Wetter: wolkig, 7 bis 15 °C
Fußball-Landesliga Hannover
Der Artikel wurde zur Merkliste hinzugefügt.
Die Merkliste finden Sie oben links auf der Seite.

Chancen nur noch auf dem Papier

Thorin Mentrup 05.05.2019 0 Kommentare

Stuhrs Torben Drawert (links) war schwer zu bremsen, verpasste aber die Führung für sein Team.
Stuhrs Torben Drawert (links) war schwer zu bremsen, verpasste aber die Führung für sein Team. (Thorin Mentrup)

Stuhr. Das dürfte es endgültig gewesen sein mit dem Klassenerhalt in der Landesliga für die Fußballer des TV Stuhr: Der Aufsteiger verkaufte sich gegen Spitzenreiter SC Hemmingen-Westerfeld ordentlich, verlor aber dennoch mit 1:4 (0:1). Der Rückstand auf das rettende Ufer beträgt nach dem 3:2-Sieg des TSV Krähenwinkel/Kaltenweide über den SV Iraklis Hellas vier Spieltage vor Schluss nun zwölf Punkte und 30 Tore – Chancen auf den Ligaverbleib existieren nur noch auf dem Papier. Darüber hinaus rutschten die Stuhrer auf den letzten Tabellenplatz ab. Doch das war nicht der einzige Grund, warum die Stimmung im Stuhrer Lager nach dem Abpfiff der Begegnung getrübt war.

Denn wenige Minuten vor dem Ende verletzte sich Tobias Keunecke und musste mit dem Rettungswagen abgeholt werden. „Es war eine unübersichtliche Situation. Aber es ist wohl ohne Einwirkung eines Gegenspielers passiert. Wir müssen damit rechnen, dass es eine schwerere Verletzung im Knie ist“, war Christian Meyer ebenso wie sein Trainerpartner Stephan Stindt in Gedanken beim jungen Mittelfeldspieler. „Die ganze Situation wirft noch einmal ein ganz anderes Licht auf die Partie“, fand er. Diese war mehrere Minuten lang unterbrochen.

Als sich Keunecke verletzte, war Meyer gerade hinter dem Tor, um Jannis Böttcher zu behandeln. Auch den Innenverteidiger hatte es erwischt. Er war bei einem Zweikampf mit Aron Gebreslasie unmittelbar vor dessen entscheidenden Treffer zum 1:3 auf die Hüfte gefallen. Immerhin stand er beim Schlusspfiff schon wieder, auch wenn er sich unrund gehend in Richtung Kabine schleppte. Nach den beiden Verletzungen mussten die Stuhrer die Partie zu zehnt beenden und kassierten erneut durch Gebreslasie noch den vierten Treffer.

Drei Tore schlechter als der Spitzenreiter, der einen weiteren Schritt Richtung Oberliga machte, waren die Gastgeber keineswegs. Das fand auch Christian Meyer: „Wir haben es über weite Strecken nicht schlecht gemacht und phasenweise versucht, selbst Fußball zu spielen.“ Stuhr traute sich durchaus etwas zu, vor allem in der Anfangsphase waren die Gastgeber gut in der Partie, stellten die Räume gut zu und waren in den Zweikämpfen präsent. Das schmeckte den Gästen, die immer wieder eifrig mit Schiedsrichter Lorenz Müller diskutierten, überhaupt nicht. Die Elf von Semir Zan tat sich schwer, Tempo ins Spiel zu bekommen und agierte dementsprechend lange Zeit ungefährlich.

Auch Stuhr fehlte im Ballbesitz wie so oft in dieser Saison die Ruhe, um sich nach vorne zu kombinieren, hatte aber dennoch die große Chance, in Führung zu gehen: Nach Fabian Bischoffs langem Ball war Torben Drawert auf und davon, drang über die linke Seite in den Strafraum ein, verzog dann aber mit links völlig (17.). Für die Gäste war diese Möglichkeit offenbar ein Weckruf. Zumindest steigerten sie sich ein wenig, verpassten aber gegen den gute reagierenden Daniel Bischoff im Stuhrer Tor und den sich in den Nachschuss werfenden Jenno Bülders ihrerseits den ersten Treffer (25.). Dieser fiel wie aus dem Nichts kurz vor der Pause: Nach einer kurz ausgeführten Ecke senkte sich Mustafa Akcoras Mischung aus Flanke und Torschuss ins lange Eck (41.).

Steens Treffer reicht nicht

Stuhr blieb nach der Pause zunächst eine Antwort schuldig. Akcora sorgte stattdessen mit seinem zweiten Tor für die Vorentscheidung (52.). Doch noch ergaben sich die Stuhrer ihrem Schicksal nicht. Tobias Keunecke behauptete sich auf der linken Seite, mit seiner Flanke fand er Dimitri Steen, der gegen die in dieser Szene zögerliche Defensive der Gäste um den starken Fabian Klein an den Ball kam und aus kurzer Distanz den Anschlusstreffer markierte. „Danach hatten wir zwar nicht die großen Chancen, aber es war wieder Spannung drin. Wir haben es noch einmal versucht“, sagte Meyer. Doch er musste nicht zum ersten Mal in dieser Saison erkennen, „dass der entscheidende Tick fehlt“. Eben jener Tick, „der es uns in der Landesliga so schwer macht“.

Die letzte Konsequenz und die letzte Entschlossenheit hatte auch Hemmingen den Gastgebern voraus. Diese Qualitäten werden die Stuhrer ab der neuen Saison wieder in der Bezirksliga einbringen müssen.


Sporttabellen & Ergebnisse
Sporttabellen & Ergebnisse

Welcher Verein wann in Bremen oder der Region spielt und wie die Begegnung ausgegangen ist, erfahren Sie in unserem Tabellenbereich. Auch die Ergebnisse der Spiele der höheren Ligen finden Sie dort.

WESER-KURIER Kundenservice
Leserkommentare
erschreckerbaer am 22.10.2019 21:34
Ist doch in Ordnung.
Bis jetzt habe ich 48 Jahre in die Rentenkasse eingezahlt.
Habe dafür Steuern bezahlt.
Würde ich mit 67 in ...
flutlicht am 22.10.2019 20:43
Lieber @Wk, wann hat Höffner denn nun die Fläche erworben? Mal schreiben Sie von 14 Jahren im Text und in der Einleitung von 11 Jahren. Was stimmt?