Marcusheide

Worpswede. Die Marcusheide ist ein schönes Stück Worpswede. Sie beginnt hinter dem Kaffee Worpswede. Hier wächst die Heide, doch das Wäldchen, das bis zum Barkenhoff reicht, gehört auch dazu. Die Stiftung Worpswede hat die 100 000 Quadratmeter 2009 von der Familie Roselius gekauft, um sie so zu erhalten wie sie sind – mit einem Kredit über 100 000 Euro. Jetzt hat das Kuratorium das schöne Stück verkauft – an eine andere Stiftung, die von Ruth und Helmut Middeldorf. Beide stehen dafür ein, dass die Marcusheide so bleibt wie sie ist.
30.03.2013, 05:00
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Von Michael Wilke
Marcusheide

Sie engagieren sich für den Erhalt der Marcusheide: Hans Ganten (links), Helmut und Ruth Middeldorf sowie Wolfgang Reinke. Ganten und reinke sind im Kuratorium der Stiftung Worpswede aktiv, Ruth und Helmut Middeldorf die treibenden Kräfte der Middeldorf-Stiftung.

Fischer

Worpswede. Die Marcusheide ist ein schönes Stück Worpswede. Sie beginnt hinter dem Kaffee Worpswede. Hier wächst die Heide, doch das Wäldchen, das bis zum Barkenhoff reicht, gehört auch dazu. Die Stiftung Worpswede hat die 100 000 Quadratmeter 2009 von der Familie Roselius gekauft, um sie so zu erhalten wie sie sind – mit einem Kredit über 100 000 Euro. Jetzt hat das Kuratorium das schöne Stück verkauft – an eine andere Stiftung, die von Ruth und Helmut Middeldorf. Beide stehen dafür ein, dass die Marcusheide so bleibt wie sie ist.

"Ein Glücksfall sondergleichen" sei das, schwärmt Hans Ganten, Kuratoriumsvorsitzender der Stiftung Worpswede. Der Kaufvertrag ist besiegelt, die Stiftung von Ruth und Helmut Middeldorf hat die Marcusheide gekauft. Doch sonst ändert sich nichts. Die Stiftung Worpswede wird den idyllischen Flecken Erde weiter hegen und pflegen, Bänke und Spazierwege in Schuss halten. Die Middeldorf-Stiftung hat sich nach Gantens Worten "mit entsprechender grundbuchlicher Sicherung" verpflichtet, die Marcusheide nicht anders zu nutzen als die Stiftung Worpswede das als Eigentümerin getan hat. Das haben die Middeldorfs unterschrieben.

Wozu der Deal, wenn sich nichts ändert? Der Verkauf entlastet die Stiftung Worpswede. Sie hat die 100 000 Quadratmeter von der Familie des Kaffeerösters und Mäzens Ludwig Roselius übernommen, um die Marcusheide zu schützen – sie hätte zum Privatgrund mit Zäunen und Häusern werden können. Bezahlt hat die Stiftung den "Freundschaftspreis" (Ganten) von 100 000 Euro per Kredit. Getilgt ist nicht ein Euro; die Zinsen zahlen die Kuratoriumsmitglieder aus eigener Tasche. Anders ging es nicht, denn die Mittel der Stiftung sind durch ein noch größeres Projekt gebunden: die Bötjersche Scheune.

Um eine der letzten großen Fachwerkscheunen im Kreis vor dem Verfall zu bewahren, hat die Stiftung Worpswede die alte Scheune vis-à-vis vom Rathaus 2009 gekauft und sanieren lassen. Über 460 000 Euro kostet die Sanierung; der Löwenanteil ist bezahlt durch Fördergelder und Spenden. Unterm Strich stehen noch 135000 Euro, die die Stiftung per Kredit finanziert. So ist der Verkauf der Marcusheide eine Entlastung der Stiftung Worpswede. Zu ihren Aufgaben gehört der Grunderwerb zum Schutz von Natur und Landschaft. "Immer wieder werden uns Flächen angeboten", sagt Ganten. Ein interessantes Angebot: Wiesen im Bereich des Weyerbergs, die Hoferben zu Geld machen wollten. Auch Ackerflächen waren im Angebot, nur: Dafür hatte die Stiftung, die den Maisanbau gerne zurückdrängen und weitere Maisäcker am Weyerberg verhindern will, kein Geld. Nach dem Verkauf ist das anders; der Spielraum wird größer.

Die Stiftung von Ruth und Helmut Middeldorf nennt Hans Ganten "eine für Worpswede segensreiche Einrichtung", auch wenn das Stifterehepaar wenig Aufhebens davon macht und lieber im Hintergrund wirkt. Im Dezember 2010 erkannte das Finanzamt die Ruth-und-Helmut-Middeldorf-Stiftung als gemeinnützig an. Ihre Hauptaufgabe ist die Förderung bedürftiger Kinder und Jugendlicher.

Die Stiftung unterstützt die Kunstschule Paula und den Verein für Kunst, Kultur und Kreativität (Kukuk), die Hammestrand-Initiative und die nachschulische Betreuung. Ohne sie wäre die Erweiterung und naturnahe Gestaltung des Spielplatzes am Alten Rathaus nicht möglich gewesen. Da auch eine intakte Natur dem Kindeswohl dient, engagiert sich die Stiftung jetzt beim Erhalt der Marcusheide.

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