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25. Silbersee-Triathlon
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Ein neuer König am Silbersee

Thorin Mentrup 29.07.2018 0 Kommentare

Hinein in den Silbersee: Beim Start war das Gedränge noch recht groß. Später entzerrte sich das Feld etwas mehr.
Hinein in den Silbersee: Beim Start war das Gedränge noch recht groß. Später entzerrte sich das Feld etwas mehr. (Jonas Kako)

Es hat nicht ganz gereicht für die Titelverteidigung: Philipp Fahrenholz aus Weyhe ist beim 25. Silbersee-Triathlon in Stuhr Zweiter geworden. Den Sieg in der offenen Wertung schnappte sich mit Jesse Hinrichs ein 20-jähriger Bundesliga-Triathlet vom 1. TCO Oldenburg Die Bären. Er erreichte nach 1,5 Kilometern Schwimmen, 40 Kilometern Radfahren und zehn Kilometern Laufen in 1:55:35 Stunden das Ziel, wo er nicht nur von jubelnden Zuschauern empfangen wurde, sondern auch von einem Seifenblasen-Meer. Fahrenholz folgte 83 Sekunden später als Zweiter. Bei den Frauen setzte sich die Hamburgerin Nina Rosenbladt in 2:13:39 Stunden durch.

Der Erste im Ziel war nicht Jesse Hinrichs, sondern Konstantin Bachor, der in einer früheren Startgruppe eingeordnet war als der Sieger der offenen Wertung: Als der Wolfsburger die letzten Meter auf dem blauen Teppich Richtung Ziel lief, überstrahlte sein Lächeln die Anstrengung der vergangenen 1:55:55 Stunden. Besonders auf dem Rad hatte er in 56:35 Minuten eine Top-Zeit hingelegt. „Es hat sich gut angefühlt“, hatte er gespürt, dass er äußerst schnell unterwegs gewesen war.

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Eine Selbstverständlichkeit war das nicht, denn es war Bachors erster Wettkampf in diesem Jahr. Drei Monate lang hatte der Athlet, der eine Profilizenz erworben hat, mit einer bakteriellen Entzündung im Rachenraum pausieren müssen. „Es geht noch mehr“, sagte er. Auf dem Rad war er nahe am Maximum, im Laufen habe er dagegen noch Luft nach oben. „Das wusste ich aber. Wir haben Montag einen Test gemacht, da habe ich das schon gemerkt.“ Besonders am Silbersee, wo er zum zweiten Mal startete, konnte Bachor seinen starken Auftritt genießen. „Mir gefällt es sehr gut hier. Das ist wirklich eine schöne Arena, die Radstrecke mit nur einem Wendepunkt ist attraktiv und die Laufstrecke gefällt mir sehr gut. Für mich ist das hier der schönste Wettkampf in der Regionalliga“, lobte er das Ambiente und die Organisation. Wieder Wettkampfpraxis zu sammeln, war für ihn sehr wichtig, denn der Wolfsburger will in diesem Jahr noch bei einem Ironman starten.

Einen Ironman 70.3 hat Philipp Fahrenholz bereits im Blick. An diesem Wochenende wird er in Polen starten. In Stuhr lief er deshalb aus dem vollen Training heraus. Das Double aus Siegen beim Duathlon in Weyhe und anschließend beim Silbersee-Triathlon blieb ihm verwehrt. „Gerade den Heimwettkampf hätte ich gern gewonnen. Aber man kann nicht alles haben“, sagte der 26-Jährige, der für Hannover 96 startet. Er musste allerdings auch anerkennen, dass Hinrichs „richtig gut ist. Der ist schon bärenstark.“

"Man kann nicht alles haben"

Der Sieger über die olympische Distanz hatte derweil seinen Erfolg nicht unbedingt vorausgesehen: „Ich weiß schon, was ich kann, aber ich habe nicht erwartet, hier zu gewinnen“, sagte er. Der 20-Jährige vom 1. TCO Die Bären Oldenburg läuft seit acht Jahren Triathlon und startet in der 1. Bundesliga. In der Topklasse des Triathlons ist er für sein Team am vergangenen Wochenende in Münster auch schon gestartet. Nach dem Sieg in Stuhr gönnt er sich keine Pause.

