Fitnesstrainerin im Interview

„Man muss Spaß an der Sportart haben“

Neues Jahr, neue Vorsätze: Fitnesstrainerin Ines Mannott gibt im Interview Tipps für den Kampf gegen den Speck und den inneren Schweinehund.
03.01.2019, 18:13
Lesedauer: 3 Min
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Von Lena Mysegades
„Man muss Spaß an der Sportart haben“

Egal, ob Zumba, Bauch-Beine-Po oder Steppaerobic – Sport macht Spaß und ist gesund. Oft fällt es jedoch schwer, sich zu motivieren.

Bernd Thissen dpa/lnw

Wie wichtig ist Sport? Wie wichtig ist Ernährung? Was ist wichtiger, um eine gute Figur zu haben beziehungsweise zu halten?

Ines Mannott : Beides ist wichtig. Ein gesundes Mittelmaß aus gesunder Ernährung und Sport ist sinnvoll. Ich empfehle immer, zwei bis drei Mal die Woche Sport zu treiben. Man sollte Spaß an der Sportart haben, die man sich aussucht, damit man auch langfristig motiviert und sportlich bleibt. Bei der Ernährung bin ich eine Genuss-Verfechterin, sprich: Ich denke, es ist ganz wichtig, sich auch mal etwas zu gönnen. Diäten halte ich nicht für langfristig sinnvoll, weil dort immer über kurz oder lang der Jo-Jo-Effekt eintritt.

Damit das nicht passiert: Wie ausgewogen sollte das Sport-Programm sein? Ist eine Mischung aus Kalorienverbrennung und Kraft-Ausdauertraining sinnvoll?

Genau, eine Kombination aus Verbrenntraining und Ausdauertraining ist sinnvoll. Daher teile ich meine Kurse auch häufig in zwei Trainingseinheiten. Am Mittwoch zum Beispiel ist mein Kurs in eine halbe Stunde Zumba und eine halbe Stunde Bauch-Beine-Po aufgeteilt. Also geben die Teilnehmer erst Vollpower und im Anschluss kräftigen sie ihre Muskulatur mit Bauch-Beine-Po. Mein Kurs am Donnerstag ist genauso konzipiert: erst Vollgas-Training mit Steppaerobic, dann wieder Muskelkräftigung mit Bauch-Beine-Po.

Wie wichtig ist es für die Motivation, einen Sportpartner zu haben?

Es kommt darauf an, was für ein Typ Mensch man ist. Also sich zu fragen: Kann ich mich alleine gut motivieren oder nicht? Erfahrungsgemäß ist es sinnvoll, den wöchentlichen Sporttermin in den Alltag zu integrieren und fest einzuplanen. Bei Leuten, die sich selbst nicht gut selbst motivieren können, ist es auf jeden Fall sinnvoll, eine Freundin mitzubringen. So kann man sich auch gegenseitig zum Sport animieren. Schön zu beobachten ist zudem, wenn sich innerhalb der Sportgruppe Freundschaften entwickeln. Dann kommen die Teilnehmerinnen nicht nur wegen des Sports zum Kurs, sondern auch aufgrund der Menschen, die dort sind. Das klappt bei meinen Gruppen häufig gut. Wir starten jetzt sogar gemeinsame Aktivitäten. Zum Beispiel machen wir demnächst eine Kohltour. Und über die Feiertage waren wir gemeinsam im Kino.

Wie überwinde ich den inneren Schweinehund?

Das Wichtigste ist meiner Meinung nach, die richtige Sportart für sich zu entdecken. Dann fällt es einem auch nicht so schwer, dorthin zu gehen. Nichts ist schlimmer, als keinen Spaß am Sport zu haben. Zudem ist es ganz wichtig, den Sport fest in den Alltag einzubauen.

Warum ist gerade Zumba eine gute Sportart, um den eigenen Schweinehund zu vertreiben?

Zumba wird oft als eine Art Party verstanden. Man kann gemeinsam tanzen und Spaß haben. Die Vielfalt der vorgespielten Musik ist groß. Es geht von typischen lateinamerikanischen Liedern bis zu Radiocharts, die ich auch immer gerne einbringe, weil die Leute sie schon kennen. Und es gibt viele Variationen während des Trainings. Ich beziehe zum Beispiel hin und wieder auch Stepper und Hanteln in das Training ein. Dazu kommt noch, dass Zumba für das Selbstbewusstsein förderlich ist. Die körperbetonten Tanzschritte geben vielen Teilnehmerinnen einen Push für ihre Selbstwahrnehmung.

Melanie Klingt ist seit 2013 Fitnesstrainerin.

Melanie Klingt ist seit 2013 Fitnesstrainerin.

Foto: Melanie Kling
Sind Ihre Kurse am Anfang des Jahres voller als im Verlauf dessen? Weil sich viele gerade Anfang des Jahres gute Vorsätze macht, unter denen „mehr Sport treiben“ sicher zu den beliebtesten zählt.

Nein, das kann ich so nicht sagen. Es gibt immer einmal Phasen, in denen mehr Leute in die Kurse kommen. Das ist Anfang des Jahres schon mal der Fall, aber nicht mehr als zu anderen Zeitpunkten im Jahr. Was man aber sagen kann, Weihnachten oder die Ferien sind Zeiten, in denen die Trainingstermine weniger gut besucht werden.

Für wen ist welches Sportprogramm sinnvoll?

Ich denke, das muss jeder für sich selbst herausfinden. Es kommt auf meine Persönlichkeit an, ob ich lieber tanze oder lieber klettern gehe. Ich habe immer gern getanzt, weshalb mir Zumba auch so viel Spaß macht.

Und wie bekommen Sie Männer dazu, Zumba zu tanzen?

Ja, mit den Herren ist es tatsächlich etwas schwierig. Oft werden Zumba, Steppaerobic und Bauch-Beine-Po als Mädchen-Sportarten tituliert. Dabei merken auch die Männer schnell, wenn sie mitmachen, dass die Kurse wirklich bedeuten, eine Stunde Vollgas zu geben. Ich habe auch schon mal die Männer meiner Teilnehmerinnen zum Probetraining eingeladen. Denen hat das gemeinsam auch viel Spaß gemacht, dennoch ist es leider beim Probetraining geblieben.

Sind die Menschen heute körperbewusster als früher?

Das kann ich nicht genau sagen. Ich denke, es gab schon immer Schwankungen zwischen Menschen, die sich bewusst ernähren und jenen, die sehr ungesund leben.

Tragen die Medien zu mehr Schönheitswahn bei? Instagram ist ja mittlerweile ein großes Thema.

In meinen Kursen reicht die Altersspanne der Teilnehmer von 25 bis 60 Jahren. Bei ihnen merke ich keine starke Beeinflussung durch Instagram. Ich denke, dass es den Schönheitswahn auch schon früher gab, beispielsweise auch durch Formate wie "Germany's Next Topmodel".

Das Interview führte Lena Mysegades.

Info

Zur Person

Ines Mannott (30)

ist seit 2013 Fitnesstrainerin. Sie bietet Zumba-, Steppaerobic- oder Bauch-Beine-Po-Kurse in Heiligefelde, Bruchhausen-Vilsen und Syke an. Hauptberuflich arbeitet Mannott im Stadtmarketing der Gemeinde Weyhe tätig.

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