Worpswede Mäusegift im qualmenden Müll

Worpswede. Eine brennende Müllwagen-Ladung hat Polizei und Feuerwehr am Mittwoch vom frühen Morgen bis zum Nachmittag beschäftigt. Im brennenden Müll steckte nach Polizeiangaben ein Wühlmaus-Gift.
14.03.2013, 05:00
Lesedauer: 2 Min
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Von Michael Wilke

Worpswede. Eine brennende Müllwagen-Ladung hat Polizei und Feuerwehr gestern vom frühen Morgen bis zum Nachmittag beschäftigt. Kurz vor sieben Uhr morgens drangen Qualmwolken aus einem Müllwagen. Der Fahrer kippte den Hausmüll auf die Straße Im Rusch, um zu verhindern, dass das Fahrzeug Feuer fing. Der Löscheinsatz der Worpsweder Ortswehr dauerte über eine Stunde. Damit war noch längst nicht alles vorbei. Im brennenden Müll steckte nach Polizeiangaben ein Wühlmaus-Gift. Einsatzkräfte klagten über Kopfschmerzen und brennende Augen. 20 Helfer wurden im Krankenhaus untersucht.

Auf der Worpsweder Straße Im Rusch brannte und qualmte gestern Morgen ein großer Müllhaufen, der die Einsatzkräfte der Worpsweder Feuerwehr forderte. Es dauerte eine Stunde und 15 Minuten, bis der qualmende Abfall vollständig gelöscht war. Ein Müllwagen der Abfall-Service Osterholz GmbH (Aso) war an diesem Morgen im Künstlerdorf unterwegs, um die Mülltonnen zu leeren. Nach Angaben der Worpsweder Feuerwehr bemerkte der Fahrer auf seiner Tour die starke Rauchentwicklung. Er kippte die brennende Ladung auf die Straße, um einen Brand des Müllwagens zu verhindern.

Der Fahrer habe geistesgegenwärtig gehandelt, lobt Uwe Knop, Sprecher der Worpsweder Ortsfeuerwehr. Mit schwerem Atemschutzgerät zogen die Brandschützer den lichterloh brennenden und stark qualmenden Hausmüll auseinander und löschten das Feuer. Wegen der starken Rauchentwicklung wurden die Bewohner der Straße Im Rusch gebeten, Türen und Fenster zu schließen, wie die Polizei gestern berichtete.

Die vorsorglich als Verstärkung alarmierte Ortswehr Waakhausen brauchte nach den Worten von Feuerwehrsprecher Knop nicht mehr einzugreifen. Nach einer Stunde und 15 Minuten war die Arbeit getan. Die 17 Feuerwehrleute rückten ab. Zwischen sieben und acht Uhr morgens zeigte das Thermometer fünf Grad unter Null – das Löschwasser gefror im Nu auf der Straße. Der Bauhof der Gemeinde Worpswede streute die Eisschicht ab.

Wühlmausmittel als Brandursache

Abgehakt war der Einsatz mit dem Abrücken des Feuerwehrtrupps aber noch lange nicht. Nach Angaben der Polizei klagten zwei am Einsatz beteiligte Helfer später über brennende Augen und Kopfschmerzen. Unterdessen hatten Brandermittler der Polizei in der verkohlten Hausmüllmasse eine Dose mit einem nicht frei verkäuflichen Wühlmausgift entdeckt

"Im Zuge der Löscharbeiten wurde eine Dose Wühlmausbekämpfungsmittel gefunden", meldete Anika Wrede, Sprecherin der Polizeiinspektion Verden/Osterholz. "Die Einsatzkräfte gehen nach derzeitigem Stand davon aus, dass Reste dieser nicht frei verkäuflichen Substanz in Verbindung mit Feuchtigkeit ursächlich für das Feuer sind." Die Polizei ermittelt nach Wredes Angaben wegen unerlaubten Umgangs mit gefährlichen Abfällen mit dem Ziel, den Verursacher zu finden. Der zuständige Landkreis-Dezernent Richard Eckermann präzisierte: "Es handelt sich um ein sogenanntes Begasungsmittel, das in Verbindung mit Feuchtigkeit giftige Dämpfe bildet." Diese seien offenbar auch der Grund für die Beschwerden, die sich bei zahlreichen Helfern eingestellt hätten. Weil zwei der beteiligten Einsatzkräfte nach dem Brand über Kopfschmerzen und brennende Augen klagten, wurde das Gesundheitsamt eingeschaltet. Dessen Mediziner empfahlen, alle Menschen, die beim Einsatz in die Nähe des Schadstoffs gekommen waren, vorsorglich im Krankenhaus untersuchen zu lassen. Das schloss nach Angaben der Polizei die Mitarbeiter des Bauhofs und der Abfall-Service Osterholz GmbH ein.

Die Feuerwehr richtete eine Sammelstelle am Worpsweder Feuerwehrhaus ein. Rettungssanitäter der Bereitschaft des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) brachten die etwa 20 Betroffenen zur ärztlichen Untersuchung in die umliegenden Krankenhäuser.

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