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Württemberg-Cup
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TuS Sulingen ist der erste Finalist

Thorin Mentrup 15.07.2019 0 Kommentare

Stuhrs Janis Öhlerking (links) bedrängt Sulingens Pascal Löhmann.
Stuhrs Janis Öhlerking (links) bedrängt Sulingens Pascal Löhmann. (Thorin Mentrup)

Ristedt. Der TV Stuhr hat es nicht geschafft, den TuS Sulingen noch abzufangen: Nach der 1:5-Niederlage gegen den Landesligisten spielt der Bezirksligist am Freitagabend aber immerhin um den dritten Platz. Vom zweiten Rang in der Gruppe A waren die Stuhrer beim Anpfiff ihrer Partie schon nicht mehr zu verdrängen. Dafür hatte der TSV Okel gesorgt, der sich im Duell mit dem TSV Melchiorshausen trotz eines 1:2-Rückstandes noch mit 4:2 behauptete und einen schönen Abschluss seiner Württemberg-Cup-Premiere in Ristedt feierte.

TSV Okel - TSV Melchiorshausen 4:2 (1:1). Die erste Überraschung erlebten die 300 Zuschauer auf der Ristedter Sportanlage bereits beim Warmmachen der Teams: Marc Schönthal, der neue Co-Trainer der Melchiorshauser, machte sich bereit, den Platz im Tor einzunehmen. „Seit heute Morgen wusste ich, dass ich ran muss“, verriet er nach der Partie. Einen Feldspieler wollte er nicht zwischen den Pfosten haben, „die Jungs sollen ans Laufen kommen“, machte er deutlich. Die Laufbereitschaft seiner Vorderleute allerdings vermisste er besonders in der Schlussphase der Begegnung. „Da haben wir die Wege zurück nicht mehr so entschlossen gemacht. Das darf uns auch in der Vorbereitung nicht passieren. Dafür sind wir dann von Okel bestraft worden“, erklärte er, warum seine Elf die 2:1-Führung noch aus der Hand gab.

Dabei war der Bremer Landesligist Mitte des zweiten Durchgangs drauf und dran, die Partie für sich zu entscheiden. Nachdem Ahmed Khatib Okel früh in Führung gebracht hatte, hatte Kevin Nienstermann die Begegnung mit einem Doppelpack gedreht. „Danach müssen wir eigentlich alles klar machen“, haderte Schönthal mit einigen ausgelassenen Möglichkeiten seiner Elf, die durch Nick Plate einen Strafstoß verschoss - der Versuch streifte die Latte - und durch Nienstermann darüber hinaus am Innenpfosten scheiterte. „Wenn wir da das 3:1 machen, sieht das Ganze natürlich anders aus“ wusste Melchiorshausen Torwart und Co-Trainer in Personalunion.

Stattdessen aber drehte Okel die Partie. „Wir haben uns in der zweiten Halbzeit deutlich gesteigert. In der ersten Hälfte war das ja fast lethargisch von uns“, hatte Trainer Lutz Schröder vor dem Seitenwechsel die Bewegung vermisst. Sein Team fand gar nicht richtig statt, den Führungstreffer hatten die Melchiorshauser durch einen bösen Aussetzer im Aufbauspiel auf dem Silbertablett serviert. „Wir müssen erst einmal vom Kopf damit klarkommen, dass wir jetzt gegen Mannschaften spielen, von denen wir sonst nur in der Zeitung lesen“, verwies Schröder auf die neue mentale Herausforderung für seine Elf, die es dann auch dank unbekümmert aufspielender Akteure wie Andreas Leder verstand, das Spiel auf ihre Seite zu ziehen. Okel störte mit aggressivem Pressing das Melchiorshauser Spiel nun deutlich früher, vor allem aber auch wesentlich konsequenter. Und während der Bezirksligist aufdrehte, baute der Landesligist ab. Nachdem Khatib seinen zweiten Treffer markiert hatte, schnürte auch Marvin Zwiebler einen Doppelpack. „Wir haben uns positiv verabschiedet“, freute sich Schröder, dessen Elf am Dienstag bereits wieder auf dem Platz steht - dann beim Sündermann-Cup in Bramstedt.

TV Stuhr - TuS Sulingen 1:5 (1:3). Am Ende gab es keine zwei Meinungen: Der Sulinger Finaleinzug war ohne Frage verdient. Vier Tore schlechter hatte Trainer Stephan Stindt seine Stuhrer, die einen Sieg für den Einzug ins Endspiel gebraucht hätten, allerdings nicht gesehen. „So schlecht haben wir es nicht gemacht. Zwei Tore weniger hätten eher gepasst“, fand er. Letztlich zeigte sich allerdings, dass die Sulinger nicht nur spielerisch eine höhere Qualität haben, sondern auch im Abschluss stärker sind. „Wir haben vier Chancen und machen ein Tor, Sulingen macht aus sieben Chancen vier Tore“, zog Stindt den direkten Vergleich, der klar für den TuS sprach, der wie schon in seinen ersten beiden Partien unaufhörlich nach vorn spielte. „Das ist unser Weg. Das birgt gewisse Risiken, aber für die Zuschauer ist das sicherlich attraktiv“, wusste Trainer Walter Brinkmann. Es machte Spaß, seiner Mannschaft zuzuschauen. Wenn sie zu viel Platz bekam, war sie kaum noch zu bremsen. Und Stuhr packte einen Tag nach dem 8:0-Sieg über den SC Weyhe nicht immer konsequent zu. Das nutzten Dennis Pissor, Pascal Löhmann und Sönke Bremermann zu einer komfortablen 3:0-Führung nach 23 Minuten. Dabei hätte auch Stuhr durchaus in Front gehen können, Jenno Bülders jagte den Ball aus aussichtsreicher Position jedoch in den Abendhimmel.

Der TVS schenkte das Duell gegen den Ligarivalen der vergangenen Saison jedoch nicht ab und kam durch Tim Langreder noch vor der Pause zum Anschlusstreffer. Fußballerisch trauten sich die Nordkreis-Kicker durchaus etwas zu, doch in den entscheidenden Momenten war Sulingen auch nach dem Seitenwechsel abgeklärter. Während Torben Drawert sich nach tollem Zuspiel von Dimitri Steen allein auf dem Weg zum Tor den Ball zu weit vorlegte, nutzte der TuS einen Ballverlust der Stindt-Elf konsequent zum 4:1 durch Niklas Klare aus. „Das ist dann auch eine hohe Qualität, die Sulingen da vorne hat“, erkannte Stindt die Klasse des Landesligisten an, der durch Chris Brüggemann in letzter Minute einen letzten Fingerzeig an den Finalgegner sandte. Dieser wird am Dienstagabend ermittelt. Als Tabellenführer der Gruppe B hat der Bremer SV die besten Karten, er kann jedoch vom SV Heiligenfelde im direkten Duell noch abgefangen werden (Anstoß: 20.15 Uhr). Zuvor stehen sich ab 18.45 Uhr der bereits ausgeschiedene TuS Sudweyhe und der Brinkumer SV gegenüber, der bei einem Sieg und Schützenhilfe des Bremer SV noch die Chance auf das Spiel um Platz drei hat.


Sporttabellen & Ergebnisse
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Leserkommentare
theface am 18.10.2019 20:54
Das kann so nicht stimmen, sonst wären SPD und Grüne ja nicht mehr in der Landesregierung.
Opferanode am 18.10.2019 20:48
Ich hatte die gleiche Frage. Aber eine vernünftige Antwort würde mir besser gefallen, als so schulmeisterlich daherzukommen, mit der Aufforderung, ...