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HSG Phoenix
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Faustdicke Überraschung

Nastassja Nadolska 27.01.2019 0 Kommentare

Lina Horstmann (am Ball) und ihre HSG Phoenix mussten in der Schlussphase noch mal zittern, setzten sich letztlich aber verdient gegen Horneburg durch.
Lina Horstmann (am Ball) und ihre HSG Phoenix mussten in der Schlussphase noch mal zittern, setzten sich letztlich aber verdient gegen Horneburg durch. (Jonas Kako)

Bassum. Die ersten Emotionen hätten nach der Partie zwischen der HSG Phoenix und dem Spitzenreiter VfL Horneburg kaum unterschiedlicher sein können: Auf der einen Seite fielen sich Spielerinnen in die Arme, jubelten lautstark und tanzten, während auf der anderen Seite welche auf dem Boden lagen und ihnen die Enttäuschung anzusehen war. Dass nach 60 Minuten die HSG Phoenix mit einem 24:23 (16:9) die Halle als Sieger verlassen und dem Tabellenführer der Handball-Landesliga die erste Niederlage der Saison beibringen würde, damit hätten wohl die wenigsten gerechnet. „Ich bin schweißgebadet. Das war mega wichtig, die Mädels haben ein überragendes Spiel gezeigt“, sagte HSG-Coach Christoph Schweitzer, der nach der Partie völlig aus der Puste war.

Denn nicht nur seine Spielerinnen gaben von Minute eins an 100 Prozent, auch Schweitzer hielt es nicht auf seinem Sitzplatz. Er lief hin und her und feierte jedes Tor der Seinen sowie jeden Fehler der Gegner frenetisch. „Für mich gab es in diesen Momenten einfach kein Halten mehr“, sagte Schweitzer, dessen Team die Horneburgerinnen von Beginn an unter Druck setzte und sich sowohl in der Offensive als auch in der Defensive sehr stark präsentierte. Phoenix spielte völlig befreit auf und lag in der achten Minute mit 6:3 in Führung. Während Phoenix traf und traf, ging es bei den Gästen nur schleppend voran. Entweder verfehlten sie das Tor oder verloren die Bälle unglücklich. „Das war unser Ziel. Wir wollten sie zu Fehlern zwingen, was uns gut gelungen ist“, frohlockte der HSG-Coach.

Nach elfeinhalb Minuten, beim Stand von 8:5, folgte die erste Auszeit der Gegner. „Die sind völlig überfordert mit der Situation und kennen das gar nicht. So müssen wir weitermachen, dann können wir sie knacken“, gab Schweitzer seinen Schützlingen mit auf den Weg, die den Rat auch befolgten und ihr aggressives Spiel fortführten. Besonders in den Eins-gegen-Eins-Situationen tat sich der VfL schwer, was besonders Coach Alexander Mirkens ärgerte. „Ihr müsst endlich mal spielen“, rief er seinen Schützlingen zu. Die erhoffte Wirkung erzielten seine Worte jedoch nicht. Die Gäste schienen verunsichert. Die HSG trat dagegen sehr selbstbewusst auf und baute ihren Vorsprung von Minute zu Minute immer weiter aus, sodass sie mit einer komfortablen 16:9-Führung in die Pause ging.

Auch in Hälfte zwei kamen die Gäste aus Horneburg nicht richtig heran, auch weil HSG-Torhüterin Laura-Céline Hoffmann in vielen Situationen den Ball hielt. „Natürlich hat es mich in den Momenten noch ein Stück mehr nach vorne gebracht. Ehrlich gesagt habe ich aber gar nicht auf die Zeit oder auf den Spielstand geachtet. Ich war total fokussiert“, sagte die HSG-Torhüterin.

Zehn spannende Schlussminuten

Lange Zeit lag die HSG mindestens mit drei Toren vorne, doch ab der 50. Minute wurde es noch einmal richtig spannend. Horneburg ließ die Köpfe nicht hängen und merkte, dass die Gastgeberinnen so langsam müder und etwas unkonzentrierter wurden. Dazu kassierte Phoenix’ Amelie-Sophie Hoffmann in der 51. Minute die erste Zwei-Minuten-Strafe, was den Gästen natürlich entgegenkam. Nach einem Siebenmeter in Minute 56 durch Horneburgs Anika Matthies stand es nur noch 23:21. Der Druck wurde für die HSG immer größer, doch die starke Lara Sänger behielt die Nerven und traf zum 24:21. Danach folgten noch zwei weitere Tore der Gäste, die den überraschenden, aber verdienten Sieg der HSG jedoch nicht mehr verhindern konnten.

„Die Mädels haben von Anfang an konzentriert und aggressiv gespielt. So, wie wir es uns zuvor auch vorgenommen hatten“, freute sich Christoph Schweitzer und sagte: „Wir wollten sie aus unserer Nahwurfzone raushalten. Das hat hervorragend funktioniert.“ Neben Torhüterin Laura-Céline Hoffmann stachen auch Amelie-Sophie Hoffmann und Lara Sänger mit ihren Leistungen heraus. „Sie sind noch so jung und haben es heute echt clever gemacht“, lobte der HSG-Coach seine Schützlinge. „Nach den ganzen Niederlagen war dieser Sieg vor allem für unseren Teamgeist besonders wichtig“, sagte die erst 17-jährige Sänger, die ihre Leistung gegen den Spitzenreiter aber nicht überbewerten wollte. „Das ganze Team hatte heute einen großen Anteil am Sieg. Als junge Spielerin muss ich mich noch einfinden“, sagte Lara Sänger bescheiden.


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Leserkommentare
kkahle am 21.10.2019 15:04
Achtung, Achtung!
Der kleine Jan hat sich im Internet verlaufen und sucht jetzt seine Mutti.
Wer ihm begegnet, möge ihm den Weg nach ...
suziwolf am 21.10.2019 15:04
Weit weg ... @Jubi ... ist Erdogan.

Nicht nur geografisch, sondern auch
,Ihrer Vorfreude entsprechend‘ 🙀 !

Und, wenn ...