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Laufen
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Er läuft mit den Wölfen

Thorin Mentrup 20.09.2019 0 Kommentare

Christoph Gross ist Sportler durch und durch – und ein Running Wolf.
Christoph Gross ist Sportler durch und durch – und ein Running Wolf. (Mentrup)

Weyhe. Christoph Gross ist ein Wolf. Ein Running Wolf, um es genauer zu sagen. Sein auffälliges Laufshirt in den Farben Orange und Violett verrät es. Der Wolf prangt auf Gross Brust, kommt seinem Gegenüber entgegen – und zwar im Sauseschritt. Aber auch in der kraftvollen Ästhetik, die das Laufen ausstrahlen kann. Laufen, das ist die Botschaft, kann schnell sein, kann schön sein und kann vor allem leicht sein. Das vermittelt auch Christoph Gross. Er lehrt die Kunst des Laufens nach einer Methode von Wolfgang Schweim. Der ist weithin bekannt als Trainer des Ausnahme-Triathleten Patrick Lange.

Schweim ist, um im Bild zu bleiben, der Leitwolf, Gross gehört zum Rudel seiner Trainer, die in Deutschland zeigen, was eigentlich jeder von Natur aus beherrschen sollte: wie man richtig und ohne Beschwerden läuft nämlich. Doch Gross ist ganz ehrlich: „Ich konnte das auch nicht.“ Das ist erstaunlich, wenn man sich seine Vita vor Augen führt. Denn er ist ein regelrechter Sportfanatiker – und das seit Kindestagen. „Von klein auf war ich auf den Sportplätzen und in den Hallen unterwegs“, verrät er. Der Sport wurde ihm quasi in die Wiege gelegt: Sein Vater Helmut ist in den Annalen des Bremer Leichtathletikverbandes fest verankert, hält noch heute den Rekord im Kugelstoßen. 16,88 Meter schaffte er am 1. Mai 1967 in Bremerhaven. Wenn Helmut trainierte, dann war Christoph nicht weit, ob im Wurfgarten von Bremen 1860 oder im Kraftraum in der Halle.

Drei Minuten schneller

Dass der Sport ihn auch in der Folge weiter als wichtiger Teil des Lebens begleiten würde, stand von da an fest. Gross war ein Multitalent, spielte Fußball, Handball und Tennis, legte 1992 seine Trainer-A-Lizenz im Bereich Fitness und Aerobic ab, gab Kurse in diversen Fitnessstudios in Bremen. Die 100 Meter lief er unter elf Sekunden. Er machte Sport für sich, aber auch immer für andere. Insofern ist seine Trainerrolle als Running Wolf gar nichts Außergewöhnliches für ihn. Im Jahr 2009 fand Gross, der leidenschaftlicher Mountainbiker und Rennradfahrer ist, den Weg zum Triathlon. „Beim Laufen hatte ich meine Probleme“, erkannte er, dass es in einer der drei Disziplinen, zusätzlich zum Laufen sind das Schwimmen und Radfahren, etwas hakte. Also setzte er sich, ganz der Sportler, ein ehrgeiziges Ziel: Er wollte seine Lauftechnik verbessern. Er stieß auf das laufende Wolfsrudel um Schweim. „Dann hat einer seiner Trainer hier in Weyhe mal an einem Tag zwei Laufkurse gegeben. Durch das Seminar habe ich mich auf zehn Kilometern um drei Minuten verbessert“, erklärt Gross, warum er Feuer und Flamme war für das Konzept Art of Running (deutsch: Die Kunst des Laufens), das Schweim, der im Top-Management von Sportartikelfirmen wie Nike, Asics oder Saucony saß, in ganz Deutschland verbreiten will. Den Mann hinter der Idee lernte Gross ebenfalls kennen und war sofort begeistert. Am Olympiastützpunkt in Heidelberg erfuhr er alles über die Ideen Schweims, ließ sich von ihm ausbilden, erlernte die Hintergründe. Er verstand, wie Schweim dem ohnehin starken Triathleten Patrick Lange geholfen hat, Weltklasse-Format zu erreichen. Der 33-Jährige gewann bekanntlich 2017 und 2018 den legendären Ironman auf Hawaii.

So weit wird es Gross nicht mehr bringen. Doch er hat sich gemausert, in jüngerer Zeit unter anderem beim Triathlon in Otterndorf den zweiten Platz seiner Altersklasse belegt. „Ich habe meine Zeiten stark verbessert“, freut er sich. Den ersten drei Minuten seien weitere drei gefolgt. Umso mehr fühlt er sich bestätigt, Teil von Schweims Bewegung geworden zu sein. Mittlerweile darf Gross selbst Kurse anbieten – und tut das auch zeitnah: Am 20. Oktober wird er das Grundseminar selbst in Weyhe geben, für den weiterführenden Teil Secrets of Speed (deutsch: Geheimnisse der Geschwindigkeit), kommt Schweim persönlich in den Landkreis Diepholz. Beide Teile bauen aufeinander auf. Die genauen Inhalte will Gross freilich nicht verraten, es geht aber unter anderem um Körperspannung und Körperhaltung. Oft seien es kleine Anpassungen, um leichter, weniger verletzungsanfällig und schneller zu laufen. „Wir versuchen, Gewohnheiten zu durchbrechen“, lässt sich Gross entlocken. Das lebt er selbst vor, das verrät sogar seine E-Mail-Signatur: „Wer immer tut, was er schon kann, bleibt immer das, was er schon ist“, steht dort. Diesem Credo folgt er voller Überzeugung. Sonst wäre er nie Teil von Schweims Wolfsrudel geworden.


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Leserkommentare
onkelhenry am 19.10.2019 18:12
74 Jahre SPD!

Nirgendwo ist die Kluft zwischen arm und reich größer.
Schlechte Wirtschaft, schlechte Bildung ... von vielen ...
peteris am 19.10.2019 17:47
Das Affentheater geht also in die nächste Runde. ...