Wetter: Regen, 11 bis 14 °C
Fußball
Der Artikel wurde zur Merkliste hinzugefügt.
Die Merkliste finden Sie oben links auf der Seite.

TSG trifft im Minutentakt

Thorin Mentrup 15.09.2019 0 Kommentare

Aus dem Jubeln nicht mehr heraus kam die TSG Seckenhausen-Fahrenhorst nach der Pause.
Aus dem Jubeln nicht mehr heraus kam die TSG Seckenhausen-Fahrenhorst nach der Pause. (Thorin Mentrup)

Seckenhausen. Verrückte drei Minuten haben der TSG Seckenhausen-Fahrenhorst den Weg zu einem letztlich ungefährdeten 4:0 (0:0)-Erfolg über den SV Jura Eydelstedt verholfen. Zwischen der 51. und 53. Minute erzielten die Mannen von Trainer André Schmitz gleich drei Treffer und zwangen so die von Stefan Müller gecoachten Gäste in die Knie. Dass Eydelstedt eine gute erste Hälfte gespielt hatte, war letztlich nicht von Belang.

Es war eine Szene mit Symbolcharakter für die ersten 45 Minuten: Mit dem Halbzeitpfiff riss Schmitz wütend seine Jacke vom Stuhl und stapfte in Richtung Kabine. „Ich hatte einen dicken Hals“, gab der Coach zu. Und das zurecht: Seiner Elf wollte nicht viel gelingen. Sie hatte kein Ruhe in ihren Aktionen und strahlte nicht die gewohnte Sicherheit aus. Das lag auch an den mutige auftretenden Eydelstedtern, die das Aufbauspiel der TSV empfindlich störten. „Wir waren in der ersten Hälfte in meinen Augen die bessere Mannschaft mit den besseren Möglichkeiten“, erkannte Müller durchaus zurecht. Besonders in der Anfangsphase war seine Elf stärker und hätte durchaus durch Malcolm Gläser in Führung gehen können, der mit seinem Flachschuss jedoch an Maurice Lutterklas scheiterte (4.). Der TSG-Schlussmann stand einige Male im Mittelpunkt, überragend vor allem seine Parade gegen seinen Cousin Niklas Hiller aus kürzester Distanz. „Den kann man eigentlich nicht halten“, entfuhr es Seckenhausens Fußballspartenleiter Hauke Janssen (39.). Und die Gastgeber? Die blieben verhältnismäßig harmlos. Vor allem aus dem Spiel heraus gelang ihnen wenig. Die besten Chancen hatten sie nach Standards: Sebastian Kirchner köpfte nach einer Ecke über das Tor (23.), einen Freistoß, den Philipp Eggers von rechts scharf Richtung Tor brachte, entschärfte Jonas Menck (36.). Viel mehr kam nicht.

Schmitz′ Ärger zur Pause war durchaus verständlich. „Und eigentlich wollte ich auch wechseln“, gab er zu. Kandidaten hätte es ein paar gegeben. Doch dann kam dieselbe Elf auf den Platz zurück, die auch das Spiel begonnen hatte. Die Erklärung des Trainers: „Ich habe in den Blicken der Jungs gesehen, dass sie selbst unzufrieden waren und es unbedingt besser machen wollten. Diese Chance muss man ihnen geben. Viele sind noch so jung. Wir sind noch mitten in einem Lernprozess.“ Das Vertrauen, das Schmitz in seine Schützlinge setzte, zahlten diese dann auch nach dem Seitenwechsel zurück. Und wie! Sebastian Kirchner per Kopf nach einer Ecke Julian Michels (51.), Sandro Wittig nach einer Flanke Jannis Helmbolds, die Michel überragend zum besser postierten Torschützen durchließ (52.) und schließlich Sercan Durmaz, der den Ball selbst eroberte und am Ende zum dritten Treffer abstaubte (53.), brauchten nur wenige Augenblicke, um die Begegnung zu entscheiden. Diese drei Nackenschläge trafen Eydelstedt ins Mark. „Das erste Gegentor nach der Ecke darf uns schon nicht passieren. Da haben wir eine klare Zuordnung“, ärgerte sich Müller und fügte an: „Du darfst allgemein in so kurzer Zeit nicht drei Dinger kassieren.“ Denn damit war allen Eydelstedtern klar: Das Spiel ist gelaufen. Die Gäste steckten nicht auf, hätten nach Gläsers Solo und einem Zweikampf mit Lutterklas wohl noch einen Elfmeter bekommen müssen (78.). Doch für ein Tor reichte es nicht. „Wir können gut 60 Minuten die Konzentration halten“, sagte Müller. Danach werde es wegen der geringen Trainingsbeteiligung und der Ausfälle eng – vor allem gegen Topteams wie Seckenhausen. „Die hätten immer noch etwas drauflegen können“, wusste Müller. Seckenhausen hatte nun richtig Spaß am Kombinationsfußball: Tobias Thiemann machte per Volleyabnahme nach einer Flanke Iman Bi-Rias den Endstand perfekt (84.). Die zweite Hälfte versöhnte auch Schmitz, der nach dem Spiel deutlich gelassener war als noch zur Pause. „Der zweite Durchgang hat mir richtig gut gefallen.“ Keine Frage: Das Topspiel in Vilsen kann kommen.


Sporttabellen & Ergebnisse
Sporttabellen & Ergebnisse

Welcher Verein wann in Bremen oder der Region spielt und wie die Begegnung ausgegangen ist, erfahren Sie in unserem Tabellenbereich. Auch die Ergebnisse der Spiele der höheren Ligen finden Sie dort.

WESER-KURIER Kundenservice
Leserkommentare
peteris am 20.10.2019 10:00
Premier Johnson ist "persönlich dagegen"
Brexit-Verschiebung: EU-Ratschef Tusk erreichen drei Briefe

Drei Briefe? Haben die ...
elfotografo am 20.10.2019 09:56
Was bezeichnet es denn, wenn der Kultursenator auf eine ihm gestellte Frage antwortet?