Wetter: Regen, 11 bis 14 °C
Kreisliga Diepholz
Der Artikel wurde zur Merkliste hinzugefügt.
Die Merkliste finden Sie oben links auf der Seite.

Dank Lange: Okels Drama mit Happy End

Thorin Mentrup 24.05.2019 0 Kommentare

Der Jubel kannte keine Grenzen mehr: Kenneth Lange (Mitte) reckt die Faust, die Mitspieler feiern ihn.
Der Jubel kannte keine Grenzen mehr: Kenneth Lange (Mitte) reckt die Faust, die Mitspieler feiern ihn. (Thorin Mentrup)

Diepholz/Okel. Wenn der TSV Okel tatsächlich den Aufstieg in die Fußball-Bezirksliga schaffen sollte, dann wird es viele Helden geben. Die offensichtlichen wie die Toptorschützen Rico Volkmann und Marvin Zwiebler, aber auch die etwas weniger in den Schlagzeilen stehenden wie Torhüter Lucas Feldmann, Abwehrchef Manic Alms, Kapitän Tom Holthusen oder Arbeitsbiene Jörn Kastens. Und dann ist da seit Freitagabend Kenneth Lange. Um ihn war es in der Rückserie ruhig geworden, weil er sich aufs Berufliche konzentriert und aufgrund einer Weiterbildung nicht mehr trainiert und dementsprechend kaum noch spielt. Er ist ein Backup, der allerdings im Auswärtsspiel beim TuS St. Hülfe-Heede wieder ins Rampenlicht trat. Mit seinem Tor zum 3:2 (1:0)-Auswärtssieg bescherte er seinem Team die beste Ausgangslage im Fernduell mit dem TSV Weyhe-Lahausen im Aufstiegskampf. Die Elf von Trainer Lutz Schröder wahrte vor dem letzten Spieltag ihren Zwei-Punkte-Vorsprung auf den Verfolger, doch der Weg dorthin war dramatisch.

Um 21.11 Uhr war Okel den Aufstiegsplatz los. Gerade hatte Hülfe-Heede durch Bennet Wünning und Bastian Benzien den 2:0-Vorsprung der Gäste durch Treffer von Marvin Zwiebler und Marlon Reyher egalisiert, Lahausen führte zudem bereits klar gegen Holzhausen-Bahrenborstel. Zehn Minuten vor Schluss schien Okel der Aufstieg zu entgleiten. Doch dann kam Lange, oder Max Kruse, wie er aufgrund seiner Ähnlichkeit zum Ex-Werder-Star im Team genannt wird. Das Tor genügte aber auch gehobenen fußballerischen Ansprüchen: Vom rechten Flügel zog Lange nach innen und schlenzte den Ball mit links ins Eck – um 21.16 Uhr loderten die Flammen der Okeler Aufstiegshoffnungen heller denn je. „Ich habe immer daran geglaubt, dass wir das Spiel noch gewinnen werden. Die Mannschaft hat eine positive Energie, die ich in mich aufgesogen habe“, sagte der Bezirksliga-erfahrene Lange, dessen ganze Klasse beim Siegtor aufblitzte.

Zuvor hatte er sich in den Dienst der Mannschaft gestellt und die rechte Seite beackert. Dass er bis in die Schlussphase hinein auf dem Platz war, wunderte ihn selbst. „Ich war der festen Überzeugung, dass ich ausgewechselt werde. Ich gehe ja noch fünf Mal pro Woche ins Fitnessstudio, aber da mache ich eher weniger Cardio. Das merkt man dann schon“, war er ziemlich platt. „Aber als ich gesehen habe, dass Marvin (Zwiebler, Anm. d. Red.) den Ball am Strafraum angenommen hat, bin ich noch einmal nach vorn gesprintet“, ging er an seine Grenzen und zwang kurz darauf mit seinem Tor selbst den verletzten Rico Volkmann zu einem humpelnd-hüpfenden Jubelsprint.

Trainer Lutz Schröder war derweil nicht überrascht, dass sich sein Team nach den beiden Gegentreffern gegen nie aufsteckende Gastgeber und trotz des auf einmal enormen Drucks im Aufstiegskampf nicht unterkriegen ließ. „Das ist die Mentalität dieser Mannschaft. Sie geht mit Rückschlägen sehr gut um und hat einen großen Glauben an sich selbst entwickelt. Deshalb konnten wir heute die Ausfälle von so vielen Spielern auffangen.“ Denn nicht nur Rico Volkmann fehlte, sondern mit Manic Alms, Tom Holthusen und Steffen Quast, der angeschlagen im Kader stand, aber nicht zum Einsatz kam, darüber hinaus weitere Schüsselspieler. „Wir schaffen es in Okel aber immer wieder, irgendwo Fußballer auszubuddeln“, grinste Schröder. Bei Lange fiel ihm das nicht schwer, schließlich ist der mit des Trainers Tochter liiert. Warum ihn die Okeler so gern Woche für Woche auf dem Platz sehen würden, zeigte der Offensivspieler nicht nur aufgrund seines Tores eindrucksvoll. Doch der Beruf geht erst einmal vor. „Aber es ist auch ein beruhigendes Gefühl, jemanden wie Kenneth in der Hinterhand zu haben“, wusste Schröder. Wohl dem, der im Aufstiegskampf auf einen Backup mit Heldenpotenzial zurückgreifen kann.


Sporttabellen & Ergebnisse
Sporttabellen & Ergebnisse

Welcher Verein wann in Bremen oder der Region spielt und wie die Begegnung ausgegangen ist, erfahren Sie in unserem Tabellenbereich. Auch die Ergebnisse der Spiele der höheren Ligen finden Sie dort.

WESER-KURIER Kundenservice
Leserkommentare
linde79 am 20.10.2019 17:58
Wie wäre es denn, wenn man auch mal die Qualität der Lehrer und Lehrerinnen hinterfragte? Wie wäre es in Anbetracht der Bildungsmisere, die ...
Michalek am 20.10.2019 17:37
Schüler brauchen keine Erhebungen und sie sollten nicht als Versuchskaninchen herhalten müssen.

Grundschüler brauchen Unterricht, der ...