Präventionsprojekt gegen Ausgrenzung und Gewalt

Mädchen und Jungen stärken

Syke. Zum fünften Mal beginnt im September der Workshop "Mädchen und Jungen stärken - gegen Ausgrenzung und Gewalt" an der Realschule Syke. Das Projekt haben am jetzt der Kinder- und Jugendtherapeut Paul-Thomas Ewert, die Sozialpädagogin und Betreuerin des Mädchenkulturhauses Zebra Orange Renate Bühn, der Rektor der Realschule Klaus Wendler und die Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Syke Agatha große Macke vorgestellt.
02.09.2011, 05:00
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Von sascha rühl

Syke. Zum fünften Mal beginnt im September der Workshop "Mädchen und Jungen stärken - gegen Ausgrenzung und Gewalt" an der Realschule Syke. Das Projekt haben am jetzt der Kinder- und Jugendtherapeut Paul-Thomas Ewert, die Sozialpädagogin und Betreuerin des Mädchenkulturhauses Zebra Orange Renate Bühn, der Rektor der Realschule Klaus Wendler und die Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Syke Agatha große Macke vorgestellt.

"Das Projekt hat zum einen das Ziel, Geschlechtergerechtigkeit herzustellen und zum anderen die Anzahl der Übergriffe und die Gewaltbereitschaft zu vermindern", erklärt die Gleichstellungsbeauftragte. Dabei würden die rund 100 Schüler aus vier Klassen in nach Geschlechtern getrennten Gruppen aufgeteilt und an insgesamt vier Tagen am Workshop teilnehmen. "Die Trennung ist notwendig, sonst können sich die Jugendlichen nicht öffnen", erklärt Paul-Thomas Ewert. Sei ein Mädchen in einer Jungengruppe, wollen die Jungs Stärke zeigen, sei ein Junge in einer Mädchengruppe, wollten diese ihm keine Grundlage für Belustigungen geben.

Wichtig sei auch, den Jugendlichen vor Augen zu führen, wo Spaß aufhört und Gewalt anfängt. In den Workshops werden auch Rollenspiele gespielt, um jedem zu zeigen, wie man sich in einer Opferrolle fühlt und wie man sich aus ihr befreien kann. In den Gesprächen werden neben Problemen zwischen Schülern oder zwischen Schülern und Lehrern auch familiäre Probleme in den zehn bis 15 Personen großen Gruppen behandelt. "Für alles werden in der Gruppe Lösungswege gesucht und letztlich gefunden", betont Paul-Thomas Ewert. "Im Projekt werden oft Schweigegebote gebrochen", ergänzt Renate Bühn.

Das Programm sei nicht selbstverständlich an niedersächsischen Schulen, da es oft an der Finanzierung hapere. Das sei in Syke dank Zuschüssen der Stadt nicht der Fall, wie Rektor Klaus Wendler erzählt. "Es muss für Unbeteiligte bedrohlich wirken, dass wir Fachleute von außen holen, um mit unseren Schülern zu arbeiten, aber das muss so sein", erklärt Wendler. Es reiche nicht aus, nur Wissen zu vermitteln - auch die Stärkung der Persönlichkeit sei wichtig. Dafür seien Lehrer nicht ausgebildet. Im normalen Schulalltag bleibe leider keine Zeit, um alle Konflikte zu lösen.

Der Rektor ist sicher, dass das Sozialverhalten sich an der Schule gebessert hat, seit das Präventionsprojekt läuft. Es gäbe kaum noch oder gar keine gewaltsamen Zwischenfälle. "Die Eltern unterstützen das Projekt gern", so Wendler.

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