Wetter: Regenschauer, 9 bis 15 °C
Trainer beim TV Syke
Der Artikel wurde zur Merkliste hinzugefügt.
Die Merkliste finden Sie oben links auf der Seite.

Jens Kirchheck lebt seinen Tennis-Traum

Thorin Mentrup 01.08.2018 0 Kommentare

Der Tennisplatz ist für ihn wie ein zweites Zuhause: Jens Kirchheck ist Trainer beim TV Syke.
Der Tennisplatz ist für ihn wie ein zweites Zuhause: Jens Kirchheck ist Trainer beim TV Syke. (Jonas Kako)

Syke. Ob Steffi Graf sich noch an ihren Show-Wettkampf samt Autogrammstunde und Talkshow in Bruchhausen-Vilsen im Jahr 1985 erinnern kann? Wahrscheinlich nicht. Einer hat diesen Auftritt allerdings nicht vergessen: Jens Kirchheck durfte damals gegen die 16-jährige zukünftige Grande Dame des Tennissports einen Ballwechsel spielen. „Das hat mich inspiriert“, sagt er heute über diesen Moment, der für Steffi Graf nur einer von vielen war, für ihn aber den Weg in die Zukunft mitbestimmt hat. Heute ist Jens Kirchheck Tennistrainer beim TV Syke.

Wer im Jugendalter beim TV Syke mit dem Tennisspielen beginnt, dessen Begleiter ist Jens Kirchheck. Genau dafür hat ihn der Verein eingestellt. Gut 20 Stunden pro Woche trainiert er mit den Talenten aus der Hache-stadt und hebt ihr Spiel auf ein neues Level. In den Ferien ist das Programm etwas ausgedünnt, doch das bedeutet nicht, dass Kirchheck, der sich im Erwachsenenbereich seine Kunden selbst suchen muss, nichts zu tun hätte. Zwischen sechs und 81 Jahren seien seine Trainingspartner alt, berichtet er von einer außerordentlichen Bandbreite an Trainingspartnern. Genau das gefällt ihm an seinem Job, der vielmehr eine Berufung ist. „Jede Stunde Tennis ist einzigartig, weil auch jeder Spieler einzigartig ist“, findet er.

Auch für den Trainer selbst ist die Aufgabe anspruchsvoll. Er muss nicht nur ein Gespür für die Stärken und Schwächen seines Gegenübers entwickeln, sondern auch für den Typ Mensch, der ihm auf der anderen Seite des Netzes gegenübersteht. Diese Fähigkeit ist besonders dann gefragt, wenn das Training in Gruppen stattfindet. Aus sportlicher Sicht ist die Spielstärke ein entscheidendes Kriterium für die Einteilung, aus menschlicher Sicht zählt aber auch das Alter. „Ein 15-Jähriger hat zum Beispiel ganz andere Interessen als ein Elfjähriger“, weiß Kirchheck. Ein guter Trainer muss alle mitnehmen können. Wenn es zwischenmenschlich passt, dann läuft es auch im Training besser. Wobei für den Coach auch klar ist: „Man kann niemanden zwingen.“ Nicht ohne Stolz fügt er hinzu: „Die meisten, die einmal da waren, bleiben auch.“

