Schilling. Er nimmt seine Mannschaft aber insofern in die Pflicht, als dass man „nicht alles auf das junge Alter schieben“ dürfe. Der VSK verfüge zweifellos über großes Potenzial, müsse dieses aber konstanter abrufen. „Ohne die individuellen Patzer hätten wir auch mehr Punkte eingefahren“, ist Schilling sicher. An seiner Philosophie, konsequent den eigenen Nachwuchs zu integrieren, ändert dies aber nichts.


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Sporttabellen & Ergebnisse
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Leserkommentare
erschreckerbaer am 22.10.2019 21:34
Ist doch in Ordnung.
Bis jetzt habe ich 48 Jahre in die Rentenkasse eingezahlt.
Habe dafür Steuern bezahlt.
Würde ich mit 67 in ...
flutlicht am 22.10.2019 20:43
Lieber @Wk, wann hat Höffner denn nun die Fläche erworben? Mal schreiben Sie von 14 Jahren im Text und in der Einleitung von 11 Jahren. Was stimmt?