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Brinkum schenkt Bremerhaven das Viertelfinale

Thorin Mentrup 03.10.2019 0 Kommentare

Am Ende lief der Brinkumer SV dem OSC Bremerhaven hinterher: Der Bremen-Ligist um Kerem Sahan (r.) verpasste gegen die Seestädter (links: Jan-Magnus Ahrens) den Einzug ins Viertelfinale.
Am Ende lief der Brinkumer SV dem OSC Bremerhaven hinterher: Der Bremen-Ligist um Kerem Sahan (r.) verpasste gegen die Seestädter (links: Jan-Magnus Ahrens) den Einzug ins Viertelfinale. (Mentrup)

Bitterer und vor allem unerwarteter Rückschlag für den Brinkumer SV: Mit einer 2:3 (1:1)-Niederlage beim Landesligisten OSC Bremerhaven schied der Bremen-Ligist im Achtelfinale des Lottopokals aus. Der – wenn überhaupt – noch kleine Traum vom DFB-Pokal-Einzug platzte in einer schwachen zweiten Halbzeit, in der die Gäste in Überzahl gleich zwei Gegentore kassierten.

Trotz der verpassten Chance aufs Viertelfinale wirkte Brinkums Trainer Mike Gabel nach der Partie sehr aufgeräumt. „Wir wussten ja, dass es uns irgendwann erwischen würde“, sagte er. Er machte nach der ersten Niederlage seit dem 6. August (0:3 beim FC Oberneuland) allerdings nicht nur im zweiten Durchgang, in dem den Gästen quasi nichts mehr gelang, sondern auch im ersten ein entscheidendes Manko aus. „Da müssen wir unsere Chancen einfach besser nutzen. Dann steht es 5:0 oder 5:1 und wir müssen uns über das, was nach der Pause passiert, gar keine großen Gedanken mehr machen.“ Mehr als der Führungstreffer durch Julius Rahmig nach Vorarbeit von Esin Demirkapi – sein 40-Meter-Diagonalball war extraklasse –, Saimir Dikollari und Diyar Kücük sprang allerdings nicht heraus (6.).

Dennoch schien dieses Tor den Weg des Favoriten ins Viertelfinale zu ebnen. Er nahm die Zweikämpfe gut an, steckte auch den kurzfristigen Ausfall Kevin Artmanns (Achillessehnenprobleme), für den Kerem Sahan ins Zentrum rückte, weg und überbrückte das Mittelfeld immer wieder schnell. Gute Chancen ergaben sich zwangsläufig, doch weder mehrfach Dikollari, noch Hyoungbin Park oder Kücük wussten sie zu nutzen. Stattdessen traf wie aus dem Nichts der Gastgeber – und das nach einer Brinkumer Ecke: Der OSC fing die Hereingabe ab und startete einen Konter, den Nehat Shalaj frech mit der Pike abschloss (40.). „Das darf uns nicht passieren“, ärgerte sich Gabel darüber, dass seine Elf die Seestädterhafenstädter so einfach zum Ausgleich kommen ließ.

Dennoch schien das Spiel nur kurz darauf wieder auf Brinkumer Seite zu kippen, als Egzon Sula nach einer Grätsche von hinten gegen Park die Rote Karte sah. Weil Dikollari kurz darauf eine weitere Chance liegen ließ, verpassten die Gäste einen womöglich vorentscheidenden Nackenschlag für die Gastgeber. Dass diese Gelegenheit für lange Zeit die letzte bleiben sollte, daran dachte in der Pause wohl niemand. Doch Brinkum wusste mit seiner Überzahl nichts anzufangen. „Die zweite Hälfte war enttäuschend. Wir hatten kaum Bewegung ohne Ball, sind nicht mehr richtig in die Zweikämpfe gegangen und waren total fehleranfällig“, war die Mängelliste laut Gabel sehr lang. Völlig ideenlos sei seine Mannschaft gewesen. „Wir haben Bremerhaven eingeladen, das Spiel zu gewinnen“, fand der Coach.

Und die Gastgeber ließen sich nicht zweimal bitten. Brinkum hatte sie stark gemacht – und sie glaubten an sich. Danny Radke per Flachschuss (55.) und Shalaj, der den weit aufgerückten Keeper Kevin Kuhfeld fast von Höhe der Mittellinie aus bezwang (66.), ließen die Gäste alt aussehen. Der BSV verstand es nicht Druck aufzubauen. „Wir hatten keine spielerischen Lösungen“, monierte Gabel, dass die langen Bälle in der Schlussphase gefährlicher waren als das, was die Elf vom Brunnenweg zuvor zustande gebracht hatte. Bremerhaven musste kaum ums Weiterkommen zittern. Erst nach dem Anschluss durch Hasan Dalkiran, den es ebenso wenig hinten hielt wie den frühzeitig nach vorn beorderten Demirkapi, kurz vor dem Ende wurde es noch einmal knifflig (88.). Doch ins Elfmeterschießen konnten sich die Gäste nicht mehr retten – das wäre nach der zweiten Hälfte allerdings auch nicht verdient gewesen. Wenn Ende des Monats das Viertelfinale steigt, ist Brinkum Zuschauer. Diese Rolle hat sich der BSV selbst eingebrockt.

Weitere Informationen

OSC Bremerhaven – Brinkumer SV  3:2 (1:1)

Brinkumer SV: Kuhfeld – Wirth, Dalkiran, Demirkapi, Hazimeh (72. Taha), Sahan, Park (46. Degenhardt), Krefta (57. Dörgeloh), Rahmig, Dikollari, Kücük

Tore: 0:1 Julius Rahmig (6.), 1:1 Nehat Shalaj (40.), 2:1 Danny Radke (55.), 3:1 Nehat Shalaj (66.), 3:2 Hasan Dalkiran (88.)

Besonderes Vorkommnis: Rote Karte gegen Bremerhavens Egzon Sula nach grobem Foulspiel gegen Hyoungbin Park (43.)  THR


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Leserkommentare
elfotografo am 22.10.2019 18:55
"Es ist doch ein Märchen, dass man mit einer Loge Geschäftskontakte akquiriert oder pflegt, geschweige denn Geschäfte abschließt."

Haben ...
FloM am 22.10.2019 18:51
@gorgon1:
Abgedroschen ist es den x-ten Kommentar mit undifferenzierten Anschuldigungen zu schreiben.

Die Erkenntnis, daß man Teil ...