Peter Heinrich war sein Mentor

Zu den Persönlichkeiten, die ihn auf dem Weg zu seiner Berufung bestärkt haben, zählt Jens Kirchheck auch Peter Heinrich. Er war jahrelang Kirchhecks Trainer beim TV Bruchhausen-Vilsen, bei dem die Laufbahn des heutigen Sykers begann. Der mittlerweile verstorbene Heinrich war eine Tennis-Institution. „Er hat mich geprägt“, sagt Kirchheck, der in Asendorf aufgewachsen ist und seit 2005 in Syke lebt. Das Training unter Heinrich war hart, „aber ich hatte Bock darauf“, hatte Kirchheck Spaß an der Schinderei. Später spielte er auch für den Barrier TC, unter anderem mit Erik Trümpler, der dort zum Regionalliga-Kader gehört und nur knapp am Aufstieg in die Bundesliga gescheitert ist. Nach der Schule um 14 Uhr ging es direkt in den Bus, 50 Minuten Fahrt pro Strecke. Dann fünf Stunden auf der Anlage und wieder zurück. Zahlreiche Spiele und Turniere bestritt Kirchheck, ehe er mit 17 Jahren vor einer wichtigen Frage stand: Ausbildung oder Tennissport? Er entschied sich für die Ausbildung und gegen eine mögliche Profi-Laufbahn im Tennis. „Leistungsorientierter Sport hat enorm viel mit Druck zu tun. Besonders als Tennisspieler“, erklärt er seine Beweggründe. Ein Leben auf Reisen, der Erfolgsdruck, um auch finanziell über die Runden zu kommen – ein Spieler müsse mental viel wegstecken können. Vom Körperlichen mal ganz abgesehen. Der Sport fordert bei vielen Profis seinen Tribut. Der Syker selbst ist schmerzfrei und deshalb froh, damals den Absprung geschafft zu haben. „Tennis macht mir heute mehr Spaß als mit 17“, sagt er.

Dem Tennis blieb Kirchheck treu, wenn auch auf andere Art und Weise: Er schlug den Weg des Trainers ein. Er belegte einen Erste-Hilfe-Kurs, machte seinen Übungsleiter-Schein, erwarb zunächst die C- und später auch die B-Lizenz. Als Trainer kam er weit herum, arbeitete nicht nur auf lokaler Ebene, sondern auch in Portugal, in der Türkei und im Senegal und lernte dabei seine Frau kennen. „Ohne Tennis wäre mein Leben nicht so schön, wie es jetzt ist“, sagt er und lächelt. Der Sport hat ihm viel gegeben, das weiß er zu schätzen. Als Trainer will Kirchheck, der sich aus dem Punktspielbetrieb zurückgezogen hat, möglichst viel zurückgeben. „Mein Ziel ist es, dass jeder erkennt, dass der Tennissport ein schöner Sport ist“, erklärt er.

Glücklich in Syke

Für ihn kommt es nicht darauf, möglichst hochklassig zu trainieren, einen Bundesligisten zum Beispiel. „Mich erfüllt das hier total“, sagt er und lässt den Blick über die Anlage des TV Syke schweifen, über die sieben Tennisplätze, die Tennishalle, das Vereinsheim. „Die Bedingungen hier sind optimal.“ Kirchheck kann das ganze Jahr über sein Training anbieten. Methoden, jungen, aber auch alten Talenten den Sport beizubringen, gibt es viele. Koordinationsübungen, eine Ballwand oder Methodikbälle, die langsamer sind als normale Bälle, bieten Kirchheck jede Menge Variationsmöglichkeiten. Die Technik verfeinern, das Ballgefühl verbessern, darum gehe es erst einmal. Ein richtiges Match sei die größte Herausforderung. Kirchheck begleitet seine Schüler bis zu diesem Punkt – mit Fachwissen und vor allem Spaß. „Denn das ist genau das, was den Tennissport auszeichnet“, findet Kirchheck.


Sporttabellen & Ergebnisse
Sporttabellen & Ergebnisse

Welcher Verein wann in Bremen oder der Region spielt und wie die Begegnung ausgegangen ist, erfahren Sie in unserem Tabellenbereich. Auch die Ergebnisse der Spiele der höheren Ligen finden Sie dort.

WESER-KURIER Kundenservice
Leserkommentare
admiral_brommy am 19.10.2019 13:20
Durchaus nicht.



Bildungserfolg hängt immer von diversen Faktoren ab. Daher ist es Aufgabe der Politik, diese Faktoren so ...
suziwolf am 19.10.2019 13:17
@Siegfried ...

Sie machen aber jetzt die Idee der BI zum
regelrechten Mischmasch.

• Produktion von Aluminium ...