Schwaneweder Verkehrsausschuss berät über Umbau am Molkereiweg/Geplante Änderungen beim Busverkehr Lukrativer Gehwegausbau mit einem Haken

Schwanewede. Die Mitglieder des Schwaneweder Verkehrsausschusses dachten zunächst an einen Irrtum: Die Gemeinde könnte bei einem Ausbau des Molkereiweges zu beiden Seiten breitere Geh- und Radwege anlegen und dafür auch noch Geld kassieren? "So ist es", bestätigte Verwaltungsmitarbeiter Dieter von Bistram. Allerdings hat die Sache einen Haken.
06.06.2011, 05:00
Lesedauer: 2 Min
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Von Gabriela Keller

Schwanewede. Die Mitglieder des Schwaneweder Verkehrsausschusses dachten zunächst an einen Irrtum: Die Gemeinde könnte bei einem Ausbau des Molkereiweges zu beiden Seiten breitere Geh- und Radwege anlegen und dafür auch noch Geld kassieren? "So ist es", bestätigte Verwaltungsmitarbeiter Dieter von Bistram. Allerdings hat die Sache einen Haken.

Das Problem liegt beim Gehweg auf der Nordseite des Molkereiweges zwischen Heidkamp und Ortsausgang. Der Weg sollte nach einem Beschluss des Verwaltungsausschusses vom Juli 2009 anders als der Geh- und Radweg auf der südlichen Straßenseite nicht verbreitert werden. Mit 1,50 Meter ist der Gehweg auf der Nordseite aber zu schmal, um von Fußgängern und Radfahrern gleichermaßen benutzt zu werden. Pedalritter müssten auf die Fahrbahn ausweichen, was laut von Bistram zu gefährlich wäre. Bei einem Schutz- und Radstreifen auf der Fahrbahn dürften Autos außerdem nicht mehr parken.

Eine Alternative: den Gehweg auf drei Meter Breite zu einem Geh- und Radweg auszubauen. Für die Gemeinde wären neue Geh- und Radwege zu beiden Seiten eine lukrative Sache, rechnete von Bistram vor. 15 Prozent der Kosten müsste Schwanewede übernehmen, etwa 65 000 Euro. Außerdem 23 500 Euro für einen Fahrbahnteiler. Macht insgesamt 89000 Euro. Gleichzeitig würde die Gemeinde vom Land aber eine Ablösesumme von 119000 Euro erhalten, "weil der Gehweg noch gut erhalten ist." Unterm Strich würde Schwanewede ein Plus von 31000 Euro machen.

Straße könnte zu schmal werden

Die Rechnung geht aber nur mit dem Gehweg-Ausbau auf der Nordseite auf, stellte von Bistram klar. "Ohne den Ausbau bekommt die Gemeinde die Ablösesumme nicht." Der Haken dabei ist: Was bei den Wegen zu beiden Seiten dazukommt, muss bei der Fahrbahn weggenommen werden. Sie würde deutlich schmaler werden. Das könnte ein Problem werden, waren sich Ausschussmitglieder und Bürgermeister Harald Stehnken einig.

Autos, Linienbusse, Bundeswehr-Panzer, Lastwagen, landwirtschaftliche Fahrzeuge-alles rollt über den Molkereiweg. "Ich kann mir nicht vorstellen, dass man die Straße schmaler machen kann", so Stehnken. "Drei Meter für den Gehweg da unterzubringen, wird eine knappe Kiste", meinte Björn Herrmann (SPD). In der nächsten Sitzung soll das Thema erneut auf die Tagesordnung, dazu soll ein Vertreter des Landes geladen werden.

Ein weiteres Thema waren die künftigen Änderungen bei den Buslinien der Bremer Straßenbahn AG (BSAG) in Schwanewede. Die ist dabei, ihr Busnetz in Bremen-Nord umzustellen. Zum 11. Dezember soll der Linienverkehr dem neuen Viertelstunden-Takt der Nordwest-Bahn angepasst werden. Die Folgen für den Busverkehr von und nach Schwanewede erläuterte Verkehrsplaner Michael Rode.

Die Linie 74 wird als Linie 94 nicht mehr in Marßel enden sondern bis Gröpelingen durchfahren. Zur Verstärkung wird bei Bedarf eine Linie 95 ab Landesgrenze bis Vegesack eingesetzt. Sie fährt allerdings nicht über die Lindenstraße, sondern über die Hammersbecker Straße und Bahnhof Aumund. "Es gibt Bedarf für eine zusätzliche Direktverbindung zum Klinikum Bremen-Nord, die wir damit schaffen."

Auch die Linie 70, künftig 90, nimmt zwischen Neuenkirchen und Gröpelingen einen neuen Weg. Zwischen Blumenthal und Vegesack macht sie den Schlenker am Klinikum vorbei. Pläne für eine Linie 90E zwischen S-Bahn-Endstation in Farge und Neuenkirchen stehen und fallen laut Rode mit dem Geld. Neue Pläne gibt es für Beckedorf. An der Weser-Ems-Buslinie 677 wird sich die BSAG nach Auslaufen der Gemeinschaftskonzession Ende 2011 nicht mehr beteiligen. Die neue BSAG-Linie 88 soll zwischen Bahnhof Aumund und Beckedorf pendeln. Angedacht sind laut Rode Kleinbusse oder Großraumtaxis, die auch in die Siedlung hineinfahren könnten.

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