Wetter: Regenschauer, 10 bis 15 °C
Luftpistole
Der Artikel wurde zur Merkliste hinzugefügt.
Die Merkliste finden Sie oben links auf der Seite.

Bassum schnuppert an der Überraschung

Thorin Mentrup 03.02.2019 0 Kommentare

Sascha Sandmann feierte einen knappen Sieg gegen Sebastian Schulz.
Sascha Sandmann feierte einen knappen Sieg gegen Sebastian Schulz. (Jonas Kako)

Paderborn/Bassum. Die Luftpistole-Bundesligaschützen des SV Bassum von 1848 haben die Überraschung bei der Endrunde um die Deutsche Meisterschaft verpasst. Mit einer 2:3-Niederlage im Viertelfinale gegen den SV Waldkirch schieden sie wie im Vorjahr im ersten Wettkampf aus. Die Enttäuschung der 1848er legte sich allerdings schnell. Denn der Blick richtete sich bereits in die Zukunft – und das äußerst positiv.

Die Saison der Lindenstädter endete auf dem Papier zwar mit einer Niederlage, aber dennoch mit guten Nachrichten: „Alle Schützen, die hier in Paderborn waren, haben bereits für die kommende Saison zugesagt“, freute sich Betreuer Martin Robran, der das Team in Abwesenheit von Jens Voß gemeinsam mit John Jenssen auf den Wettkampf vorbereitete. Robran wertete den Verbleib der Schützen als deutlichen Fingerzeig für die Zukunft: „Das zeigt einfach, wie sehr die Mannschaft in den vergangenen zwei, drei Jahren zusammengewachsen ist.“

Bei den 1848ern hat sich ein Team entwickelt, das auf nationaler Ebene höchsten Ansprüchen gerecht wird. Um es unter die vier besten deutschen Mannschaften zu schaffen, fehlte allerdings wie schon im Vorjahr, als die Bassumer der Schützengilde Ludwigsburg im Viertelfinale mit 2:3 unterlegen waren, der letzte Tick. Die Lindenstädter zeigten einen guten Wettkampf, mussten sich am Ende allerdings trotzdem geschlagen geben. Der Außenseiter schnupperte an der Überraschung, ohne sie letztlich perfekt machen zu können. „Die Mannschaft hat sich super verkauft“, fand Robran. „Dafür, dass wir gegen den Meister aus dem Süden angetreten sind, war es sehr knapp.“ Am Ende fehlte den Bassumer Schützen nur ein Punkt.

Diesem dritten Sieg kam am ehesten Thomas Hoppe nah. Er lieferte sich mit Dimitrije Grgic einen ganz spannenden Wettkampf, in dem beide lange Zeit auf Augenhöhe schossen. „Die Führung ist einige Male hin- und hergewechselt. Auch Thomas lag zwischenzeitlich vorn“, beschrieb Robran, wie eng es zwischen den beiden ambitionierten Wettkampfpartnern zuging. Beide starteten mit einer 95- und einer 94-Serie ins Duell, schossen also von Beginn an auf höchstem Niveau. In den letzten beiden Serien war Grgic der etwas bessere Millimeter-Arbeiter und setzte sich mit fünf Ringen Vorsprung durch. Mit Denis Rother und Valerij Samojlenko mussten sich zwei weitere Bassumer ihren Kontrahenten geschlagen geben. Rother steigerte sich von Serie zu Serie zwar, kam an die sehr konstant schießende Susanne Roß allerdings nicht heran. Samojlenko hatte an dritter Position mit sich selbst zu kämpfen. „Valerij ist nicht so richtig in den Wettkampf hereingekommen“, wusste Robran. Als er die erste Serie mit 83 Ringen beendete, war klar, dass es schwierig werden würde gegen Matthias Holderried. „Auch wenn man nicht genau weiß, wie viele Ringe der Gegner geschossen hat, weiß man aber auf diesem Niveau, dass man einem Rückstand hinterherläuft“, verwies Robran auf die mentale Komponente: Der Druck auf Samojlenko war in den verbleibenden Serien enorm groß. Holderrieth, der 95 Ringe vorgelegt hatte, ließ in der Folge nicht nach, während der Bassumer zwar besser wurde, aber den Rückstand nicht mehr verkürzen konnte.

Einen ganz starken Auftritt legte Marcus Errebo Jensen hin. Der Bassumer Spitzenschütze eröffnete den Wettkampf mit einer 98er-Serie und legte mit diesem fast perfekten Resultat den Grundstein für seinen Sieg über Alexander Kindig, der ebenfalls nicht enttäuschte, allerdings anerkennen musste, dass Jensen zu gut schoss. „Marcus hat einen richtig starken Wettkampf abgeliefert“, lobte Robran die Nummer eins der 1848er, die 95, 97 und 94 Ringe folgen ließ und damit exakt dieselben Resultate wie Kindig in den letzten drei Serien.

Ebenfalls erfolgreich für Bassum war Sascha Sandmann, der mit seinem Kontrahenten Sebastian Schulz bis zum Schluss auf Augenhöhe agierte. Beide hatten Probleme, in den Wettkampf zu finden, steigerten sich dann aber. Nach drei Serien stand es unentschieden. 88 Ringe reichten Sandmann dann, weil Schulz nur 87 schaffte.

Die beiden Einzelsiege reichten den Bassumern unter dem Strich nicht. „Die Enttäuschung war am Anfang natürlich da. Jeder weiß: Wenn man ins Halbfinale kommt, darf man noch zweimal schießen“, erklärte Robran. Als die Mannschaft auseinanderging – einige Schützen zog es nach Hause, manche blieben noch bis zum Finale, das die Schützengilde Ludwigsburg mit 4:1 gegen die Braunschweiger SG gewann, in Ostwestfalen – war die Stimmung jedoch wieder gut. Letztlich gab es für Robran auch keinen Grund, den Kopf in den Sand zu stecken: „Wir hatten schließlich eine gute Saison. Wir haben wieder den Finalwettkampf erreicht, das war unser großes Ziel.“ Einen neuen Angriff aufs Halbfinale können die Lindenstädter im kommenden Herbst starten.

Weitere Informationen

Deutsche Meisterschafts-Endrunde

Viertelfinale

SV Waldkirch - SV Bassum von 1848  3:2

Alexander Kindig - Marcus Errebo Jensen  380:384

Dimitrije Grgic - Thomas Hoppe  381:376

Matthias Holderried - Valerij Samoijenko  378:356

Sebastian Schulz - Sascha Sandmann  362:363

Susanne Roß - Denis Rother  374:357  THR


Sporttabellen & Ergebnisse
Sporttabellen & Ergebnisse

Welcher Verein wann in Bremen oder der Region spielt und wie die Begegnung ausgegangen ist, erfahren Sie in unserem Tabellenbereich. Auch die Ergebnisse der Spiele der höheren Ligen finden Sie dort.

WESER-KURIER Kundenservice
Leserkommentare
theface am 18.10.2019 20:54
Das kann so nicht stimmen, sonst wären SPD und Grüne ja nicht mehr in der Landesregierung.
Opferanode am 18.10.2019 20:48
Ich hatte die gleiche Frage. Aber eine vernünftige Antwort würde mir besser gefallen, als so schulmeisterlich daherzukommen, mit der Aufforderung, ...