Am kommenden Wochenende ist er in Tübingen dabei. Beim Silbersee-Triathlon war er übrigens nicht das erste Mal am Start: „Vor Jahren bin ich hier mal im Sprinttriathlon dabei gewesen“, erinnerte er sich. Seine Rückkehr war ein voller Erfolg. In jeder der drei Disziplinen habe er konstant gute Leistungen gebracht, freute er sich. „Das Schwimmen war entspannt und das Radfahren lief extrem gut. Beim Laufen hatte ich am Ende Probleme, aber es war ein guter Wettkampf.“ Auf den Ironman in Hawaii schielt Hinrichs übrigens (noch) nicht. „Ich bleibe erst einmal bei den kürzeren Distanzen. Mir bleibt ja noch Zeit“, grinste der 20-Jährige.

Im Schwimmen gehörte sein ärgster Verfolger Fahrenholz zu den stärkeren Teilnehmern im Feld. Da machte er trotz des hohen Niveaus beim Silbersee-Triathlon einen Unterschied zu den Profiwettkämpfen aus. „Da bin ich eher im hinteren Teil des Feldes.“ Dieses Mal musste er ein ganzes Stück im Wasser allein zurücklegen. Eine kleine Gruppe schwamm vor ihm, der Rest des Feldes folgte ihm. Fahrenholz musste sich durchkämpfen. „Gar nicht so einfach. Da verliert man schon Zeit.

Fotostrecke: So lief der Triathlon am Silbersee in Stuhr

Es geht einfach schneller, wenn man jemanden hat, mit dem man schwimmen kann.“ Apropos Geschwindigkeit: Da Fahrenholz zuletzt regelmäßig über die 70,3-Kilometer-Distanzen gestartet war, merkte er schon einen Unterschied zur mit 51,5 Kilometern fast 20 Kilometer kürzeren olympischen Distanz in Stuhr. „Auf der längeren Strecke ist eher ein Dieselmotor gefragt, auf der kurzen musst du eher Super bleifrei tanken“, zog er einen bildlichen Vergleich.

Während Fahrenholz mit Rang zwei nicht ganz glücklich war, war Mario Lawendel einfach nur froh darüber, überhaupt wieder einen Triathlon gelaufen zu sein. Er half der Landesliga-Mannschaft der Tri-Wölfe des LC Hansa Stuhr. Mit 2:10:39 Stunden sei er sechs Minuten langsamer gewesen als sonst, aber dafür gab es einen guten Grund: Denn Lawendel war monatelang wegen eines Ellbogenbruchs ausgefallen und feierte nun sein Comeback. Gerade das Schwimmen bereitete ihm noch einige Probleme. „Ich war der schnellste Einarmige im Feld“, erklärte er mit einem Augenzwinkern, wie groß die Kraftunterschiede zwischen dem verletzten und dem gesunden Arm noch sind.

Doch das war Lawendel letztlich nicht so wichtig, viel zu sehr freute er sich darüber, wieder dabei gewesen zu sein und strahlte: „Das tut einfach nur gut.“ Eine Aussage, die viele Triathleten am traumhaften Silbersee bedenkenlos unterschrieben hätten.


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Leserkommentare
werderfan am 23.10.2019 21:15
Ich versuche das mal kurz für die Demokratiefreunde zu erläutern:
1. Der Umweltausschuss des Beirats Blumenthal tagt am nächsten Montag ...
IhrenNamen am 23.10.2019 21:02
Ich bin mal sehr gespannt wie sich das auf die Spendensumme auswirkt.