France-Mobil wirbt in KGS für Französisch / Spanisch ist bei Schülern beliebter Madame Chavot auf Tour

Das Fach Französisch hat es nicht leicht bei Schülern. Immer weniger Kinder wollen die Sprache lernen. Das France-Mobil soll sie auf den Geschmack bringen.
18.09.2014, 00:00
Lesedauer: 2 Min
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Von Irene Niehaus

Das Fach Französisch hat es nicht leicht bei Schülern. Immer weniger Kinder wollen die Sprache lernen. Das France-Mobil soll sie auf den Geschmack bringen.

Französisch ist zwar eine schöne Sprache, doch immer weniger Schüler wollen sie lernen.

So wählte etwa in einer Jahrgangsklasse einer deutschen Schule nur noch ein Schüler Französisch als zweite Fremdsprache. Die Zahl derjenigen, die sie als Fremdsprache ins Auge fassen, sinkt seit Jahren. Auch in Frankreich nimmt das Interesse an Deutsch stetig ab.

Die Gründe für die Misere beim Schul-Französisch sind vielfältig: Immer mehr dominiert Englisch in allen Lebensbereichen. „Seit vielen Jahren geht der Trend bundesweit auch zu Spanisch“, sagt Holger Lienemann, Französischlehrer an der Kooperativen Gesamtschule (KGS) Tarmstedt. Weltweit haben deutlich mehr Menschen Spanisch als Muttersprache. Nicht wenige Lehrer meinen auch, dass Spanisch etwas einfacher zu lernen sei als Französisch mit seiner komplizierten Aussprache.

Dass die französische Sprache es wert ist, gelernt zu werden, davon ist Lehrer Lienemann überzeugt. „Sie soll nicht sterben, deshalb machen wir Werbung für sie.“ Darum ist die Französin Laura Chavot gestern an der KGS Tarmstedt zu Besuch gewesen. Die 27-Jährige stammt aus der Nähe von Dijon und ist eine von zwölf Lektoren, die an dem bundesweiten Programm „France-Mobil“ teilnehmen. Die Aktion hat das Ziel, deutsche Schüler spielerisch für die französische Sprache und die Kultur zu begeistern. Dafür besucht Laura Chavot kostenlos Schulen in Niedersachsen und Bremen.

Vollgestopfter Transporter

Am Mittwochvormittag steht ihr France-Mobil vorm Schulgebäude, ihr erster Einsatz überhaupt mit dem kleinen weißen Transporter. Der ist vollgestopft mit Materialien, Spielen, Infos über Lern-, Studien- und Arbeitsmöglichkeiten in Frankreich. An der KGS haben die Fünftklässler im kommenden Frühjahr die Möglichkeit, eine zweite Fremdsprache zu lernen. „Das Projekt hilft den Schülern bei der Wahl“, sagt Laura Chavot.

Interessiert stehen die Fünftklässlerinnen Anna Lea Pfeiffer, Kira Moje und Carina Meyer am Fahrzeug und hören Laura Chavot mit ihrem unverkennbaren Akzent zu. Später verteilt der Gast landestypische Bonbons. Die neun- und zehnjährigen Mädchen können sich gut vorstellen, sich im kommenden Jahr für Französisch zu entscheiden.

Laura Chavot hat ein Jahr lang Anglistik in Tübingen studiert. Draußen, am France-Mobil, spricht sie noch Deutsch mit den Kindern. Während der 45 Minuten im Klassenraum unterhält sie sich mit den Schülern fast ausschließlich in ihrer Muttersprache. Ihre rund 90 angemeldeten jungen Zuhörer können beinahe alles verstehen, obwohl sie kaum oder keine Französischkenntnisse haben. Hilfreich sind dabei Chavots Bildkarten. Sie nutzt sie, um den Kindern spielerisch französische Begriffe bei

zubringen.

Das France-Mobil ist eine Initiative der Robert-Bosch-Stiftung und der französischen Botschaft. Zu den Partnern, die die Idee unterstützen, gehören neben einem Auto-Hersteller das Institut français Deutschland, Verlage und der TV-Sender Arte. Seit zwölf Jahren fahren junge Franzosen durch Deutschland und versuchen den Schülern ein dynamisches Bild von ihrem Heimatland zu vermitteln.

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