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„Vom Kopf her nicht bei der Sache“

Jannis Klimburg 06.10.2019 0 Kommentare

Behielt die Oberhand: Der TSV Bramstedt (r. Joel Zöfelt) heimste beim TVE Nordwohlde den Derbysieg ein.
Behielt die Oberhand: Der TSV Bramstedt (r. Joel Zöfelt) heimste beim TVE Nordwohlde den Derbysieg ein. (Michael Braunschädel)

Nordwohlde. Das Wiedersehen mit seinem Ex-Verein hatte sich Christian Jeinsen wahrlich anders vorgestellt. Der neue Übungsleiter des TVE Nordwohlde verlor in der Fußball-Kreisliga mit seiner Truppe das Derby gegen den TSV Bramstedt mit 1:3 (1:1). Und das, obwohl die Hausherren den besseren Start in die Partie erwischten, in Führung gingen und das 2:0 gleich mehrmals auf dem Schlappen hatten.

„Das war unser größter Fehler. Wir hätten das zweite Tor nachlegen müssen. Dann wäre es ein anderes Spiel geworden“, seufzte Jeinsen. Dabei starteten die Platzherren mit viel Dampf in die Partie, gaben den Ton an. Das probate Mittel: nicht lange abwarten, sondern zügig den Pass in die Spitze suchen. Das 1:0 allerdings resultierte aus einem einfachen Abspielfehler der Gäste. Daniel Zimmermann fand nicht einen eigenen Mitspieler, sondern Nordwohldes Stürmer Nils Wessel. Der lief unbedrängt ein paar Meter Richtung gegnerisches Gehäuse und donnerte das Spielgerät aus rund 17 Metern oben rechts in den Winkel (11.). Nur zwei Minuten später hätte der Doppelschlag erfolgen können. Nach einem Foul an Wessel zeigte der Referee auf den Punkt. Doch zunächst scheiterte Yannik Wojciechowski an TSV-Torhüter Lukas Wickbrand. Und auch den Nachschuss konnte Felix Kattau nicht im Tor unterbringen.

Arne Dührkop steht goldrichtig

Plötzlich waren die Gäste obenauf, kämpften sich langsam, aber sicher in die Begegnung hinein. Insbesondere über die Flügel wollte der TSV Bramstedt zum Erfolg kommen. Und diese Taktik ging das eine oder andere Mal auch auf. Immer wieder fanden die Flanken der Gäste den Weg ins Zentrum. Doch verwerten konnten die Offensivakteure der Bramstedter die Hereingaben erst einmal nicht. Gegen Ende der ersten Hälfte wurde das Match dann auch zerfahrener. Auf beiden Seiten schlichen sich nun einige Fehlpässe ein, Torraumszenen waren eher Mangelware. So schien es zunächst, als würden die Hausherren mit der knappen Führung in die Kabine gehen. Falsch gedacht! Denn eine flache Hereingabe von Alexander Matissek wurde immer länger und länger, bis schließlich Arne Dührkop am langen Pfosten das Spielgerät nur noch einschieben musste. „Das Tor kam natürlich zur rechten Zeit“, atmete Jens Meyer, Bramstedts Trainer, durch. Jeinsen dagegen fluchte: „Da müssen wir das 1:0 irgendwie in die Halbzeit bringen. Das hat uns in Folge total verunsichert.“

Wahre Worte. Denn mit Wiederanpfiff drückte nur noch Bramstedt auf die Führung. Die Gäste attackierten nun viel früher, standen höher als noch zuvor. Und der neue Plan von Meyer schien aufzugehen. Immer wieder kamen die Bramstedter über den rechten Flügel durch. So zum Beispiel in der 54. Spielminute, als Zimmermann eigentlich eine harmlose flache Flanke Richtung Tor schlug. Doch plötzlich trudelte das Spielgerät ins Netz – 1:2. Alexander Finn Brockhoff, der für den verletzten Marcel Kappermann zwischen die Pfosten rückte, gab dabei keine glückliche Figur ab. Genauso wie beim Lupfer vom eingewechselten Serdar Uludasdemir. Weil der TVE-Keeper zu weit weg von seinem Kasten stand, schlug der Ball zum 1:3 ein (62.). Damit schien dann auch die Messe gelesen.

Schlussoffensive bleibt aus

Denn bei den Gastgebern war so wirklich kein Aufbäumen mehr zu erkennen. Zwar fand der TVE Nordwohlde noch den Weg nach vorne, doch zwingende Chancen erspielte sich die Jeinsen-Truppe nicht mehr. „Vom Kopf her waren wir einfach nicht bei der Sache. Bramstedt war viel bissiger, zweikampfstärker und wollte den Sieg mehr als wir“, bemängelte der TVE-Übungsleiter. Die Gäste hingegen taten nur noch das Nötigste, verwalteten die Führung sehr solide. Den Schlusspunkt setzte dann Daniel Schorling, der nach einem Frustfoul die Gelb-Rote Karte sah und somit frühzeitig duschen gehen konnte (90.+3.). „Die zweite Halbzeit kann ich einfach nicht verstehen. Man hatte nach dem Rückstand auch nie das Gefühl, dass wir noch ein Tor schießen können“, bedauerte Jeinsen. Meyer dagegen schwebte auf Wolke sieben: „Ich hoffe, dass wir jetzt jedes Spiel auch so angehen werden. Mit der gleichen Einstellung und Leidenschaft.“


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Leserkommentare
erschreckerbaer am 22.10.2019 21:34
Ist doch in Ordnung.
Bis jetzt habe ich 48 Jahre in die Rentenkasse eingezahlt.
Habe dafür Steuern bezahlt.
Würde ich mit 67 in ...
flutlicht am 22.10.2019 20:43
Lieber @Wk, wann hat Höffner denn nun die Fläche erworben? Mal schreiben Sie von 14 Jahren im Text und in der Einleitung von 11 Jahren. Was stimmt?