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Leichtathletik in der Region
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Wenn der Druck zu groß wird

Nastassja Nadolska 07.12.2018 0 Kommentare

Lea Jerkovic vom LC Hansa Stuhr gehört zu den Spitzensportlerinnen im Verein. Eine Vorbildfunktion für den Nachwuchs aus der Region ist sie allerdings nur für wenige.
Lea Jerkovic vom LC Hansa Stuhr gehört zu den Spitzensportlerinnen im Verein. Eine Vorbildfunktion für den Nachwuchs aus der Region ist sie allerdings nur für wenige. (Großmann)

Landkreis Diepholz. Es ist ein grundlegendes Problem, womit die Leichtathletik-Vereine im Landkreis Diepholz immer mehr zu kämpfen haben: Immer weniger Kinder und Schüler schließen sich der Leichtathletik an. Auch im Trainerbereich verzeichnen die Vereine einen enormen Schwund. Dabei sind sich alle Verantwortlichen einig, dass der erhöhte Medienkonsum, der zunehmende Druck in der Schule und auch private Gründe ausschlaggebend für diese Entwicklung sind.

„Seitdem wir die Ganztagsschulen haben, ist es schwieriger geworden. Die Kinder stehen unter einem enormen Druck und müssen neben der Schule alles unter einen Hut bekommen“, sagt Dieter Rippe von der Leichtathletik-Abteilung des TuS Varrel, der im Verein kein Nachwuchs-, sondern eher ein Trainerproblem hat. Die Anforderungen seien, im Gegensatz zu anderen Sportarten, einfach zu groß. „Im Mannschaftssport ist es nicht so umfangreich wie bei uns. In der Leichtathletik müssen sich die Trainer auf mehrere Disziplinen spezialisieren und viele trauen sich das dann einfach nicht zu“, berichtet Rippe, der nun intern nach einer Lösung sucht.

Klaus-Dieter Lange, der für die Leichtathletik-Abteilung des FTSV Jahn Brinkum zuständig ist, schließt sich dieser Methode an. „Wir sind gerade dabei, zwei Trainerinnen in diesen Bereich hereinzuführen. Zuvor hatte ich es über verschiedene Kanäle versucht, leider vergeblich“, erzählt Lange, der diese Entwicklung bedauert. Mit 120 Athleten steht Brinkum in Sachen Nachwuchs ganz gut dar. In den Jahrgängen 2007 bis 2011 ist der FTSV gut aufgestellt. „Je älter die Kinder werden, desto weniger wird es aber“, betont Lange und sagt: „Viele hören auf, weil sie entweder eine andere Sportart ausüben wollen oder weil der Druck in der Schule zu hoch wird.“ Außerdem sind die Trainingsmöglichkeiten in Brinkum sehr begrenzt. „Wir müssen uns beispielsweise jeden Montag eine Halle mit drei Gruppen teilen. Mittwochs müssen wir, egal ob es regnet oder schneit, draußen trainieren und selbst da sind die Möglichkeiten begrenzt“, moniert Lange. Dagegen könnte man nichts tun, doch für die neue Generation sieht Lange noch Hoffnung. „Der Trend geht bei den Jüngeren nach oben und mit den neuen Trainerinnen und der neuen Leichtathletikgemeinschaft mit dem TSV Asendorf hoffe ich, dass sich das alles in eine positive Richtung entwickelt.“

Asendorf mit gutem Zulauf

Der TSV Asendorf hat momentan einen guten Zulauf. „Wir haben 80 Athleten zwischen vier und 20 Jahren, die mehrere Sparten besuchen können“, berichtet Ute Schröder, Spartenleiterin der Leichtathletik. Große Nachwuchsprobleme hat sie nicht. „Wir haben ein großes Einzugsgebiet. Viele kommen aus Bassum, Bruchhausen-Vilsen und Nienburg“, sagt Schröder, die den positiven Zulauf mit der hohen Qualität der Trainingsinhalte begründet. „Die, die sportlich ambitioniert sind, wissen, dass bei uns etliche gute Sportler rausgegangen sind“, sagt Schröder nicht ohne Stolz.

Mit Sebastian Kohlwes, Lea Jerkovic und Oliver Sebrantke hat der LC Hansa Stuhr ebenfalls namhafte Sportler zu verzeichnen. Nun sollte man meinen, dass gerade dort der Zulauf enorm groß ist. „Leider dünnt es sich aus, sobald sie älter werden“, bedauert LC-Spartenleiter Berthold Buchwald. Nicht nur der private und schulische Druck sowie die Interessen seien Schuld daran. „Die Leichtathletik ist ein individueller Sport. Da kämpft jeder für sich. Außerdem fällt es dort eher auf, wenn man nicht das nötige Talent mitbringt als in Mannschaftssportarten“, weiß Buchwald.

Ähnlich sieht es auch Imke Müller vom SC Weyhe: „Die Sportler haben Angst sich zu blamieren“, lautet ihre deutliche Aussage. Beim SC Weyhe habe man sowohl mit fehlendem Nachwuchs als auch mit Trainern zu kämpfen. „Es könnte mehr sein.“ Grund dafür seien die wenigen Möglichkeiten, die im Verein geboten werden. „Im Fokus steht der allgemeine Sport“, erklärt Müller. Mit spielerischen Elementen im Training versucht sie, den jüngeren Athleten den Sport schmackhaft zu machen. Wettkämpfe spielen für die Trainerin dabei keine Rolle. „Mein Ziel ist es, den Kindern was Sportliches fürs Leben mitzugeben“, sagt sie.


Sporttabellen & Ergebnisse
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Leserkommentare
heinmueckausbremerhaven am 21.10.2019 20:47
Es gibt nur eine Chance wieviel Artikel beschrieben. Und jetzt schwindet mit dem Artikel von Stefan Rahmstorf das Argument, dass die BRD nur für ...
Bremen99 am 21.10.2019 20:41
Das Parken in Wild-West-Manier rund um den Freimarkt hat Tradition. Vor über 40 Jahren konnte man auch schon regelmäßig beobachten wie dreiste ...