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Sebastian Kirchner
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Der Stabilisator

Thorin Mentrup 09.11.2018 0 Kommentare

In Seckenhausen hat Sebastian Kirchner eine neue sportliche Heimat gefunden. Mit der TSG peilt der 30-Jährige den Klassenerhalt in der Bezirksliga an.
In Seckenhausen hat Sebastian Kirchner eine neue sportliche Heimat gefunden. Mit der TSG peilt der 30-Jährige den Klassenerhalt in der Bezirksliga an. (Thorin Mentrup)

Seckenhausen. Wenn Sebastian Kirchner über seine alte Heimat reden will, dann kann er sich getrost an seinen Trainer Dirk Hofmann wenden. Beide haben eine enge Verbindung nach Nordrhein-Westfalen, haben doch beide im Ruhrgebiet bereits die Fußballschuhe geschnürt: Hofmann für Borussia Dortmund, einmal sogar in der 1. Bundesliga, Kirchner ein paar Klassen tiefer, zuletzt für die Sportvereinigung Horsthausen in Herne in der Bezirksliga. Mittlerweile haben beide den tiefen Westen gegen den hohen Norden eingetauscht, dem Fußball aber sind sie treu geblieben: Beide sind für die TSG Seckenhausen-Fahrenhorst aktiv. Unter Trainer Hofmann gehört Defensivmann Kirchner zu den Stützen des Teams, das um den Klassenerhalt in der Bezirksliga kämpft.

Als es Sebastian Kirchner der Liebe wegen in den Norden verschlug, da war eine Sache für ihn klar: Fußball wird er weiterhin spielen. Wo, das stand allerdings noch nicht fest. „Ich habe schon genau geguckt, wo ich spielen will“, stattete er mehreren Vereinen einen Besuch ab. Klubs wie der TSV Melchiorshausen, der Brinkumer SV, der TV Stuhr und der TSV Weyhe-Lahausen standen auf seiner Liste. Gelandet ist er 2015 schließlich bei der TSG. „Da hat es sofort gepasst. Rein vom Zusammenhalt und vom Menschlichen her habe ich mich für Seckenhausen entschieden.“ Für ihn sei es immer wichtig gewesen, mit Freunden zusammenzuspielen, erklärt er. Das habe er schon im Ruhrgebiet, wo seine Familie wohnt und wo er noch viele alte Weggefährten hat, zu denen er regelmäßig Kontakt hat, so gehalten – und es in Seckenhausen so wiedergefunden. Auch deshalb fühlt er sich in seiner neuen Heimat wohl. „Ich bin glücklich hier, sowohl privat als auch beruflich.“ Alles richtig gemacht also. Auch mit der Vereinswahl.

Seit zehn Partien sieglos

Und auch bei der TSG sind sie froh, einen Spieler wie Kirchner in ihren Reihen zu wissen. Als er kam, trug er direkt seinen Teil zum Aufstieg in die Bezirksliga bei. Seitdem ist der 30-Jährige, der noch keinen Gedanken ans Ende seiner Laufbahn verschwendet, ein entscheidender Grund dafür, warum sich die TSG in der siebthöchsten Spielkasse hält. Der Defensivallrounder, der als Sechser, als Innen- und Linksverteidiger seinen Mann steht, verfügt über ein großes Spielverständnis, eine gute Übersicht, eine gesunde Portion Zweikampfhärte und Führungsqualitäten. Kirchner bringt genau das mit, was im Kampf gegen den Abstieg gefragt ist. „Ich sehe mich als Spieler, der seine Erfahrungen an die Jüngeren weitergeben will. Ich denke schon, dass mich alle respektieren. Deshalb versuche ich, die Jungs zu pushen, immer wieder zu motivieren und mitzureißen“, beschreibt er seine Rolle. Er ist Seckenshausens Stabilisator.

Motivationsarbeit ist durchaus gefragt in Seckenhausen. Denn die sportliche Situation ist kompliziert: Seit zehn Partien warten die Hofmann-Schützlinge auf einen Sieg. Trotzdem halten sie sich auf dem Relegationsrang. „Die eine oder andere Partie ist für uns unglücklich gelaufen“, sagt Kirchner und meint damit unter anderem die Begegnung in Estorf, als mehr möglich war als das 1:1-Unentschieden, oder auch die 1:2-Niederlage in Heiligenfelde durch ein Gegentor in letzter Minute. „Wir erspielen uns genügend Chancen, aber wir nutzen sie einfach nicht. Wenn man auf die Tabelle schaut, sieht man, wo unser Problem liegt“, meint er vielsagend. Stimmt: Nur 13 Treffer in 15 Spielen sind die schwächste Ausbeute der Liga. Die TSG hat damit zu kämpfen, dass sie offensive Leistungsträger wie Marvin Bialucha, Hergen Corßen-Katenkamp oder auch Christian Schult verloren hat. Defensiv dagegen steht sie gut, nur 28 Gegentore sind der Wert eines Mittelfeldteams. Gegen Seckenhausen spielt kein Bezirksligist gern: „Dazu tragen wir alle bei. Die Moral im Team ist wirklich gut, darüber hinaus bekommen wir von draußen eine große Unterstützung. Jeder weiß, dass wir über den Kampf kommen müssen, und hat das verinnerlicht“, erklärt Kirchner.

Unbedingter Wille und eine hohe Laufbereitschaft sind für den Defensivakteur auch die Grundvoraussetzungen für den Erfolg im wichtigen Auswärtsspiel beim Kellerkonkurrenten TuS Lemförde am Sonntag. Zwischen den Tabellennachbarn geht es um einiges: „Da müssen wir drei Punkte holen. Es wird Zeit, dass wir den Anschluss ans Mittelfeld finden“, weiß der 30-Jährige um die Bedeutung der Partie. Denn eines ist auch klar: Die Relegation ist nicht das Ziel der TSG. „Wir wollen uns direkt retten“, will Kirchner das Vabanque-Spiel um den Klassenerhalt vermeiden. Das wäre ein Saisonende, von dem er seiner Familie und den Freunden im Ruhrgebiet allzu gern berichten würde.


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Leserkommentare
elfotografo am 22.10.2019 18:55
"Es ist doch ein Märchen, dass man mit einer Loge Geschäftskontakte akquiriert oder pflegt, geschweige denn Geschäfte abschließt."

Haben ...
FloM am 22.10.2019 18:51
@gorgon1:
Abgedroschen ist es den x-ten Kommentar mit undifferenzierten Anschuldigungen zu schreiben.

Die Erkenntnis, daß man Teil ...