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Fußball-Bezirksliga Hannover
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Garlich grandios: Heiligenfelde siegt

Thorin Mentrup 12.05.2019 0 Kommentare

Mirko Garlich (vorn) avancierte mit seinem Treffer zum 2:1 zum Matchwinner in der Partie beim TuS Sudweyhe.
Mirko Garlich (vorn) avancierte mit seinem Treffer zum 2:1 zum Matchwinner in der Partie beim TuS Sudweyhe. (Thorin Mentrup)

Sudweyhe. Was so eine Frotzelei alles ausmacht: Noch vor der Partie ihres SV Heiligenfelde beim TuS Sudweyhe hatten sich Trainer Torben Budelmann und Spieler Mirko Garlich darüber ausgetauscht, wie es in der kommenden Saison sein wird, wenn dann auch Mirkos Bruder Malte, der von der TSG Osterholz-Gödestorf kommt, beim SVH spielt. Im Spaß kam die Frage auf, ob Mirko dann noch gebraucht wird. „Beweise es mir“, hatte Budelmann nur gefordert. Und genau das tat der Angesprochene dann auch. Mit einem tollen Treffer nach einem Solo bescherte er seiner Mannschaft einen 2:1 (0:1)-Auswärtssieg beim TuS Sudweyhe in der Fußball-Bezirksliga.

Es war zweifelsohne die Szene des Spiels, als sich Garlich fast auf Höhe der Mittellinie am rechten Flügel den Ball schnappte und dann zum Solo ansetzte. „Ich bin losgestürmt und habe gedacht: Jetzt nach vorn preschen, durch die Mitte und das Tor attackieren. Auf Höhe des Sechzehners habe ich dann Isi (Björn Isensee, d. Red.) gesehen. Ich habe kurz überlegt abzuspielen, aber dann gesehen, dass ein Gegenspieler den Raum aufmacht. Also bin ich durchgegangen und habe dann zum Glück mit links getroffen“, schilderte der Torschütze seinen Treffer, der Budelmann nicht so sehr überraschte: „Mirko hat die technischen Fähigkeiten dazu. Das haben wir im Training schon oft genug gesehen.“ Dennoch bescheinigte er Garlich, „Messi-like“ getroffen zu haben, also auf so unnachahmliche Art und Weise wie der FC-Barcelona-Star Lionel Messi. Das Niveau des Weltstars wird Garlich wahrscheinlich nicht mehr erreichen, doch es war ein kleiner Moment Amateurfußball-Magie in einem Spiel, das ansonsten eher von harter Arbeit geprägt war.

Dass Garlichs Siegtreffer ein schöner war, war auch Sudweyhes Trainer Christian Mach bewusst. Er hätte sich allerdings wohl eher ein taktisches Foul von einem der von Zuschauern und Aktiven geschätzten fünf bis acht Gegenspieler gewünscht, die nicht entschlossen genug zupackten. Die Niederlage ordnete der TuS-Coach „als Quittung für eine pomadige zweite Hälfte“ ein. „Wir haben nur noch zurück gespielt. Dabei hat es uns in der ersten Hälfte stark gemacht, dass wir vorne Druck gemacht haben. Ich weiß nicht, warum wir aufgehört haben, Fußball zu spielen“, ärgerte er sich. Zur Pause lag ein Sieg der Heiligenfelder in ordentlicher Ferne, zumal die Gastgeber durch Stephen Bohls Treffer kurz vor dem Seitenwechsel mit 1:0 in Front lagen.

Die Dreierkette greift noch nicht

Budelmann hatte seine Mannschaft im ersten Durchgang nicht schlechter als die Gastgeber gesehen, führte aber eine Erklärung dafür an, warum die Begegnung zugunsten seines Teams kippte. „Wir haben wieder auf eine Viererkette umgestellt.“ Vor dem Seitenwechsel hatten die Heiligenfelder mit einer Dreierkette agiert. „Wir haben das nicht schlecht gemacht, aber wir haben das auch nicht trainiert. Ich habe das kurzfristig entschieden“, verriet der Coach, der die Idee nach 45 Minuten beendete, wenn auch erst einmal nur vorerst. „Wir brauchen noch Zeit“, begrub er sie nicht für immer. Mit Suren Jamgotchian brachte er einen Rechtsverteidiger und kehrte zur Viererkette zurück. „Suren hat es richtig stark gemacht“, lobte Budelmann den Eingewechselten, der kurz vor Schluss allerdings die Gelb-Rote Karte sah.

Zu diesem Zeitpunkt hatte Garlich bereits die Partie gedreht. „Ich glaube schon, dass das auch verdient war. Wir haben in der ersten Halbzeit schon nicht viel zugelassen, auch wenn wir nicht so gut im Spiel waren. Aber nach der Pause waren wir dann stärker und haben Sudweyhe unter Druck gesetzt“, sah auch er die deutliche Steigerung der Gäste-Elf. Sudweyhe bot nicht mehr viel. Der Schwung des ersten Durchgangs war weg. Die personellen Probleme – beim TuS wurde im zweiten Durchgang der 48-jährige Carsten Galipp eingewechselt – wollte Mach nicht als Ausrede gelten lassen. „Das wäre zu einfach“, fand er. Schließlich hatte auch Heiligenfelde, das durch einen Freistoß von Mirko Labbus, der Alexander Keskinsoy durch die Beine trudelte,  zum Ausgleich kam, längst nicht alle Mann an Bord. Doch der SVH nahm das Glück in die eigene Hand. Allen voran Mirko Garlich, der sich bei Budelmann wärmstens für die neue Serie empfahl – auch wenn sein Coach nie wirklich an ihm gezweifelt hatte.


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Leserkommentare
juergenkluth am 18.10.2019 18:21
Erst mal meinen (sarkastisch gemeinten) herzlichen Glückwunsch an die Herrschaften, die es so weit haben kommen lassen. Ich stelle mir die Frage, ...
Sknoe am 18.10.2019 18:10
Mit Oberlehrern gibt es natürlich immer wieder mal Konflikte, die, die ihr vermeintliches Recht durchsetzen wollen. Man sollte aber gar nicht erst ...