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C-Junioren TuS Sudweyhe
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Kindheitstraum Münchener Löwen

Sven Hermann 05.12.2018 0 Kommentare

Gibt ab sofort seine fußballerischen Erfahrungen an den Sudweyher C-Jugend-Nachwuchs weiter: Houssam Hassoun (Mitte).
Gibt ab sofort seine fußballerischen Erfahrungen an den Sudweyher C-Jugend-Nachwuchs weiter: Houssam Hassoun (Mitte). (Jonas Kako)

Schon im Jahre 1986, als er mit seinen Eltern aus dem vom Bürgerkrieg und dem Konflikt mit dem Nachbarn Israel zerrütteten Libanon nach Deutschland kam, hatte der damals Neunjährige Houssam Hassoun einen Traum. Einmal beim Münchener Kultverein 1860 zu spielen, das wäre es. Doch der Kindheitstraum des in Beirut aufgewachsenen Hassoun, im Dress der Münchener Löwen aufzulaufen, erfüllte sich nicht. Als Spieler schaffte er es immerhin bis in die Bremer Verbandsliga, als Trainer ist er mittlerweile im Jugendbereich angekommen. Den jungen C-Junioren-Fußballer des TuS Sudweyhe, die in der Landesliga Hannover beheimatet sind, gehört jetzt die Liebe und Leidenschaft des einstigen Mittelfeldakteurs und Stürmers. Es ist die erste Trainerstation für Hassoun im Bereich des Jugendfußballs.

Erst vor kurzem übernahm der mittlerweile 42-Jährige Hassoun als Coach den talentierten Sudweyher Nachwuchs, da Vorgänger Michael Wichmann seinen Posten aus zeitlichen Gründen aufgab. Um die Mannschaft besser kennenzulernen und damit das Team in der Vorweihnachtszeit in Form bleibt, leitete er nach Beendigung der Hinserie noch einige zusätzliche Einheiten. Der erste Eindruck des neuen Übungsleiters ist durchweg positiv. „Das ist ein sehr talentiertes Team, das technisch sehr gut ausgebildet ist“, sagte Hassoun. Noch mehr beeindruckt zeigte sich der Trainer von der großen Kameradschaft innerhalb des Teams. „Die ist einfach top. Auf diesem Leistungsniveau ist es selten, dass innerhalb eines Teams so gute Freundschaften existieren. Die Jungs haben Spaß und machen viel zusammen“, weiß Hassoun, der mittlerweile seit 15 Jahren in der Gemeinde Weyhe lebt und mit seiner Familie dort fest integriert und verwurzelt ist. Beruflich ist der gebürtige Libanese, der seit langer Zeit die deutsche Staatsbürgerschaft besitzt, ebenfalls in Weyhe tätig und arbeitet dort als Postbote.

Sohn im Fokus der Profi-Klubs

Auch Sohnemann Junis ist als Aktiver ein fester Bestandteil der Sudweyher C-Junioren und als Allrounder auf den zentralen Mittelfeldpositionen zu Hause. Dort zieht er die Fäden und beweist sein gutes Auge. Der 13-Jährige macht seine Sache derart gut, dass er mittlerweile sogar in den Fokus der Nachwuchsleistungszentren von Werder Bremen und Hannover 96 gerückt ist. Zweimal wurde Junis Hassoun bereits zu Trainingseinheiten dieser beiden Klubs eingeladen.

Neben ihm steht auch Torhüter Yannis Kugel im Blickfeld der Hannoveraner, durfte ebenfalls schon an zwei Trainingseinheiten der „Roten“ teilnehmen. „Dass mein Sohn Junis Mitglied des Kaders ist, ist für uns kein Problem. Zu Hause bin ich der Papa, auf dem Platz der Fußball-Trainer“, weiß Houssam Hassoun zu differenzieren.

Durch die Vaterrolle war ihm die neue Mannschaft nicht fremd, verfolgte er deshalb logischerweise bereits vor seinem Amtsantritt diverse Auftritte der neuen Elf. Da ist es ihm nicht entgangen, dass der Sudweyher Kader, der mit etlichen Akteuren des jüngeren Jahrgangs bestückt ist, vielen Gegnern körperlich unterlegen war. „Wir müssen die körperlichen Defizite mit guter Technik ausgleichen“, verriet Hassoun, der auch im mentalen Bereich arbeiten will. „Wir müssen lernen dagegenzuhalten. Mental stärker werden und keine Angst vor den anderen Mannschaften zu haben, ist ein weiteres Ziel“, sagte Hassoun, der den Klassenerhalt in der Landesliga anstrebt und die Entwicklung der jungen Spieler in den Vordergrund stellt.

Der Ligaverbleib wäre für den TuS immens wichtig, weil auch in der kommenden Saison einige weitere Talente nachrücken werden. Der Vorsprung der Sudweyher auf den ersten Abstiegsplatz beträgt nach Beendigung der Hinrunde komfortable acht Zähler. Unterstützt wird Hassoun von den beiden Co-Trainern Oliver Köppener und Florian Maeße. Der erst 17-Jährige Maeße bastelt gerade an seiner Trainer-C-Lizenz und wurde als Aktiver just Bezirksliga-Herbstmeister mit den A-Junioren des TuS Sudweyhe. „Oli und Flo unterstützen mich perfekt. In Sachen Jugendarbeit sind die Bedingungen in Sudweyhe sehr gut. Darauf wird im Verein sehr viel Wert gelegt“, lobte Hassoun sowohl das kompetente Gespann an seiner Seite als auch die Rahmenbedingungen beim neuen Klub.

Vor dieser ersten Jugendtrainer-Station sammelte Hassoun bereits Erfahrungen als Herrencoach, war unter anderem als Spielertrainer beim Delmenhorster Klub Rot-Weiß Hürriyet und beim einstigen Integrationsteam des Brinkumer SV II tätig. Als Spieler durchlief er neben Hürriyet in der damaligen Bremer Verbandsliga die Stationen TS Woltmershausen, Habenhauser FV und Brinkumer SV, spielte später für den TSV Bramstedt und hilft aktuell noch ab und an beim Syker Kreisligisten TSV Ristedt aus.

Doch warum die Leidenschaft zu 1860 München? „Ich weiß nicht, warum. Als ich damals nach Deutschland kam, schwärmten alle für Bayern, Werder oder Dortmund. Ich fand jedoch 1860 kultig und geil. Damals waren sie ja auch noch in der Bundesliga vertreten“, sagte Hassoun schmunzelnd. Nach einem einjährigen Intermezzo in der viertklassigen bayerischen Regionalliga kicken die Löwen mittlerweile in der 3. Liga. Hassoun bleibt dem Klub dennoch treu. „Ich verfolge sie ab und zu noch im Fernsehen. Der Verein ist immer noch sehr bekannt. Irgendwann kehrt 1860 in die Bundesliga zurück“, ist Hassoun überzeugt.


Sporttabellen & Ergebnisse
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Leserkommentare
Michalek am 20.10.2019 17:37
Schüler brauchen keine Erhebungen und sie sollten nicht als Versuchskaninchen herhalten müssen.

Grundschüler brauchen Unterricht, der ...
aguahorst am 20.10.2019 16:55
In der Nähe von Wilhelmshaven baut man neue Kavernen, um damit Geld zu verdienen. In Bremen will man sie verfüllen und stilllegen.....was passiert ...