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Der Stuhrer Manfred Hinzmann nahm bislang an jedem Silbersee-Triathlon teil – und denkt nicht ans Aufhören
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Der Dauerbrenner

Dennis Schott 24.07.2015 0 Kommentare

Triathlon
Manfred Hinzmann ist ein echtes Urgestein des Silbersee-Triathlons. Der Stuhrer, dem die Startnummer eins gebührt, nahm in jedem Jahr teil. (Picasa, Christiane Golenia)

Die Erinnerungen an den ersten Silbersee-Triathlon sind noch längst nicht verblasst. „Es war ziemlich heiß an dem Tag“, braucht Manfred Hinzmann nicht lange im Gedächtnis zu kramen – obwohl jener Sonntag schon 22 Jahre zurückliegt. Aber der 76-Jährige muss es wissen, schließlich markierte der mittlerweile zu einer echten Großveranstaltung gewachsene Triathlon den Beginn seiner Laufbahn. Über 50 Bremer Landesmeisterschaften hat der Spätberufene seitdem über die Sprint-, Mittel- sowie Olympische Distanz eingefahren, feierte 2013 die Deutsche Meisterschaft seiner Altersklasse und bewältigte insgesamt sieben Mal einen Ironman, darunter auch den prestigeträchtigsten auf Hawaii. Eines lässt sich der Stuhrer aber nicht nehmen, nämlich die Teilnahme an „seinem“ Triathlon. Auch an diesem Sonntag wird Manfred Hinzmann zum insgesamt 22. Mal am Start sein, wenn der LC Hansa Stuhr zum 22. swb-Silbersee-Triathlon lädt. „Ich bin halt eine treue Seele“, sagt der Stuhrer bescheiden.

Dabei spielte der Sport seinerzeit eine eher untergeordnete Rolle im Leben von Manfred Hinzmann. „Beweglich war ich schon immer. Ich bin zum Erstaunen meiner Kollegen auch immer mit dem Fahrrad zur Arbeit gefahren, musste mir deshalb den einen oder anderen Spruch gefallen lassen. Und mit meinen Kindern bin ich damals viel geschwommen“, erzählt der 76-Jährige. Dass er sich, wohlgemerkt im Alter von 55 Jahren, am Silbersee für seinen ersten Triathlon anmeldete, war aber der Neugier geschuldet. Manfred Hinzmann wollte einfach am eigenen Leib erfahren, wie ihm die Kombination aus Schwimmen, Radfahren und Laufen gefällt. Das Fazit: sie gefiel ihm ausgesprochen gut. „Ich hatte Blut geleckt“, erinnert sich der Stuhrer, obwohl er zu dieser Zeit eher behelfsmäßig an den Start gegangen war. „Ich hatte ja überhaupt keine Ausrüstung, habe zum Beispiel mit einem einfachen Tourenrad mitgemacht“, kann sich Manfred Hinzmann ein Schmunzeln nicht verkneifen. Es folgten weitere lokale Triathlons in Harpstedt und Oyten, einhergehend mit der Erkenntnis, dass der Spaß nach wie vor vorhanden ist „und ich mir ein Rennrad besorgen muss“.

Der Spaß ist bis heute geblieben. „Die ersten zehn Jahre hat ja noch der TuS Varrel den Silbersee-Triathlon ausgetragen. Und wenn ich Organisator Dieter Rippe treffe, dann sage ich immer: Du bist schuld, dass ich angefangen habe“, erzählt Manfred Hinzmann. Aber der Triathlonsport ließ ihn fortan nicht mehr los, gänzlich vereinslos wollte er auch nicht bleiben. „Ich habe gehört, dass beim Triathlon Club Bremen auch Ältere mitmachen, deshalb bin ich da hin“, erinnert sich der 76-Jährige. Natürlich trainierte er auch mit seinen Teamkollegen, das Gros brachte er sich aber selbst bei. „Ich mache das alles autodidaktisch, frei nach Schnauze. Irgendwie haut das hin“, erzählt Manfred Hinzmann, nachdem er in Vorbereitung auf seinen Heim-Triathlon drei Runden im Silbersee geschwommen war. In der Summe sind das immerhin 1,8 Kilometer. „Ich mache eigentlich jeden Tag immer ein bisschen. Das Gute ist, dass ich mir meine Zeit als Rentner gut einteilen kann. An einem Tag in der Woche mache ich aber bewusst gar nichts“, gibt der Stuhrer einen Einblick in seinen Trainingsalltag.

Der Spaß am Sport sei sein Ansporn, verrät Manfred Hinzmann das Geheimnis seines Erfolges, der sich kurz nach seinem Start als Triathlet einstellte. Den ersten überregionalen Triumph feierte er 1999 mit der Deutschen Meisterschaft in seiner Altersklasse über die Sprintdistanz. Doch schon zu dieser Zeit liebäugelte der Routinier bereits mit den Langdistanzen. 1998 nahm er zum ersten Mal beim Ironman in Roth teil und setzte sich dabei den unmenschlich anmutenden Distanzen von 3,8 Kilometer Schwimmen, 180 Kilometer Radfahren und 42,195 Kilometer Laufen aus. Es sollten sechs weitere Inronmen folgen, darunter auch der auf Hawaii. Über den Ironman in Zürich hatte sich Manfred Hinzmann hierfür vor fast genau zehn Jahren qualifiziert. Mittlerweile hat der Stuhrer insgesamt zwischen 250 und 260 Triathlons absolviert. „Irgendwann habe ich aufgehört zu zählen. Aber wenn man es hochrechnet, muss es eigentlich stimmen“, sagt er.

Man könnte bei dieser üppigen Zahl meinen, Manfred Hinzmann, der in Bremen der älteste Triathlet ist, würde sich so langsam auf seinen verdienten Lorbeeren ausruhen. Aber der 76-Jährige verfolgt noch Ziele. Äußerst ehrgeizige sogar. „Ich habe den Traum, noch einmal auf Hawaii zu starten“, so Hinzmann. Er nimmt dabei auch in Kauf, dass dieses Unterfangen noch ein paar Jahre dauern würde – und kann diesem Umstand sogar auch positive Seiten abgewinnen. „Ich wäre der erste über 80-Jährige aus Europa, der auf Hawaii startet. Es gab wohl welche aus den USA, die so alt waren. Aber aus Europa hat das noch keiner hingekriegt“, erklärt Manfred Hinzmann. Ob er es schafft, sei dahingestellt. Eines scheint jedoch mehr als machbar. „Die 25 beim Silbersee-Triathlon möchte ich noch voll machen“, sagt der 76-Jährige. Und auch hier geht das Urgestein nicht ambitionslos an den Start. Es geht darum, vor Horst Greb aus Wilhelmshaven zu landen. Der ärgste Konkurrent in seiner Altersklasse nahm ihm, dem beim Stuhrer Silbersee die Startnummer eins gebührt, beim letzten Aufeinandertreffen noch zwei Minuten ab. Dieses Mal will Manfred Hinzmann die Nase vorn haben.


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Sporttabellen & Ergebnisse
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Leserkommentare
darkstarbremen am 21.10.2019 19:36
Endlich ein richtiger Ansatz in der Ausbildung. Das ist sehr zu fördern. Und was wird mit den anderen Studiengängen in der Pflege in Bremen?
darkstarbremen am 21.10.2019 19:31
Inwiefern wurden denn die Gehälter der Pflege in Kliniken gedrückt? Der TVÖD Pflege in den Kliniken wurde nicht gesenkt. Das ist auch richtig so. Nur ...